20 Jahre Gedenken: DENKOrt

06.11.2018, Volkmar Eltzel

Lichtenberg. Das Bezirksamt Lichtenberg und die Bezirksverordnetenversammlung gedenken gemeinsam mit Angehörigen und Hinterbliebenen der Menschen, die 1945/46 im sogenannten Speziallager Nr. 3 des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten der Sowjetunion (NKWD) in der Genslerstraße in Hohenschönhausen ums Leben kamen.

Das Bezirksamt ruft Lichtenbergerinnen und Lichtenberger zur Teilnahme an der diesjährigen Gedenkveranstaltung am Freitag, 9. November, um 16 Uhr am DENKOrt auf dem städtischen Friedhof Hohenschönhausen in der Gärtnerstraße, Ecke Rhinstraße auf. Am Denkstein und auf dem Denksteinfeld werden Blumen niedergelegt.

Die Gedenkrede hält Konstantin Neumann. Das Bezirksamt lädt Angehörige, Hinterbliebene und Interessierte nach der Gedenkfeier in die Gedenkstätte Hohenschönhausen in der Genslerstraße 66 ein.

Hintergrund:
Zwischen Mai 1945 und Oktober 1946 hatte das Volkskommissariat NKWD das Berliner Lager an der Genslerstraße eingerichtet. Etwa 20.000 Menschen waren dort interniert. Schätzungen zufolge starben damals mehr als 1.000 Häftlinge. Sie fielen Hunger, Kälte und Krankheit zum Opfer und wurden in Massengräbern verscharrt. Die Gebeine der namenlosen Toten wurden auf dem städtischen Friedhof Hohenschönhausen an der Gärtnerstraße bestattet, nachdem sie 1995 bei Suchgrabungen im Umfeld des Lagers gefunden worden waren. Der DENKOrt wurde in Regie des Bezirksamtes realisiert, nach einem Entwurf des Diplom-Designers Manfred Höhne. Dazu gehören das mit Feldsteinen belegte Gräberfeld, der Denkstein mit gusseiserner Tafel und Inschrift, der mit dornigen Sträuchern gesäumte Zugang zum Gräberfeld und der als Labyrinth gestaltete Eingangsbereich aus Eichenbohlen. Zahlreiche Feldsteine stehen anonym für die Toten und erinnern an das Geschehen. Der DenkOrt wurde am 24. Oktober 1998 eingeweiht.

 

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