Hellersdorfer sagen Schmutz im Kiez den Kampf an

Mit Tüten gegen Häufchen

04.04.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Helle Hunde e.V. (1-2), Birgitt Eltzel (3) Zum Vergrößern und für die Bildunterschriften bitte auf das Startbild klicken!

Hellersdorf. Im Kiez an der Riesaer Straße gibt es jetzt vier Spender für Hundekotbeutel sowie zwei entsprechende spezielle Sammelbehälter. Das soll mithelfen, eines der Ärgernisse im Viertel anzugehen. Denn dort, wie überall in Berlin, liegen immer wieder Hinterlassenschaften von Hunden herum. „Nun gibt es erst recht keine Ausreden für Hundebesitzer mehr, die Häufchen nicht zu beseitigen, weil man gerade keine Tüte mit dabei hat“, sagt Melissa Schneider.

Projekt Tütenpaten

Die 27-jährige Sekretärin leitet das Projekt “Tütenpaten” des im August vergangenen Jahres gegründeten Vereins Helle Hunde e.V. Etwa 50 Mitglieder hat der Verein, der sich gerade an der Quedlinburger/Weißenfelser Straße einen eigenen Hundeplatz auf einer mehr als zehn Jahre brachliegenden Fläche baut. Denn mit dem neuen Berliner Hundegesetz wird der Freilauf für die Tiere noch stärker als in den früheren Jahren reglementiert. Auf dem Vereinsgelände sollen ab Frühsommer 2017 Hunde aller Rassen miteinander toben können. Vereinsmitglied kann jeder werden – er muss nur eine einmalige Aufnahmegebühr von 10 Euro sowie monatlich 5 Euro Mitgliedsbeitrag zahlen, zudem jeden Monat mindestens zwei Arbeitsstunden leisten.

Miteinander in den Kiezen fördern

Doch nicht nur um die eigenen Hunde geht es den Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins, der sich das Motto “sozial für Hund und Mensch” gegeben hat. “Wir wollen das Miteinander in den Kiezen fördern”, sagt Melissa Schneider, die selbst eine Boxerhündin hat. Und dazu gehöre auch, dass das lästige Problem des herumliegenden Hundekots angegangen werde, das  viele Hundebesitzer ebenfalls ärgere. Deshalb wurden am vergangenen Mittwoch, 29. März, vier Tütenspender und zwei Mülleimer im Bereich der Genossenschaft Hellersdorfer Kiez eingeweiht. Diese tragen das Logo der Tütenpaten: einen Hund auf blauem Grund, der aus einer Hütte schaut. Finanziert wurden Behälter und Tüten von der Genossenschaft. Für das Befüllen mit Tüten und das Leeren der Mülleimer sorgen ehrenamtlich zwei Frauen aus dem Quartier, die “Tütenpaten”, die das in ihre regelmäßigen täglichen Gassi-Runden einbauen.

Probleme am Boulevard

Bereits seit November vergangenen Jahres gibt es Tütenspender, die der Verein aufgestellt hat, auf dem Boulevard Kastanienallee. Finanziert und unterstützt wurde das Projekt anfangs aus dem Kiezfonds des Quartiersmanagements sowie von der Deutsche Wohnen, dem größten Vermieter im Gebiet. Doch nun gibt es Probleme mit der Weiterfinanzierung, weshalb die Spender zunächst nicht weiter mit Tüten bestückt werden. Denn die Deutsche Wohnen wollte das Projekt nur noch mit 500 Euro unterstützen. „Um die Spender weiterhin ordentlich zu betreiben, sind aber etwa 2.400 Euro jährlich notwendig“, sagt André Kiebis, der Vereinsvorsitzende von “Helle Hunde”. Die Kalkulation des Vereins geht dabei von 400 Tüten wöchentlich pro Spender aus. Diese auf eigene Rechnung zu kaufen, ist dem Verein, dessen Mitglieder bereits viele Dinge auf dem künftigen Hundeplatz eigenständig finanzieren, nicht möglich. “Das Projekt Tütenpaten soll ein Vorhaben für den ganzen Kiez sein”, sagt André Kiebis. “Denn den Gewinn haben alle, wenn es funktioniert.” Er hoffe deshalb auch auf eine regelmäßige finanzielle Beteiligung der Vermieter.

Pilotprojekt mit der Genossenschaft

Melissa Schneider sagt, dass die kürzlich aufgestellten Spender ein Pilotprojekt mit der Genossenschaft Hellersdorfer Kiez sind. Wenn sich das bewähre, sollten weitere im Umfeld der Genossenschaftswohnungen installiert werden, langfristig finanziert durch die Genossenschaft, betrieben durch ehrenamtliche Tütenpaten aus dem Quartier.

„Inzwischen gibt es auch schon Nachfragen aus anderen Gebieten”, erzählt sie. “Sogar Leute aus Zehlendorf und Friedrichshain haben Interesse gezeigt.” Das allerdings übersteige die Kräfte des noch jungen Vereins: “Wir wollen erst einmal im eigenen Bezirk aktiv werden”, sagt sie. “Aber für Auskünfte, beispielsweise zur Organisation und zur Gewinnung der ‚Tütenpaten’, stehen wir gern bereit.”

Weitere Infos zum Verein und zum Projekt:
https://www.helle-hunde.de

 

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