Marzahn-Hellersdorf feiert 2019 ein ganzes Jahr lang

40-jähriges Bezirksjubiläum

05.12.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Die Gründungsurkunde hängt im Sitzungszimmer des Bezirksamts, zweiter Stock im Rathaus am Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf. Die Stadtverordnetenversammlung von Berlin, Hauptstadt der DDR, beschloss „auf ihrer Tagung vom 5. Januar 1979 aus Teilen der Stadtbezirke Berlin-Lichtenberg und Berlin-Weißensee die Bildung des Stadtbezirks Berlin-Marzahn“ steht auf dem Dokument mit der Unterschrift des damaligen Ost-Berliner Oberbürgermeisters Erhard Krack. Marzahn-Hellersdorf wird also 40 Jahre alt. Denn bei der Gründung von Marzahn gehörten auch Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf noch dazu, die erst ab 1986 für einige Jahre den Bezirk Hellersdorf bildeten (Biesdorf blieb bei Marzahn). Seit der Bezirksfusion im Jahr 2001 zählen die fünf Ortsteile zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf – im selben Territorium von 1979.

Festkomitee arbeitet seit Sommer

Ein Jahr lang wird das Gründungsjubiläum gefeiert. Das Programm wurde am Dienstag, 4. Dezember, im Rathaus vorgestellt. Bereits seit Mitte dieses Jahres ist ein Festkomitee tätig, in dem Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) und alle Stadträte, aber auch Institutionen und Vereine sowie der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) mitwirken. Der Terminkalender für das Jubiläumsjahr 2019 ist schon jetzt umfangreich: Am Gründungstag selbst gibt es eine Festveranstaltung im Freizeitforum Marzahn. Unter den geladenen Gästen ist auch der erste Bezirksbürgermeister Gerd Cyske, mittlerweile 90 Jahre alt. Er amtierte lange Jahre noch in Provisorien, denn das Rathaus Marzahn wurde erst Anfang 1989 eröffnet – zehn Jahre nach der Bezirksgründung. Festredner wird Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sein.

Geburtstagsfeier in „Gärten der Welt“

Es folgt die Fotoausstellung der renommierten Ostkreuz-Schule für Fotografie im Schloss Biesdorf (Vernissage am 17. Februar). 23 Studenten hatten sich fast ein Jahr im Bezirk umgeschaut und zeigen unter dem Titel „Fernwärme“ ihre ganz eigenen Sichten auf Marzahn-Hellersdorf. Wiederbelebt wird auch eine alte Marzahner Tradition: der Blumenmarkt auf der Marzahner Promenade (11. bis 12. Mai). Dieser war seinerzeit beim Bezirksfest „Marzahner Frühling“ ein Renner und soll künftig wieder in jedem Frühjahr stattfinden. Das Classic Open Air in der „Hellen Mitte“ wird am 7. Juni veranstaltet. Das große Geburtstagsfest findet am 15. Juni in den „Gärten der Welt“ statt. Zum vergünstigten Eintrittspreis von 3 Euro (sonst 7 Euro) werden nach Grün Berlin-Chef Christoph Schmidt mehr als 20.000 Besucher erwartet. Gegenwärtig wird laut Pohle und Schmidt auch noch mit dem Seilbahnbetreiber Leitner AG über Sonderkonditionen zum Fest verhandelt. In der internationalen Gartenanlage wird es an diesem Tag viele verschiedene Veranstaltungen geben. Eine „Gratulanten-Meile“ mit Angeboten für Groß und Klein wird sich von der Bühne am Koreanischen Gartenbis zum Orientalischen Garten ziehen. Die Besucher erwartet auch eine 40 Meter lange, gedeckte Geburtstagstafel. In der Arena findet eine Abendveranstaltung statt, „die Krönung des Festes“, sagt die Bürgermeisterin. Mehr will sie darüber jetzt noch nicht verraten.

