Neues Angebot für Stubentiger-Besitzer (April, April!)

Tierpark öffnet sich für Hauskatzen

01.04.2018, Marcel Gäding

Ein erster Test mit Tiger Darius und drei Hauskatzen wurde erfolgreich beendet. Foto: LIB/ Prof. Dr. Anselm Feldbusch
Ein erster Test mit Tiger Darius und drei Hauskatzen wurde erfolgreich beendet. Foto: LIB/ Prof. Dr. Anselm Feldbusch

Friedrichsfelde. Der Tierpark Berlin in Friedrichsfelde will nach Hundehaltern nun auch verstärkt Besitzer von Hauskatzen ansprechen. Nach Ostern startet in Europas größtem Landschaftstiergarten ein neues Projekt, das es in dieser Art bislang in keinem anderen deutschen Zoo gibt. Mit Unterstützung des Fördervereins von Tierpark Berlin und Zoo Berlin können Tierfreunde ihre Samtpfoten für ein gemeinsames Training mit dem sibirischen Tiger „Darius“ anmelden.

Thomas Ziolko, der Vorsitzende des Fördervereins, hat klare Vorstellungen: Nachdem bereits seit vielen Jahren erfolgreich der Hundetag im Tierpark stattfindet, will er nun auch Katzenbesitzer verstärkt für Europas größten Landschaftstiergarten begeistern. Immerhin leben in deutschen Haushalten rund 13,4 Millionen Katzen. Auf Berlin heruntergebrochen wären das rund 500.000 Haushalte. „Dies ist für den Tierpark eine interessante Zielgruppe, die wir als Besucher gewinnen wollen.“

Hauskatzentraining von Wissenschaftlern entwickelt

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und dem Verband der deutschen Zootierpfleger hat der Förderverein ein Programm entwickelt, das bereits erfolgreich hinter den Kulissen des Berliner Tierparks getestet wurde. Geplant ist eine Art Catwalk: Im Rahmen des Spezialtrainings erlernen Großkatzen, sich fast wie auf einem Laufsteg zu bewegen. Ein halbes Jahr wurde dies bereits mit dem sibirischen Tiger „Darius“ geübt. „Er wurde über Futter konditioniert, legt gut 250 Meter ohne Ablenkung bis zu seinem Ziel zurück“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Anselm Feldbusch. Das Ergebnis beeindruckte. „Was mit Großkatzen funktioniert, klappt auch bei Hauskatzen“, berichtet der Verhaltensbiologe mit Verweis auf erste erfolgreiche Trainings mit Stubentigern. „Dafür wurden wir von Mitgliedern unterstützt, die daheim Katzen haben“, sagt Thomas Ziolko von der Tierpark-Fördergemeinschaft. Einziger Haken: Anders als Hunde sind Katzen nur mit Mühe zu trainieren. „Es braucht schon an die zehn Termine, bis sich die ersten Erfolge einstellen.“

Ab sofort können sich auch externe Katzenbesitzer beim Förderverein anmelden. Voraussetzungen sind ein gültiger Impfnachweis und eine Kennzeichnung in Form eines Mikro-Chips. Trainiert wird nach Ostern immer dienstags und donnerstags jeweils von 11 bis 14 Uhr auf der Mittelachse zwischen Schloss Friedrichsfelde und Tierpark Berlin. „Besucher bitten wir um Verständnis, dass es in dieser Zeit zu Einschränkungen kommt“, sagt ein Tierpark-Sprecher. Um die Tiere nicht abzulenken, wurden spezielle mobile Sichtschutzzäune angeschafft, der Weg werde gesperrt.

Ziel: sinnvolle Beschäftigung

Und das Ziel? „Uns geht es darum, Katzenbesitzern Tipps für eine sinnvolle Beschäftigung ihrer Tiere zu vermitteln und eine katzentypische Gangart sicherzustellen“, erklärt Thomas Ziolko. Immerhin sei es erwiesen, dass ausschließlich in Wohnungen lebende Katzen mangels Bewegung oft an Haltungsschäden leiden.

Die Catwalk-Kurse sind auf maximal fünf Katzen pro Termin begrenzt und dauern 90 Minuten. Kosten pro Termin und Katze: 14 Euro. Bei großer Nachfrage würden weitere Termine angeboten. Zum Start des neuen Angebots verlosen LiMa+ und der Förderverein zehn Catwalk-Trainings unter den ersten Anmeldungen. Interessenten können sich per Mail an info@freunde-hauptstadtzoos.de wenden.

Update, 2. April: Viele unserer Leserinnen und Leser haben es erkannt: Wir haben sie gemeinsam mit der Fördergemeinschaft von Zoo und Tierpark aufs Glatteis geführt. Der Catwalk war ein Aprilscherz! Einen Hundetag wird es aber geben. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Tierpark-Freunde.

 

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