Verjüngungskur für Kaufpark Eiche

29.09.2017, Marcel Gäding

Neues Logo, alter Name: Der Kaufpark Eiche hat den Charme der 1990er-Jahren hinter sich gelassen. Fotos: Marcel Gäding

Hellersdorf. Die Verjüngungskur des Kaufpark Eiche ist nach gut vier Jahren abgeschlossen. Außen wie innen wurde das 1994 eröffnete Einkaufszentrum komplett umgestaltet – und das bei laufendem Betrieb. Stammkunden, die lange nicht dort waren, werden es kaum wiedererkennen. Obwohl die Größe der Verkaufsfläche unverändert ist, hat sich die Zahl der Shops nahezu verdoppelt. Hauptanziehungspunkt soll eine 14 Meter lange Rutsche sein, die es nach Angaben des Eigentümers in dieser Form kein zweites Mal in der Bundesrepublik gibt.

Donnerstagvormittag hatten Fassadenkletterer noch eine überdimensionierte Geschenkschleife an einem der Eingänge des Kaufparks Eiche angebracht, während Bauarbeiter kleine Restarbeiten ausführten. In den kommenden Tagen wird auf dem Areal direkt an der Grenze zwischen dem Landkreis Barnim und dem Bezirks Marzahn-Hellersdorf groß gefeiert. Sonntag ist sogar von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Man habe allen Grund, stolz zu sein, sagt Centermanagerin Ines Ritter. Es sei um viel mehr als um einen Farbanstrich gegangen. „Was hier in der Kürze der Zeit entstanden ist, kann man durchaus als kleines Juwel bezeichnen.“

Vom Kaufpark Eiche blieb nur der Name

Vom alten Kaufpark Eiche ist nur der Name geblieben. Die einst dunklen Gänge zwischen den alten Läden sind ebenso verschwunden wie die lediglich von einem Dach überspannten, zugigen Verbindungen zwischen dem Haupthaus und den Fachmärkten nebenan. Architekt Michael Maas stellte das gesamte Gelände mit seinen Gebäuden aus den 1990er-Jahren auf den Kopf: neue Fassade, moderne Lichtkonzepte und einige Anbauten, dazu übergroße Haupteingänge, breite Gänge zwischen den Läden und immer wieder grüne mit täuschend echt wirkenden Plastikgräsern gestaltete Mittelinseln. Obwohl die Verkaufsfläche nicht vergrößert wurde, wurde die Zahl der Geschäfte von 79 auf 130 erhöht. Fast alle bekannten Marken haben sich im Kaufpark Eiche eingemietet. Dazu kommen gastronomische Einrichtungen und bekannte Ketten wie Media-Markt, Kaufland, Nike und Rossmann. Mit dem einstigen Charme eines Einkaufstempels auf der grünen Wiese hat der neue Kaufpark nun nichts mehr zu tun. Selbstbewusst sprechen die Betreiber des Kaufparks daher auch von der neuesten „Sehenswürdigkeit der Region“.

Komplexer Umbau bei laufendem Betrieb

Den Ausschlag für den Radikalumbau, den Projektentwickler Christian Diesen als Revitalisierung bezeichnet, gab einerseits, dass der einst im Kaufpark Eiche ansässige Baumarkt seine Flächen zur Verfügung stellte. Andererseits sei man im Gespräch mit Kunden immer wieder darauf hingewiesen worden, dass der Kaufpark doch ziemlich in die Jahre gekommen sei, sagt Centermanagerin Ines Ritter. Trotz Vollvermietung und bis zu sieben Millionen Besuchern im Jahr habe man schließlich den Schritt gewagt, den Kaufpark für die kommenden 20 Jahre fit zu machen. „Vor uns lag eine komplexe Aufgabe, allein, weil ein Großteil der Geschäfte weiter geöffnet hatte“, sagt Projektentwickler Christian Diesen. Es sei anspruchsvoll gewesen, das alles zu organisieren. Eigentümer des Kaufparks ist ein Konsortium aus der niederländischen „Christie B.V.“ und und der redos-Gruppe. Zum Portfolio gehört auch der Havelpark in Dallgow-Döberitz (Havelland).

Während man sich im Kaufpark Eiche freut, dürfte man die Entwicklung in der Nachbarschaft im nur zwei Kilometer entfernten Zentrum von Hellersdorf mit Argwohn betrachten. Dort leidet die „Helle Mitte“ unter wegbleibenden Kunden sowie leerstehenden Geschäften. Der Konkurrenz im nahen Brandenburg Paroli zu bieten, dürfte nach dem Umbau des Kaufparks nun noch schwerer fallen. Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftsstadtrat Johannes Martin (CDU) sagt auf Nachfrage von LiMa+, dass die „Helle Mitte“ künftig weiter und stärker zu einem Standort der Gesundheitswirtschaft entwickelt werden solle. „Das wird unser Fokus sein“, sagt Martin. In Sachen Einzelhandel sei das Zentrum vom Hellersdorf einfach nicht konkurrenzfähig. Für mehr Leben soll dennoch gesorgt werden. Veranstaltungsformate wie das Classic Open-Air kämen gut bei den Leuten an. Davon könnte es weitere geben, sagt Martin.

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