Traditionen bleiben im Jahreskalender

Alle traditionellen Feste – vom Biesdorfer Blütenfest (30. Mai bis 2. Juni) über das Stadtteilfest auf dem Alice-Salomon-Platz (3. August) bis hin zum Marzahner Ernte- und Umweltfest (7./8. September) – finden natürlich ebenfalls statt. Und auch Partner tragen zum Gelingen der Feierlichkeiten bei. So veranstalten beispielsweise die Kunstsammler um den Mahlsdorfer Michael Wiedemann im März erneut eine Ausstellung in der Rubrik„Kostbarkeiten“ im alten Rathaus Marzahn. Der Heimatverein stellt im April seine Chronik 40 Jahre Marzahn-Hellersdorf vor, der MHWK lädt am 22. Mai zum vierten Mal zum Kita Grand Prix ein. Das Degewo-Mieterfest findet am 30. August in den „Gärten der Welt“ statt. Mit rund 18.000 Wohnungen ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft der größte Vermieter im Bezirk. Auch neue Formate wird es geben: So veranstalten die Macher des Kunst- und Kulturspektakels „Acht Tage Marzahn“ von 2017 auf den Ahrensfelder Bergen ein Event, das sich speziell an junge Leute richtet.

Guerilla-Aktion auf dem Alex

Mit Flaggen, die spezielle Marzahn-Hellersdorf- Motive tragen, wird ab 5. Januar am Blumberger Damm und an der Hellersdorfer Straße auf die Feierlichkeiten aufmerksam gemacht. An diesem Tag geht auch eine spezielle Website zum Jubiläum online, dann wird es ebenfalls einen Jubiläums-Twitteraccount geben. Flyer zum Jubiläumsjahr werden ab Mitte Februar in die Briefkästen der Haushalte gesteckt. In der letzten Aprilwoche und drei Wochen lang ab Ende Mai werden Großplakate an markanten Straßen im Bezirk aufgestellt. Auch in der City soll das Jubiläum von Berlins jüngstem Bezirk nicht übersehen werden: So ist an sogenannte Guerilla-Aktionen auf öffentlichen Plätzen Berlins gedacht. Unter dem Motto „Mehr Blumen auf dem Kasten“ wird ab Mitte August ein riesiger bepflanzter Blumentopf mit Marzahn-Hellersdorf-Werbung auf dem Alexanderplatz aufgestellt.

Die Kosten zahlt der Bezirk

Die Kosten für die Feierlichkeiten belaufen sich nach Auskunft der Bezirksbürgermeisterin „voraussichtlich auf etwa 200.000 Euro“. Das Geld kommt aus dem Bezirkshaushalt, nicht aus Fördertöpfen. Weitere Veranstaltungen bezahlen und organisieren Vereine und verschiedene Partner.
Alle Termine und weitere Infos zu den Jubiläumsfeierlichkeiten ab 5. Januar unter www.mahe40.berlin (Link ist jetzt noch nicht aktiv!). Die Seite wird auch mit der offiziellen Bezirksamtsseite verlinkt.

Wie es begann 

Die ersten Wohnungen in der Großsiedlung Marzahn wurden bereits im Dezember 1977 bezogen. Das zwölf Meter hohe Denkmal „Steinerne Richtkrone“ des Bildhauers Alfred Bernau an der Allee der Kosmonauten erinnert an das Richtfest für den ersten Wohnblock an der Marchwitzastraße 41-45 am 2. September 1977. Damals gehörte Marzahn noch zu Lichtenberg. 

Der Bezirk Marzahn, zu dem auch die Ortsteile Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf gehörten, wurde am 5. Januar 1979 gegründet. Innerhalb von nur 15 Jahren entstand bis 1992 am nordöstlichen Berliner Stadtrand die größte Neubausiedlung Europas. Etwa 103.000 Plattenbauwohnungen wurden in diesem Zeitraum in Marzahn-Hellersdorf gebaut, dazu Verkehrswege, Schulen, Kindergärten, Verkaufs- und Kultureinrichtungen. Am 1. Juni 1986 wurde der eigenständige Bezirk Hellersdorf aus Marzahn ausgegründet. Seit 2001 sind beide als Großbezirk Marzahn-Hellersdorf vereint. Im Bezirk lebten am 31.12.2017 insgesamt 266.684 Menschen, davon rund 192.000 in den Großsiedlungsgebieten. 

Bei der Bezirksfusion im Jahr 2001 konnte man sich nicht auf einen einzigen Namen einigen, deshalb kam der Doppelname Marzahn-Hellersdorf. Die CDU hatte Wuhletal vorgeschlagen, der Kreisverband nennt sich noch heute CDU Wuhletal.

 

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