Erster Spatenstich für 18-Geschosser an der Frankfurter Allee

Großer Bahnhof

01.02.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1, 5-7) , BE Berlin GmbH mit Prof. Gerd Jaeger (2,3), Baumschlager/Eberle (4)

Lichtenberg. Der offizielle Spatenstich für das neue Howoge-Quartier „Wohnen am Rathauspark“ wurde am Donnerstag, 31. Januar, an der Frankfurter Allee 135 vollzogen. Gleichzeitig erfolgte die Verabschiedung von Stefanie Frensch, seit acht Jahren Chefin der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft. Wohl auch deshalb gab sich neben zahlreichen Howoge-Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Landes- sowie Bezirkspolitikern der halbe Senat mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) an der Spitze die Ehre. Erschienen waren Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), Finanzsenator Matthias Kollatz und auch Innensenator Andreas Geisel (beide SPD). Letzterer war Stadtrat, danach Bürgermeister von Lichtenberg, als Frensch 2011 ihren Posten in der Howoge-Chefetage angetreten hatte.

Neues Tor zu Lichtenberg

Das neue Quartier mit einem 18-geschossigen Hochhaus und Blockrandbebauung direkt gegenüber dem Ring-Center wird quasi das neue Tor zu Lichtenberg. Wer aus der City kommt, der erlebt mit dem Neubau, in dem es 251 Wohnungen sowie Büros und Gewerbe geben wird, einen imposanten städtebaulichen Auftakt. Einbezogen wird auch der Stefan-Heym-Platz, der neugestaltet werden soll. Die Howoge will nach Fertigstellung in zwei Jahren ihre Zentrale in den Komplex verlegen, der von der PORR Deutschland GmbH nach dem Entwurf des Architekturbüros Eberle realisiert wird.

Erstes Gebäude steht im Rohbau

Breits im Rohbau steht ein erstes Gebäude im nordöstlichen Bauabschnitt – man hätte also  zeitgleich mit dem Spatenstich dort das Richtfest feiern können. Dieses Haus durfte vorzeitig begonnen werden. Der Bebauungsplan selbst wurde erst im Dezember 2018 von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg festgesetzt, eine „Punktlandung in letzter Minute“, wie die scheidende Howoge-Geschäftsführerin sagte. Bereits seit 2012 habe sie das Projekt beschäftigt: „Es war ein langer Weg, doch er hat sich gelohnt.“

18-geschossiger Plattenbau 2004 abgerissen

Bis 2004 stand auf der Fläche ein 18-geschossiges Plattenbau-Hochhaus. Das wurde in den Zeiten der Berliner Sparsamkeit abgerissen, weil damals kaum jemand außerhalb des Bezirks daran glaubte, dass sich Lichtenberg zum gefragten innerstädtischen Wohnstandort Berlins mausern würde. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher erinnert sich mit Blick auf den damals im selben Amt tätigen Sozialdemokraten Peter Strieder, der ebenfalls zum Spatenstich gekommen war: „ Wir haben sehr darauf geachtet, dass es der einzige Abriss eines Wohnhauses im Bezirk blieb.“ Sie war damals in Lichtenberg für Stadtentwicklung zuständig.

Umfangreiche Bürgerbeteiligung

Erst nach acht Jahren kamen Pläne zur Neubebauung des Areals auf. Sie waren nicht unumstritten. Ein städtebaulicher Wettbewerb gemeinsam mit der Architektenkammer und eine umfangreiche Bürgerbeteiligung folgten. „Warum hat es so lange gedauert bis zum Baubeginn?“, fragte Stefanie Frensch und antwortete gleich selbst: In einem urbanen Gebiet, sehr verdichtet, zu bauen, setze viel Vorarbeit voraus. Was der Regierende goutierte: „Das Projekt ist etwas Besonderes für Berlin. Es zeigt, dass es geht, in dichter Innenstadtlage eine gute Mischung von Wohnen und Arbeiten zu entwickeln.“ Und die Stadtentwicklungssenatorin betonte, die Howoge habe mit dem Vorhaben an der Frankfurter Allee erneut unter Beweis gestellt, „dass bezahlbare Mieten, ambitionierte Architektur und Freiraumgestaltung sowie Partizipation bei der Quartiersentwicklung miteinander vereinbar sind“.

Wechsel in die Privatwirtschaft

Baustart des Vorzeigeprojekts bei der Howoge auf. Unerwartet kommt das nicht, sie hatte das bereits vor einem knappen Jahr angekündigt. Die 48-Jährige wechselt in den Vorstand des international agierenden Immobilienunternehmens Becker & Kries. Lichtenberg und der Howoge bleibt sie weiterhin erhalten als Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Stadtkultur. In diesem Rahmen wird sie auch weitere Kunstprojekte im Bezirk wie die Gestaltung von Giebelwänden mit Großgemälden unterstützen, versicherte die 48-Jährige. Den Geschäftsführerposten, einen von zwei in der Howoge,  übernimmt wie berichtet, in Kürze Ulrich Schiller.

Das neue Quartier

Das Quartier „Wohnen am Rathauspark“ (Frankfurter Allee 135) wird bis 2021 realisiert. Geplant sind 251 Mietwohnungen sowie 15.400 Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche. 126 Wohnungen werden mit Einstiegsmieten von 6,50 Euro nettokalt/Quadratmeter gefördert. Es entstehen Ein- bis Fünfzimmer-Wohnungen zwischen 29 und 95 Quadratmeter Größe. Alle bekommen Balkon oder Terrasse.

Der Komplex besteht aus insgesamt sechs Gebäuden. Eines davon ist ein 18-geschossiges Bürohochhaus. Im Sockelbereich des 64 Meter hohen Turms sind Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen. Die Howoge wird ihre Zentrale in den Sockelbau des Hochhauses und in den Riegel zur Frankfurter Allee hin verlegen. Die neue Adresse der Howoge-Zentrale wird dann Stefan-Heym-Platz 1 lauten.

Der Innenbereich des Quartiers wird autofrei angelegt und gliedert sich in verschiedene Höfe, Spiel- und Grünflächen. Zwei Tiefgaragen mit rund 150 Plätzen werden mit Zufahrten in der Frankfurter Allee sowie in der Rathausstraße erschlossen.

Der Stefan-Heym-Platz mit dem Fischerbrunnen wird neugestaltet. Dabei konnten auch Anwohner mitreden. Es entsteht eine Platzfläche aus Natursteinmaterial, umgeben von Pflanzinseln. Die denkmalgeschützte Figur des Fischerjungen, die derzeit restauriert wird, wird in ein flaches Wasserbecken versetzt. Geplant sind weiterhin zwei im Boden eingelassene Trampoline sowie eine Kletterwand.

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