Wie es an der Hellersdorfer Straße 89 weitergeht, steht nicht fest

Abriss Ärztehaus „An der Wuhle“

07.10.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hellersdorf. Das ehemalige Ärztehaus „An der Wuhle“, Hellersdorfer Straße 89, bietet schon lange einen traurigen Anblick. Das Gebäude, in dem zu DDR-Zeiten und auch noch später zahllose Hellersdorfer Kinder und Erwachsene umfassende medizinische Hilfe bekamen, steht seit Jahren leer. Es verwahrloste zunehmend, mehrmals wurde eingebrochen, Feuer gelegt, die Fenster zerstört und alles verwüstet.

Zaun vor Ärztehaus soll vor Gefahren schützen

Anwohner berichteten, dass wahrscheinlich obdachlose Menschen in dem ruinösen Haus des Öfteren nächtigten. Das ganze Gelände ist verwildert und war von Ratten befallen. Umherliegende Bretter mit Nägeln darin stellten eine Gefahr, insbesondere für spielende Kinder dar. Im Februar wurde der uneinsichtige, private Eigentümer des Grundstückes endlich von Amts wegen gezwungen, einen Bauzaun um das Areal aufzustellen. Die Fraktionen der CDU und der Linken hatten dazu einen entsprechenden gemeinsamen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht.

Imbiss und Blumenladen seit 2017 weg

Die angrenzende Fläche an der Cecilienstraße / Ecke Hellersdorfer Straße wurde lange Zeit von einem Imbiss und einem Blumenladen in einem provisorischen Container genutzt. Beide Verkaufseinrichtungen wurden bereits 2017 beräumt.

Feuerwehr nutzte Ruine für Übungen

Nun sind die Tage des verlassenen Ärztehauses gezählt. Seit August wurde damit begonnen, die Ruine abzureißen. Einem Antrag des Eigentümers wurde stattgegeben. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Alexander J. Herrmann, hatte jahrelang den Kontakt zu ihm gesucht, um sich für eine Entwicklung des Areals einzusetzen. Durch seine Vermittlung konnte wenigstens die Freiwillige Feuerwehr Hellersdorf zwischenzeitlich in dem alten Ärztehaus für den Notfall üben. Nun will Herrmann sich in der BVV dafür stark machen, dass im Rahmen der Planung auch an die notwendige soziale Infrastruktur, wie Kindergartenplätze, Spiel- und Parkplätze, gedacht wird.

Eigentümer wollte 600 Studentenwohnungen

Ein vom Inhaber beauftragtes Architektenbüro hatte dem Stadtentwicklungsamt von Marzahn-Hellersdorf eine Konzeptstudie für eine Wohnbebauung mit bis zu 600 Studentenwohnungen auf dem Grundstück vorgelegt. Die Planentwürfe wurden letztlich von der Stadtplanung des Bezirksamtes abgelehnt. Begründung: Die Pläne waren nicht nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches genehmigungsfähig.

Wie der Wahlkreisabgeordneter für Hellersdorf-Süd/Kaulsdorf-Nord, Kristian Ronneburg (Die Linke), in einer Pressemitteilung informiert, hatte das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf auf Anfrage festgestellt, dass das Vorhaben des Eigners, aufgrund seiner Größe, nur im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens umsetzbar sei.

Bebauungsplanverfahren soll Klärung bringen

Im Flächennutzungsplan (FNP) des Landes Berlin ist das Grundstück an der Hellersdorfer-/Ehm-Welk-Straße als Fläche für Wohnungen ausgezeichnet. Ein Bebauungsplan wird sich also an dieser Vorgabe zu orientieren haben. Das Verfahren soll klären, welche Art von Bebauung und in welcher Größe dort vertretbar ist. Die Bürger haben – im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit – mehrfach die Möglichkeit, ihre Interessen in die Planungen einzubringen.

Was will der Eigner nun?

Bislang ist im Bezirksamt noch kein Bauantrag eingegangen. Aktuelle Planungen des Eigners sind ebenfalls nicht bekannt. „Auf meine Nachfrage hat das Bezirksamt erklärt, dass es keine Informationen darüber habe, ob der Eigentümer möglicherweise das Grundstück verkaufen oder neu bauen wolle“, sagt Kristian Ronneburg. Er findet den ursprünglichen Plan des Eigentümers, dort Wohnungen für Studierende zu bauen, begrüßenswert. „Was wir allerdings brauchen, ist vor allem bezahlbarer Wohnraum für Studierende sowie für Auszubildende“, so der Abgeordnete.


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