Hund + Katz

Die Grillparty

02.07.2017, Birgitt Eltzel

Zeichnung: Birgitt Eltzel

Der Sommer hat begonnen, wir haben Freunde zur Grillparty eingeladen. Hund Rudi freut sich. Er ist ganz aufgeregt: „Besuch, Besuch, Besuch!“, jubelt er. Endlich kommt mal Leben in die Bude. Nicht nur, dass ganz viele Streicheleinheiten zu erwarten sind. Bestimmt hat der eine oder andere ja auch etwas mitgebracht. Einen Kauknochen vielleicht oder Hundeleberwurst, Leckerli verschiedener Art. Besuch ist toll, findet der Hund. Sobald es an der Tür schellt, hockt Rudi davor. Um dann, kaum sind die Gäste hereingekommen, schwanzwedelnd vor ihnen her zu hüpfen: „Ich hab’ ja schon so lange auf Euch gewartet“, besagt das. Und: „Packt schon mal ganz schnell die Naschereien aus, ich habe doch sooo einen Appetit.“ Die meisten tun schnell wie geheißen. Wer kann schließlich schon widerstehen, wenn er so überschwänglich begrüßt wird?

Menschen können einfach nicht an sich halten

Kater Winnie betrachtet das Geschehen aus der Ferne, gut versteckt unter einem Stuhl. Schon wieder wird man gestört, denkt er. Jetzt wird’s laut, die Menschen können einfach nicht an sich halten. Keine Disziplin, dabei sind sie doch schon alle deutlich dem Kindesalter entwachsen. Und erst der Hund, der ist ja wieder völlig von der Rolle. Wie das nervt, wenn man eigentlich gerade sein Schönheitsschläfchen auf dem Plan hatte. Oder sich im Garten ganz ruhig auf die Lauer legen wollte, nur für den Fall, dass einem ein vorwitziges Vöglein quasi ganz von allein ins Maul fliegt. Winnie zeigt uns und den Besuchern die kalte Schulter und verschwindet im Nachbargarten. Dort, hinter dem Rhabarberstrauch, stört ihn niemand. Höchstens vielleicht ein Vöglein, das es dann aber sofort bereuen wird.

Wenn nix mehr los ist, freut sich die Katze

Mit fortlaufendem Abend wird der Hund ruhiger. Die Naschereien sind vertilgt, das eine oder andere Zusatzhäppchen auch. Er ist satt und zufrieden, die Menschen ebenfalls. Bei manchem macht die Zunge nicht mehr ganz so, was sie soll – Wein und Bier zeigen Wirkung. Die Grillkohle verglüht langsam, auf dem Tisch werden Kerzen angezündet. Rudi macht sich auf ins Hundebettchen. Ist schließlich nix mehr los.

Nun schleicht Winnie heran. Er streicht um die Beine, um plötzlich einem der Gäste auf den Schoß zu springen und sich dort laut schnurrend bequem einzukuscheln. Gemeinsames Chillen macht Spaß. Warum eigentlich nicht gleich so? Aber er weiß schon aus Erfahrung: Mensch und Hund brauchen erst einmal Krach, um danach zur Ruhe zu finden. Ganz anders die Katze. Die lebt tagtäglich das Motto: In der Ruhe liegt die Kraft. Da macht auch eine Party keine Ausnahme.

 

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