Kunst in Lichtenberg: Die 10. Lange Nacht der Bilder (3)

Vom Totem zu Tropfen und Ringen

26.08.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Lichtenberg. Zum 10. Mal findet in Lichtenberg die „Lange Nacht der Bilder“ statt. Am 15. September können Besucher von 18 bis 24 Uhr an 35 verschiedenen Orten kostenlos die künstlerische Vielfalt des Bezirks erleben. Lichtenberg wird in der Kunstszene immer beliebter, der Bezirk zieht Künstler vieler Genres an. Präsentiert wird die Lange Nacht von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge als Hauptsponsor, LichtenbergMarzahnPlus und das Bezirks-Journal sind Medienpartner. Bis zum 15. September stellen wir in einer Serie verschiedene Kunstorte und Kreative vor.
Heute: Die Initiative Lichtenberg Open Art (LOA).

Open-Air-Galerie durch den Bezirk

Sie sind riesig – die Wandbilder in der Reihe LOA (Lichtenberg Open Art). Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge will mit den 500 Quadratmeter großen Gemälden an Wänden von Plattenbauten eine Open-Air-Galerie begründen, die sich quer durch den ganzen Bezirk zieht. Dabei kann sie auch auf schon in den vergangenen Jahren Geschaffenes aufbauen. Denn bereits zu DDR-Zeiten wurden mit Kunst am Bau Gebäude verschönert. Spektakulär war dann 1999 das „Gustavo-Haus“. Der bekannte spanische Künstler hatte in der Franz-Jacob-Straße 1 ein Doppelhochhaus mit seinen quietschbunten Figuren zum Hingucker gemacht. Und mit dem Friedrichsfelder Tryptichon in der Straße Am Tierpark ließ die Wohnungsgenossenschaft Solidarität französische Künstler sogar eines der größten Wandbilder der Welt (ca. 22.000 Quadratmeter) schaffen.

Auftakt 2012 mit Christian Awe

Die LOA-Initiative wurde im Jahr 2012 gestartet. Der aus Lichtenberg stammende Streetart-Künstler Christian Awe hatte in der Frankfurter Allee 192, gegenüber der früheren Zentrale des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit, ein weithin zu sehendes, abstraktes Wandbild mit vielen Blau- und Rottönen geschaffen. Ganz und gar nicht abstrakt geht es bei dem ebenso großen Bild des US-amerikanischen Künstler-Duos JBAK – James Bullough und Addison Karl – an der Landsberger Allee 228 B. Das 2014 entstandene Giebelgemälde „Totem“ zeigt drei miteinander verbundene Großfiguren, sich haltend und stützend. Die Künstlergruppe KLUB7 hat ihr Fassadenkunstwerk am Warnitzer Bogen (Warnitzer Straße 28), ein Geschenk zum 30. Geburtstag von Neu-Hohenschönhausen im Jahr 2015 „Aufbruch in neue Welten“ genannt: Eine stilisierte Rakete fliegt, vorbei an einem Sternenhimmel, durch wundersame Gegenden. Ganz neu, erst im Juli dieses Jahres enthüllt, ist das Werk des Hamburger Künstlers 1010 (sprich: ten ten) „Tropfen und Ringe“ an der Erich-Kurz-Straße 9–11 in Friedrichsfelde, direkt gegenüber dem Tierpark (Heinrich Dathe-Platz). Ineinanderfließende Tropfen, die wundersame Figuren bilden, verschönern den Giebel des Plattenbaus und lassen viel Raum für die Fantasie des Betrachters.

2018 kommt wieder ein neues Wandgemälde

Lange werden „Tropfen und Ringe“ nicht das neueste Kolossalgemälde in Lichtenberg bleiben. Schon bei dessen Enthüllung hatte Howoge-Chefin Stefanie Frensch angekündigt, dass bereits 2018 ein weiteres Wandbild in der LOA-Initiative geplant ist. Wo, sagte sie aber noch nicht. Ein wenig Spannung muss schließlich bleiben.

Alle LOA-Wandbilder werden zur „Langen Nacht der Bilder“ extra angestrahlt und bieten damit ein besonders stimmungsvolles Ambiente. 

Weitere Informationen hier…

 

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