Kunst in Lichtenberg: Die Lange Nacht der Bilder (4)

Videoinstallation und Illumination

02.09.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-6), BLO-Ateliers (7-10)

Lichtenberg. Zum 10. Mal findet in Lichtenberg die „Lange Nacht der Bilder“ statt. Am 15. September können Besucher von 18 bis 24 Uhr an 35 verschiedenen Orten kostenlos die künstlerische Vielfalt des Bezirks erleben. Denn Lichtenberg wird in der Kunstszene immer beliebter, immer häufiger zieht der Bezirk Künstler vieler Genres an. Präsentiert wird die Lange Nacht von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge als Hauptsponsor, LichtenbergMarzahnPlus und das Bezirks-Journal sind Medienpartner. Bis zum 15. September stellen wir in einer Serie verschiedene Kunstorte und Kreative vor.
Heute: Die BLO-Ateliers an der Kaskelstraße 55.

Wo fast 100 Jahre lang Lokomotiven und Züge gewartet wurden, hat die Kunst ein ganz besonderes Refugium: Auf dem rund 12.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Kaskelstraße und der Brücke zum S-Bahnhof Nöldnerplatz ist innerhalb von knapp 15 Jahren eine der größten Ateliergemeinschaften Berlins entstanden. Etwa 80 Kreative der verschiedensten Genres arbeiten in den früheren Eisenbahngebäuden, aus denen die letzten Bahn-Mitarbeiter im Jahr 1999 ausgezogen waren. Die BLO-Ateliers, so genannt nach der Abkürzung für den einstigen Betriebsbahnhof Lichtenberg Ost, werden seit 2003 vom eigens dafür gegründeten Verein Lockkunst e.V. betrieben. Im Jahr 2015 wurde der Vertrag für die Weiternutzung des Areals durch die Künstler bis zunächst 2024 verlängert.

50 Studios und Werkstätten

Es sind Künstler und Kunsthandwerker verschiedenster Genres, die dort in 50 Studios und Werkstätten wirken – von im weitesten Sinne Bildenden Künstlern wie Malern, Zeichnern, Bildhauern, aber auch Modedesignern und Siebdruckern über Vertreter der Darstellenden Künste bis hin zu Bogen- und Bambusfahrradbauern. Sie haben sich auf dem verlassenen Bahngelände eine grüne Oase geschaffen. Grün belaubte Bäume säumen die Wege zwischen den verschiedenen Gebäuden, der vom „Hexenhaus“ nahe dem Eingang, seinerzeit Sitz des Betriebswerksmeisters, bis zur „Villa Separatista“, dem einst wie ein Hotel gebauten Haus, in dem Lokführer übernachten konnten, führt. Es gibt Bienenstöcke und auch einen kleinen Garten, in dem allerlei Kräuter und Gemüse wachsen. Die vielbefahrene S-Bahntrasse und der nahe Kaskelkiez scheinen weit weg. Ein guter Ort für Kreativität.

Guter Name in Berliner Kunstszene

Dieser ist längst kein Geheimtipp mehr. Kamen anfangs zu Veranstaltungen und Events wie den regelmäßigen Tagen der offenen Tür und der langen Bildernacht (die Ateliers sind von Beginn an dabei!) vor allem die Nachbarn aus den nahegelegenen Wohnquartieren im Bezirk Lichtenberg, erzählt Cornelia Es Said, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der BLO-ler, erscheinen inzwischen immer mehr Leute aus anderen Teilen Berlins. „Viele Kunstinteressierte aus der ganzen Stadt kommen“, sagt Es Said, die als Malerin ein kleines Atelier in der „Villa Separatista“ hat. Die BLO-Ateliers haben sich einen guten Namen in der Berliner Kunstszene gemacht.

Auch syrischer Künstler zeigt seine Arbeiten

Bei der kommenden „Langen Nacht der Bilder“ öffnen 16 BLO-Künstler ihre Ateliers bzw. zeigen ihre Werke, dazu kommen sechs Gast-Aussteller. Unter den Kreativen ist mit Yaser Safi aus Syrien (Malerei, Grafik, Skulpturen) auch ein sogenannter Residenzkünstler. Der 1976 Geborene nimmt am Programm „Hier & Jetzt“ teil, das die BLO-Macher für Künstler im Exil ins Leben gerufen haben. Jeweils zwei Monate können drei Künstler im Gaststudio K22 arbeiten. Gefördert wird das Projekt u.a. durch den Bezirkskulturfonds Lichtenberg.

Stephanie Furchert aus dem Orga-Team für die Lange Nacht, sagt, dass es Ausstellungen und offene Werkstätten rund um das Kantinengebäude, das Hexenhaus und die Gießerei geben wird. Bilder werden zu vergünstigten Preisen angeboten („Kunst to go“), es gibt Videoinstallationen, außerdem wird das Gelände illuminiert. Ob so viele Gäste wie vor zwei Jahren erscheinen werden, wo der Auftakt zu dem schon traditionellen Lichtenberger Event in den BLO-Ateliers erfolgte? „Damals war es gepackt voll“, sagt sie. Mindestens 1.000 Besucher seien gekommen. Mit mehreren hundert Besuchern wird auch diesmal gerechnet, vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Dann gibt es nicht nur Kunst, sondern auch nächtliche Romantik auf dem alten Bahngelände – und natürlich auch Musik und eine Art-Kitchen mit türkischer Fusionsküche.

Weitere Infos zu den BLO-Ateliers  und dem Programm hier…

 

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden