Sportmuseum: Einbrecher stehlen Trikots früherer DDR-Nationalspieler

Ungewöhnliches Diebesgut

16.05.2018, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding (1), Bezirkssportbund (2-3)

Marzahn. Die oder der Täter kam(en) von hinten: Deutlich sind noch die Spuren des Einbruchs zu sehen. Über den Gymnastikraum von Eintracht Berlin ging es gezielt ins Sportmuseum. Die Beute: Zwei wertvolle, handsignierte Trikots von Spielern der DDR-Fußballnationalmannschaft.

Waren es Fans?

Der Einbruch liegt schon einige Wochen zurück: In der Nacht vom 23. auf den 24. März drangen Unbekannte in das Haus des Sports ein. Dort – an der Eisenacher Straße – befindet sich auch das DDR-Sportmuseum. Unzählige Exponate früherer und heutiger Spitzensportler sind da zu sehen: Trikots, Pokale, Rennräder und Siegertreppchen. Neben den Ausstellungsräumen gibt es im Sportmuseum auch ein umfangreiches Archiv. Für Fans des DDR-Sports eine wahre Fundgrube. Von unschätzbarem Wert sind deshalb auch die beiden beim Einbruch entwendeten Trikots: Eines ist von den früheren Nationalspielern Peter Ducke, Hannes Frenzel, Wolfgang Seguin, Manfred Zapf und Eckhard Ehrke signiert. Das andere trägt die Unterschriften von Berndt Schultz, Otto Fräßdorf, Bernd Brillat, Wolfgang Seguim, Frank Geyer, Torsten Gütschow, Frank Terletzki, Frank Schuth, Peter Sykora, Bernd Wunderlich und Frieder Andrich.

Noch keine Erkenntnisse

Bislang tappt die Polizei im Dunkeln. Über den Tathergang gibt es nur wenige Informationen. Fakt ist: Der oder die Täter müssen sich in den Räumen ausgekannt und gewusst haben, dass es eine Alarmanlage gibt. Gut acht Minuten dauert es im Schnitt zwischen dem Auslösen und dem Eintreffen der Polizei. In dieser Zeit, so viel lässt sich sagen, liefen der oder die Täter gezielt in die Büros von Sportmuseumschef Wolfgang Turowski und eines Mitarbeiters. In Turowskis Büro lagen auch Schlüssel zu weiteren Räumen – in einer Dekoschatzkiste im Regal. Auch die Trikots hatten dort ihren Platz. „Zudem wurde ein Laptop entwendet“, sagt Jan Lehmann, der Vorsitzende des Bezirkssportbundes und damit auch für das Sportmuseum verantwortlich. Das Gerät war allerdings schon einige Jahre alt und dürfte im Fall eines Weiterverkaufs wohl nur wenig Geld bringen. Fraglich ist auch, welchen Wert die gestohlenen Trikots haben. So ohne weiteres lassen sich diese nicht verkaufen. Merkwürdig ist auch der Rest auf der Liste des Diebesgutes: USB-Verlängerungskabel, zwei Trikots von Hertha BSC sowie der Nationalmannschaft Paraguay, 80 adressierte Briefumschläge mit Einladungen zur Veranstaltung „Zehn Jahre Sportmuseum“ und ein USB-Verteiler.

Hoffen auf Hinweise

Das Sportmuseum recherchiert nun in Online-Verkaufsplattformen. Außerdem hofft Jan Lehmann auf Hinweise aus der Bevölkerung. Tipps nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Das Sportmuseum ist unter Tel. 030-56 49 70 32 erreichbar.

 

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