75.000 Euro gesammelt und ausgegeben für das Gemeinwohl

10 Jahre Bürgerstiftung Lichtenberg

05.10.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1-2), Bürgerstiftung Lichtenberg (3-5). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Eine Festschrift über die zehnjährige Arbeit der Bürgerstiftung Lichtenberg übergaben Vorstandsvorsitzende Kirsten Falk, Geschäftsführerin Karin Strumpf und Vorstand Christina Emmrich am Dienstag, 2. Oktober, an Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Linke). Im Oktober 2008 war die Stiftungsurkunde unterschrieben worden. Voraussetzung war ein Stiftungsgrundstock von 50.000 Euro, der von den Gründungsmitgliedern, u.a. von der Berliner Volksbank, dem Sana Klinikum Lichtenberg, der WGLi und der Howoge sowie Alba, aufgebracht wurde.

Seither unterstützt die Stiftung Projekte in Lichtenberg, „die den Bezirk bereichern, ihn schöner und das Zusammenleben netter machen“, wie Christina Emmrich es ausdrückt. Dabei liege der Fokus auf solchen Vorhaben, die zwar auf guten Ideen basieren, jedoch noch zu klein sind, um kommunal gefördert zu werden. „Projekte zur Unterstützung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sind ebenso ein Hauptthema wie Hilfen für ältere Menschen.”

Nachhaltige Hilfe für Projekte

Dem Projekt „Graue Zellen“ wurde zum Beispiel finanziell unter die Arme gegriffen. Dabei geben Senioren Nachhilfe-Unterricht für Schülerinnen und Schüler der 6. Klassenstufe in Lesen, Schreiben, Physik, Chemie, Astronomie und Biologie.

Von der Stiftung selbst initiiert war das Projekt „100 x 100“: Hundert Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien wurde mit jeweils 100 Euro ermöglicht, regelmäßig in Vereinen und Organisationen Sport zu treiben und zu trainieren, beispielsweise beim Verein SC Borussia Friedrichsfelde und bei der Modern Dance Company Flatback and cry.

Eine Finanzspritze erhielten auch 15 Mitglieder der Rollstuhltanzgruppe „Rock & Wheels“. Damit wurde ihnen die Teilnahme am Wettbewerb „Dance Days Berlin 2018“ ermöglicht. Eines der jüngsten Vorhaben ist die Mitfinanzierung für eine überdachte Sitzgruppe an der Gemeinschaftsschule Grüner Campus Malchow (GCM) mit rund 8.000 Euro.

Bislang wurden so an 65 Projekte insgesamt rund 75.000 Euro ausgereicht! Davon profitierten ca. 8.000 Lichtenbergerinnen und Lichtenberger. „Wir leisten nicht nur Anschubfinanzierungen für die Vorhaben, sondern sichern die Nachhaltigkeit von Projekten, oft durch Hilfen über mehrere Jahre hinweg“, sagte Kirsten Falk, die im Beruf als Zahnärztin tätig ist. Natürlich seien die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. „Wenn das Geld mal nicht reicht, um ein Projekt zu unterstützen, das es eigentlich verdient, dann versuchen wir an andere Stellen zu vermitteln und geben Tipps.“ Die Bürgerstiftung Lichtenberg ist gut vernetzt.

Kleine und große Spenden – jeder Euro zählt

Was auf begründeten Antrag (PDF) ausgegeben werden kann, muss selbstverständlich zuvor durch Spenden eingenommen worden sein. Lichtenberger Unternehmen, Organisationen und auch Privatpersonen tragen dazu bei. Dabei reichen die Spenden von kleinen Einmalbeträgen über regelmäßige Beiträge bis hin zu großen Summen, die im Übrigen alle steuerlich geltend gemacht werden können. Die Haupteinnahmen werden auf den jährlichen Benefizgalas erzielt. Die Zehnte findet am 9. März 2019 im Theater an der Parkaue statt. Viele Künstlerinnen und Künstler wirken an einem vielfältigen, bunten Programm mit und verzichten auf ihre Honorare für den guten Zweck. Auch der Eintritt von 15 Euro pro Person geht dafür in das Stiftungskapital ein. Ebenso wie die zusätzlichen Spenden der Veranstaltungsbesucher. „Unser Ziel sind an diesem Tag Einnahmen von rund 10.000 Euro“, sagte Geschäftsführerin Karin Strumpf.

Grund zum Feiern

„Wir haben in den zehn Jahren unseres Bestehens sehr solide gearbeitet“, so Christina Emmrich. Nahezu alle Gelder, die eingenommen wurden, seien an förderwürdige Projekte auch wieder ausgegeben worden. Alle, die für die Stiftung arbeiten, machen dies ehrenamtlich. Selbst die 16-seitige Jubiläumsbroschüre sei in ehrenamtlicher Arbeit und mit nur minimalen Druck-Kosten entstanden. Am Mittwoch, 10. Oktober, wird das zehnjährige Jubiläum mit einer Festveranstaltung im Kulturhaus Karlshorst begangen. Bürgermeister Michael Grunst (Linke) nutzt den Anlass, um traditionsgemäß engagierte Lichtenbergerinnen und Lichtenberger mit der Bürgermedaille zu ehren. „Ich gratuliere herzlichst und wünsche der Stiftung weiterhin viel Erfolg“, sagte er. „Ohne den Einsatz der Mitglieder und der Sponsoren wären viele Projekte so nicht realisiert worden.“
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten unter: www.buergerstiftung-lichtenberg.de

 

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