Gedanken-Brösel. Warum wurden aus Drachentötern Arschlöcher?

Ab wann lief der Plan nur schief?

21.10.2018, Mike Abramovici

Foto: Archiv Mike Abramovici. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Als wir klein waren, wollten wir doch alle eigentlich nichts anderes als Drachen töten, die Prinzessin retten oder Apachenhäuptling sein. Wir wollten die Frauen oder die Freunde befreien und nur Gutes tun. Einige unserer lieben männlichen Artgenossen träumten davon, Feuerwehrmann, Polizeimann (so sagten wir damals) oder Robin Hood zu sein. Es ging in unserem Kindsein nur um gute Taten. Und die lieben Mädchen, diese kleinen wundervollen Wesen (in meiner Erinnerung waren sie alle kleine Prinzessinnen und hatten lange blonde Haare) wollten auch nur Prinzessin sein, Indianermädchen oder Krankenschwester zum Fasching. Einige hatten sogar die feste Absicht, den Häuptling Gojko Mitic zu heiraten. Jedenfalls hatten wir in unserem Kindsein nur Gutes im Sinn. Wir wollten die Welt retten und den Armen abgeben. Und auf jeden Fall sollten alle Drachen tot und alle Bösen eingesperrt sein! Das war der Plan.

Aber kaum wuchsen die Haare am Gemächt, auch bei den Mädchen kam untenrum ein leichter Flaum, da brach der Egoismus aus. Mit zunehmendem Alter fingen einige Typen an, völlig frei zu drehen. Die Ellenbogen wurden ausgepackt wie Maschinengewehre. Es wird bis heute geschubst und gedrängelt. Sie sind nur noch auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Was ist eigentlich los mit diesen ganzen Arschlöchern heute?

Ich halte es nicht für schlecht, sich mal wieder an die eigene Kindheit zu erinnern und diese liebevollen Gedanken für Hilfe, Zuneigung, Selbstlosigkeit und Empathie, diesen Faden der Hilfe, wieder aufzunehmen. Schöner ist es doch, jemandem die Hand zu reichen, als ihm eine Ohrfeige zu geben. Und wenn man sich eigentlich überlegt, dass die Hippies in den 70-er Jahren schon Recht hatten (außer bei Kiffen und Drogen), wenn sie meinten, alle Menschen sollten sich lieben statt zu hassen. Drum schenke jedem Menschen ein Lächeln, auch wenn Dein Gesicht früh noch verknittert ist. Fang an, Dich selbst im Spiegel anzulächeln, geh nicht griesgrämig aus dem Haus. Lächle auch mal den Busfahrer zu früher Morgenstunde an. Und oh Wunder, der eine oder andere vorher missmutig Blickende lächelt auch mal zurück! Nur Liebe und Zuneigung macht uns stark, Hass macht uns schwach!

 

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