Drinnen + draußen

Wo sind die Pokémons?

26.03.2017, Gudrun Bender

Foto: Gudrun Bender

Erinnern Sie sich noch an den letzten Sommer? Nicht an das Wetter, das meiner Meinung nach nicht gerade besonders war – mit einigen Ausreißern zum Guten und zum Schlechten. Ich denke an die Menschenmassen, die mit gesenktem Haupt und stierem Blick auf ihre Smartphones guckten ohne auf Umwelt und Straßenverkehr zu achten. Pokémon go hieß der Hype des Sommers 2016, kaum ein Ort, an dem keine virtuellen Gespenster gefangen wurden. Weltweit, und so natürlich auch in Berlin. Ob am Brandenburger Tor, vor der Gedächtniskirche oder auch auf den Plätzen vor den Rathäusern in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, überall waren die Geisterjäger in Aktion. Selbst an lauschigen Stellen wie im Wuhletal, wo man üblicherweise hingeht, um die Natur zu genießen, tauchten plötzlich viele junge und gar nicht mehr so junge Leute auf. Auch dort waren nämlich kleine Geister zu erhaschen, wie mir von ihnen erzählt wurde.

Die App gibt es zwar noch, das Game wird auch noch genutzt, aber in Maßen. Menschentrauben bilden sich nicht mehr, kleine (Quäl)Geister haben halt nur eine geringe Halbwertzeit. Schon im Herbst flaute die Begeisterung ab, auch wegen des beginnenden nasskalten Wetters. Macht halt wenig Spaß, dann im Freien mit dem Smartphone herumzugeistern..

Jetzt rennt Super Mario

Jetzt hat der Frühling begonnen, ein weiterer Sommer steht bevor. Dass die Pokémons nun wieder lebendiger werden, ist wohl nicht zu erwarten. Denn längst haben andere Spiele die virtuelle Welt erobert. Darunter ist auch ein alter Bekannter: Super Mario. Den gibt es seit einigen Monaten zunächst fürs iPhone, jetzt auch für Android als „Super Mario Run“. Für viele Spieler ist das Comeback des kleinen Handwerkers wohl auch eine Erinnerung an die eigene Kindheit – immerhin zählte der etwas kurz gewachsene und dickliche italienische Klempner schon ab den 1980er-Jahren zu den beliebtesten Computerspielen weltweit.

Super Mario flitzt allerdings nicht durch Lichtenberg oder Marzahn-Hellersdorf, sondern hüpft durch seine vorbestimmten 24 Level. Falls er doch einmal im Wuhletal landen würde, könnte er dort auf verlassene Geister stoßen. Es ist schließlich keinesfalls klar, ob tatsächlich alle Pokémons gefangen wurden oder immer noch welche herumspuken. Wenn Ihnen also bei ihren Spaziergängen etwas gespenstisch vorkommen sollte, wissen Sie warum…

 

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