Drinnen + draußen

Weniger Dreck 2018!

07.01.2018, Gudrun Bender

Fotos: Birgitt Eltzel

Die einen sagen, dass diesmal zu Silvester weniger geböllert wurde und auch weniger Reste der Pyrotechnik herumlagen, mit der das neue Jahr begrüßt wurde. Andere beklagen tagelangen Lärm mit extra starken Krachern und nachfolgenden Müll auf Straßen und Plätzen, ja sogar auf Spielplätzen (!), den natürlich keiner der Verursacher eigenhändig wegräumte. Statt selber zu Schippe und Besen zu greifen, wurde auf die Stadtreinigung oder den Hausmeister gewartet (haben wir schließlich durch unsere Steuern und die Miete bezahlt, lauten gängige Ausreden).

Wir selbst schließen uns eher der zweiten Meinung an, sind lärm- und feinstaubempfindlich. Vielleicht, weil wir einen Hund haben, der sich schon einen Tag vor der Neujahrsnacht nur noch in den frühen Morgenstunden zum Rausgehen bewegen ließ und sich danach angstvoll hechelnd zwischen Sofa und Regal versteckte. Bis heute lässt er sich nur schwer zu Spaziergängen überreden, schließlich böllert es, obwohl verboten, noch immer hier und da. Manche Leute müssen einen nahezu unerschöpflichen Vorrat angelegt haben, um es krachen zu lassen.

Is’ mir doch egal

Wahrscheinlich sind es dieselben Zeitgenossen, die dann auch den Abfall einfach liegenlassen – irgendwer wird den schon wegräumen! Und wenn nicht gleich, dann irgendwann. Ob sich an herumliegenden Scherben Tiere oder Kinder schneiden, vielleicht auch der eine oder andere Autoreifen nachgibt, stört sie nicht: Is’ mir egal, lautete bereits Ende 2015 ein Berlin-Hit. Die Botschaft scheint bei vielen in der Stadt eine Lebensmaxime geworden zu sein.

Hoffen wir, dass es nicht das ganze Jahr 2018 so bleibt. Denn mal ehrlich: Was ist schön an zugemüllten Straßen, an Parks mit diversen Picknickresten oder an Liegeplätzen auf Wiesen, wo Flaschen und Plastikverpackungen herumliegen? Mein Wunsch für 2018 jedenfalls lautet: Weniger Dreck in der Stadt! Dazu können wir alle beitragen. Bücken und Abfall zur Mülltonne tragen, tut schließlich nicht weh. Es trainiert sogar ein wenig die Muskeln. Und für die Rücksichtlosen, die immer noch meinen, sie könnten sich auf Kosten aller ausmisten, wünschte ich mir mehr Kommunalpolitiker wie die Neuköllner Bürgermeisterin Franziska Giffey, die den Müllferkeln den Kampf angesagt hat – und diese konsequent zur Kasse bittet. Regeln haben wir schließlich genug. Man muss sie bloß mal konsequent durchsetzen.

 

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