Neue innovative Wohnformen für die Großsiedlungen

Townhouses und Dachterrassen

01.07.2015, Regina Friedrich

Foto: Regina Friedrich

Marzahn. Bauen in Marzahn oder Hellersdorf? Da winken viele Investoren ab. Bis sie sich vor Ort von den Qualitäten überzeugen, die Marzahn-Hellersdorf für die verschiedensten Wohnformen bietet, wie Christian Gräff (CDU), Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, bei der Eröffnung der Ausstellung „Innovativer Wohnungsneubau durch Baugemeinschaften in Marzahn-Hellersdorf“ feststellte. Die zeigt bis 24. Juli im alten Marzahner Rathaus Entwürfe von Architekten für vier Wohnstandorte im Bezirk.

Während in den Innenstadtbezirken Bauland immer knapper wird, hat Marzahn-Hellersdorf noch genug Platz. Das bezirkliche Stadtentwicklungsamt hat deshalb Flächen ab 10.000 Quadratmeter untersucht, ob sie für den Wohnungsneubau geeignet sind. Allerdings in Hinblick auf mittleren und gehobenen Standard, denn „wir brauchen alles, nur keinen sozialen Wohnungsbau“, hob Stadtrat Gräff hervor. „Wir wollen eine gute soziale Durchmischung.“ Was heißt, sie soll erhalten beziehungsweise verbessert werden, denn immerhin umfasst der Bezirk neben den Großsiedlungen im industriell gefertigten Wohnungsbau auch das größte zusammenhängende Einfamilienhaus-Siedlungsgebiet Deutschlands.

Größere Vielfalt
Im Wohnungsmarktentwicklungskonzept Marzahn-Hellersdorf 2020 wird die Stabilisierung von Teilräumen gefordert. Durch ergänzenden Wohnungsneubau auf bisher noch ungenutzten oder freigewordenen Flächen soll eine größere Vielfalt des Angebots erreicht werden. Durch individuellere Wohnformen sollen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Quartiers angesprochen, aber auch neue gewonnen werden. Im Stadtplanungsamt hat man da besonders die Baugruppen im Auge. Das sind Bauwillige, die auf eigenen Grundstücken für sich Wohnraum schaffen wollen, meist Mehrparteienhäuser, und dafür Architekten beauftragen.

Für vier ausgewählte Wohnstandorte im Bezirk wurden Architekturbüros mit Machbarkeitsstudien beauftragt, die nun als städtebauliche Entwürfe vorliegen und für Baugruppen durchaus geeignet sind. „Es sind nur Vorschläge, wie es aussehen kann“, betonte Christian Gräff. „Wir würden uns freuen, wenn auch andere Konzepte umgesetzt werden könnten.“ Er hob hervor, dass die vorgestellten Standorte beste Voraussetzungen bieten mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und an Einkaufsmöglichkeiten und dazu noch Kitas und Schulen in der Nähe haben.  Die vier Standorte sind die Wittenberger Straße 16/18, der Murtzaner Ring 68 und der Mühlenbecker Weg in Marzahn sowie der Kummerower Ring 40 in Hellersdorf.

Unterschiedliche Architekten-Ideen
Die Entwürfe der Architekten sind sehr unterschiedlich. Am Murtzaner Ring könnten Wohnungen mit zwei bis drei Etagen mit begehbaren Dachterrrassen entstehen. Die Raumgrößen der 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen variieren, so sind 2-Zimmer- Wohnungen mit 42 Quadratmetern und 54 Quadratmetern vorgesehen. Für den Kummerower Ring wiederum werden so genannte Townhouses vorgeschlagen. An der Wittenberger Straße hingegen sehen die Architekten eine Mischung aus Hochhaus und Reihenhäusern. Eine ungewöhnliche Idee, wurden doch dort vor ein paar Jahren Elfgeschosser zurückgebaut. Allerdings hätte man von den oberen Etagen einen weiten Blick über den Seelgraben bis zum Wuhle-Landschaftsraum.

Bis 27. Juli stehen die Entwürfe im alten Marzahner Rathaus am Helene-Weigel-Platz 8 zur Diskussion. Meinungen, Hinweise und Vorschläge sind ausdrücklich erwünscht und können auf einer Tafel hinterlassen werden. Für Nachfragen steht Nadine Simon vom Stadtentwicklungsamt im Raum 2012, 1. OG, zur Verfügung. Im Spätsommer wird es dazu auch noch eine Broschüre geben. Die Ausstellung ist Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr außer an Feiertagen geöffnet.

 

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