Einander zu helfen ist menschlich

365 Tage Inklusion im Jahr

18.03.2014, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel

Lichtenberg. Damit Menschen mit Handicaps gleichberechtigt an der Gesellschaft teilnehmen und teilhaben können, bedarf es ganz praktischer Voraussetzungen. Bordsteinabsenkungen und Auffahrrampen mit erträglichem Anstiegswinkel neben Treppen gehören unbedingt dazu. Für Rollstuhlfahrer sind sie unentbehrlich.

Im Bezirk wurden zwischen 2010 und 2013 jährlich mehr Bordsteine abgesenkt als ursprünglich geplant. Insgesamt gab es bis Ende des vergangenen Jahres nach Angaben der Abteilung Stadtentwicklung 127 Bordsteinabsenkungen an 78 Kreuzungen und Einmündungen. Dafür wurden Haushaltsmittel von 523.900 Euro aufgewendet. Ursprünglich waren in dem Zeitraum nur 42 Maßnahmen für 200.000 Euro geplant. Die Mehrleistungen konnten durch Sonderprogramme des Senats finanziert werden. Seit 2009 in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) inkraftgetreten ist, sind Bund und Länder verpflichtet, „die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen, Benachteiligungen zu verhindern und zweckentsprechende Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstige Maßnahmen zu treffen, um die Vorgaben der Konvention zu realisieren.“ (Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages).

Erleichterung im Alltag
So wurden allein 2013 an 14 Kreuzungen und Einmündungen 30 Bordabsenkungen realisiert, unter anderem an der Zingster- Ecke Ribnitzer Straße, Anna-Ebermann- Ecke Gehrenseestraße und Fanninger- Ecke Hagen- sowie Ecke Gernotstraße. 119.178 Euro haben Land und Bezirk dafür ausgegeben. (Weitere Beispiele dokumentieren unsere Fotos) Nicht nur für Menschen im Rollstuhl bringen die Absenkungen Erleichterung. Ältere Bürger, mit Gehilfe oder Rollator, wissen sie ebenfalls zu schätzen. Jeder abgesenkte Bordstein bedeutet für sie eine Stolpergefahr weniger. Auch für Eltern mit Kinderwagen oder Fußgänger mit Einkaufstrolleys sind abgesenkte Bordsteine vorteilhaft.

Vorschläge für Bordsteinabsenkungen können beim Straßen- und Grünflächenamt eingereicht werden. Amtsleiter Joachim Ehrendreich, Telefon: 9 02 96-65 20 oder per E-Mail: joachim.ehrendreich@lichtenberg.berlin.de. Nach Prüfung und Bestätigung des Bedarfs werden die Vorschläge in eine entsprechende Liste aufgenommen. Über die Prioritäten und die Reihenfolge der Abarbeitung entscheidet der Ausschuss der Bezirksverordnetenversammlung für Soziales, Menschen mit Behinderungen und Mieterschutz. Die geplanten Maßnahmen gehen dann in das Bauprogramm des Straßen- und Grünflächenamtes ein.

Gegenseitige Rücksichtnahme
Sollte an der ein- oder anderen Treppe doch noch die Rampe fehlen oder der abgesenkte Bordstein an der Straßenkreuzung, gehört es darüberhinaus aber wohl zum alltäglichen, guten Miteinander, dass man Anderen ohne viel Aufhebens hilft. Und alle Autofahrer, die es betrifft, bitte aufgemerkt: Die besten abgesenkten Bordsteine nutzen nichts, wenn sie gedanken- und rücksichtslos zugeparkt sind, sei es auch nur mal schnell für fünf Minuten, weil 100 Meter bis zum nächsten regulären Parkplatz angeblich zu weit sind.

 

 

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