Drinnen + draußen

Aber bitte mit Maske!

26.04.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Am morgigen Montag gilt im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Berlin eine Maskenpflicht, so wie es der Senat am 21. April beschlossen hat. Dabei geht es nicht um medizinische Masken, die dem medizinischen und Pflegepersonal vorbehalten sein sollten, sondern um einfachen Mund-Nasen-Schutz. Der kann aus Textilien sein, selbst ein Schal oder ein Tuch sollen es tun. Die einfache Rechnung: Man schützt andere vor Tröpfchen, die man selbst bei Niesen oder Husten, auch beim Sprechen ausstößt. Und trägt der oder die andere ebenfalls ein solches Teil, ist man selbst ebenfalls besser vor den Coronaviren (SARS-CoV-2) geschützt, welche die Krankheit Covid 19 verbreiten. Ganz in Sicherheit ist man damit selbstverständlich nicht, aber das Ansteckungsrisiko kann damit durchaus beträchtlich minimiert werden. Weiterhin gilt natürlich  der Grundsatz: Mindestens 1,50 Meter Abstand von anderen Personen halten – wenn es geht. Im ÖPNV ist das meist schwer möglich. Deshalb dort die Maskenpflicht, die allerdings nur ihren Sinn entfaltet, wenn sich alle daran halten.

“Der Staat soll erstmal liefern”

Dennoch wird vor allem in den sogenannten sozialen Medien jetzt heftig darüber diskutiert. Es gibt etliche Menschen, die sich verweigern wollen („Blödes Zeug, hilft sowieso nicht!“, „Kein Geld dafür“, „Der Staat soll uns die Dinger erst mal liefern, die kaufe ich doch nicht selbst“ sind einige der gängigsten Argumente). Klar, auch die Fachleute haben in den vergangenen Wochen heftig über die Wirksamkeit sogenannter Social Masks gestritten. Inzwischen aber sind sie sich weitgehend einig: Selbstgenähte Masken oder einfacher OP-Mundschutz hilft zwar nicht mir, aber dem Gegenüber. Insofern ist Mund-Nasenschutz-Tragen auch ein Akt der Solidarität.

Kaufen oder selber basteln

Diesen gibt es inzwischen an vielen Stellen: In Apotheken und in vielen Läden wird einfacher OP-Mund-Nasenschutz verkauft. Allerdings zu ziemlich deftigen Preisen, weil auf dem Weltmarkt die Preise dafür in beinahe astronomische Höhen geklettert sind. Was einst für wenige Cent zu haben war, muss jetzt für einige Euro erstanden werden. Wir haben einfachen OP-Schutz (einlagig) für 1,99 Cent pro Stück und zweilagig für 2,99 Euro pro Stück gekauft. Ein Beispiel für die gern von konservativen Liberalen gebrauchte These: „Der Markt wird es richten“. Klar, für den Markt. Viel preiswerter sind die genähten Masken, die inzwischen sogar von Modelabels angeboten werden. In kleinen Änderungsschneidereien werden sie häufig schon ab 5 Euro pro Stück verkauft. Wer Designer-Stoffschutz haben will, muss ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Dafür hat er aber auch ein schöneres Teil. Und man kann sie natürlich auch ziemlich einfach selber basteln, Anleitungen dazu gibt es viele im Internet, siehe hier …

“Sie denken auch an uns, Danke!”

Wir haben unsere Stoffmasken schon am 3. April bei einer vietnamesischen Schneiderin erstanden. Blau für den Mann, schwarz mit weißen Pünktchen für die Frau, jeweils zwei Stück. Als Wechselmodelle. Denn nach dem Tragen sollten diese bei 60 Grad gewaschen werden. Wir sterilisieren sie zusätzlich noch bei 80 Grad im Backofen (Ober- und Unterhitze).

Seitdem tragen wir sie immer, wenn wir geschlossene Räume aufsuchen wie Supermärkte oder Arztpraxen. Das ist zwar anders als im ÖPNV noch keine Pflicht, sondern nur ein Gebot. Sprich: ein Appell an die Vernunft. Unsere Tierärztin hat uns dafür letztens gelobt: „Sie denken auch an uns, Danke!“ Allerdings sieht das nicht jeder so. Am Freitag waren wir sowohl im Lottoladen, bei dm und bei Rewe in der Biesdorfer Oberfeldstraße die einzigen, die einen Mund-Nasenschutz aufgesetzt hatten. Und ernteten etliche spöttische Blicke. Sei’s drum, wir halten Masken für sinnvoll. Und wenn uns jemand zu nahe kommt, husten wir mal richtig kräftig unter der Maske – da wird ganz schnell der nötige Abstand wieder hergestellt.

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