Der U-Bahnhof Kienberg – Gärten der Welt ist modernisiert

Empfangsbereit zur Garten-Schau

12.04.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern und für die Bildunterschriften bitte auf das Startbild klicken!

Hellersdorf. Pünktlich vor der Eröffnung der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 ist auch die Modernisierung des U-Bahnhofs Kienberg – Gärten der Welt, der bis Dezember 2016 Neue Grottkauer Straße hieß, abgeschlossen worden. Die 1989 gebaute Station der U-Bahnlinie 5 (Alexanderplatz – Hönow) wurde mit Kosten von rund 7,5 Millionen Euro bei laufendem Betrieb umgebaut. Es entstanden nicht nur zwei ansehnliche Zugangsgebäude, die sich mit ihren geschwungenen Dächern architektonisch an die nur etwa 100 Meter entfernte Seilbahnstation anlehnen. Auch die Treppenhäuser sind nun freundlicher. Dort wurde ein heller Belag angebracht. Dieser sei vandalismusresistent, versicherte Uwe Kutscher, Leiter der Bauabteilung der BVG, bei der Vorstellung des aufgemöbelten U-Bahnhofs am Dienstag, 11. April. „Wir haben vorher geprüft, dass Graffiti dort auch wieder mit normalen Haushaltschemikalien abgewischt werden können.“ Sogar Wände mit Blumenmotiven auf Glas gibt es. Das bestehende Bahnsteigdach wurde mit hellen Metallpaneelen verkleidet, die Beleuchtung dort integriert. Auch der Bodenbelag wurde erneuert, ebenso die Bahnhofstechnik.

Barrierefrei ausgebaut

Die gesamte Station ist laut Kutscher barrierefrei ausgebaut. Neben einem taktilen Blinden-Leitsystem hat der Bahnhof, anders als andere im Bezirk, bereits seit einigen Monaten einen Aufzug. Die vorhandene Rampe für Fußgänger wurde ebenfalls saniert. Nicht ganz so aufwändig umgebaut wurde allerdings der ins angrenzende Wohngebiet führende Südausgang. „Wir haben aber auch diesen in Ordnung gebracht. Er ist frisch gestrichen, die Fenster wurden neu gemacht“, erklärte Kutscher.

Keine Aufsicht rund um die Uhr

Das frühere Betriebshäuschen auf dem Bahnsteig wurde ebenfalls in die Modernisierungsmaßnahmen einbezogen. Allerdings heißt das nicht, dass dort ständig Personal sein wird. Peter Diedering, der seit 1948 im Bezirk wohnt, zu DDR-Zeiten im U5-Baustab arbeitete und heute Rentner ist , beklagte das bei der Vorstellung der modernisierten Station. Er erzählte, dass es bereits in den vergangenen Nächten Vandalismus auf dem Bahnhof gab. „Da wurden sogar Verkleidungen von einem Kiosk herausgerissen“, sagte er. Uwe Kutscher sagte, dass während der IGA die Sicherheitsmaßnahmen im U-Bahnhof größer als sonst sein werden: „Da wird es dann mehr Personal geben, allerdings auch nicht rund um die Uhr.”

Züge im 5-Minutentakt

Prognosen besagen, dass 50 Prozent der IGA-Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen werden, davon 90 Prozent mit der U5. Zu den Hauptanreise- und Abreisezeiten der Gäste fahren die Züge deshalb im 5-Minutentakt. Der dichte Takt gilt montags bis donnerstags von 5.30 bis 12 Uhr (in den Schulferien ab 9 Uhr) und von 15 bis 18.30 Uhr. Freitags fahren die Züge ebenfalls von 5.30 bis 12 Uhr, dann aber bereits ab 14 Uhr (bis 18.30 Uhr) alle 5 Minuten. Sonnabends und sonntags gilt der 5-Minutentakt von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr.

Auch die Busse fahren öfter

Angepasst wird auch das Angebot der Buslinien X69 und 195. Während auf der Linie X69 die Busse sonntags von 9 bis 20 Uhr alle 20 Minuten fahren (bisher 10 bis 19 Uhr), gilt beim 195er-Bus während der IGA am Wochenende der 10-Minutentakt von 9 bis 19.30 Uhr (statt wie bisher von 10 bis 18.30 Uhr). „Es sind auch in den Ferien keine Einschränkungen geplant“, versicherte Kutscher.

Bleibt der „Musterbahnhof“ ein Unikat?

Laut dem Bau-Chef der BVG sollte der Bahnhof Kienberg – Gärten der Welt ein Musterbahnhof dafür sein, wie die weiteren zwischen Biesdorf-Süd und Hönow zu DDR-Zeiten entstandenen U-Bahnhöfe „mittelfristig ebenfalls ein zeitgemäßeres Ambiente“ bekommen können. Doch aktuell werde darüber nicht nachgedacht. Denn die Denkmalschützer prüfen derzeit, ob diese Bahnhöfe in die Berliner Denkmalliste aufgenommen werden sollen. „Es könnte also sein, dass unser Musterbahnhof ein Unikat bleibt“, sagte Kutscher. Denn wenn der Denkmaleintrag komme, werde wohl nur eine Sanierung, keine komplette Umgestaltung möglich sein.

 

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