Gesundheitscampus Marzahn-Hellersdorf

Tiere gegen den Seelenschmerz

13.10.2017, Christine Meier

Maltherapie gehört mit zum ganzheitlichen Therapiekonzept der Heiligenfeld Kliniken. Einige Arbeiten sind in der neu eröffneten Klinik ausgestellt. Foto: Tanja Dihn

Marzahn-Hellersdorf. Der Gesundheitscampus entlang des Blumberger Damms wächst. Kürzlich wurde dort eine Klinik eröffnet, die sich psychosomatischen, seelischen sowie traumatischen Krankheitsbildern widmet.

Die neue Klinik befindet sich in einem Gebäude auf dem Gelände des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb). Bevor mit den eigentlichen Umbauten begonnen werden konnte, mussten etliche Änderungsarbeiten vorgenommen werden. Für den künftigen Patientenspeisesaal und die Gruppenräume wurden zum Beispiel tragende Wände rückgebaut. Zudem wurde eine komplett neue Elektro- und Sicherheitstechnik installiert, die Nasszellen für die Patienten nachgerüstet sowie die Warmwasseraufbereitung erneuert. Da es sich bei dem Haus um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, wurden die herkömmlichen Fenster durch historische Sprossenfenster ersetzt. Die Kosten für den Umbau bewegen sich im siebenstelligen Bereich, und an den Arbeiten waren vor allem regional ansässige Firmen beteiligt.

Der eigentliche Umbau startete im März dieses Jahres. Nach nur sieben Monaten konnte nun die Klinik eröffnet werden. „Wir haben alle behördlichen Genehmigungen vorliegen und die ersten Patienten sind auch schon da“, sagte Stephan Greb, Geschäftsführer der Heiligenfeld Kliniken, anlässlich der Eröffnungsfeier. Dr. Joachim Galuska, Vorsitzender der Geschäftsführung, Gesellschafter und Gründer der Heiligenfeld Kliniken, betonte: „Wir wollten schon immer eine Klinik in einer Großstadt eröffnen. Dass es mit Berlin geklappt hat, freut uns sehr. In Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, dem Ärztlichen Direktor des ukb, haben wir einen sehr guten Partner für unser Vorhaben gefunden.“

Mit Kunst gegen Burnout

Die Heiligenfeld-Klinik Berlin bietet spezielle Behandlungsmethoden an, um Krisen zu bewältigen und Konflikte zu lösen. Ihr Angebot richtet sich an Privatversicherte und Selbstzahler sowie an Personen, die über die Berufsgenossenschaften in die Klinik kommen. Behandelt werden unter anderem Erschöpfungs- und Burnout-Zustände auch mit körperlichen Beschwerden wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Angst- und Panikstörungen, die Folgen schwerer Krisen im Zusammenhang mit Konflikten, Verlusten oder unverarbeiteten Operationen, Unfällen oder Krankheiten, psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Herz-, Kreislauf-, Magen-, Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden. Zur ganzheitlichen Therapie gehören Angebote im Bereich der Kunsttherapie, der Atem- und Rückenschule, Yoga und Qi-Gong, in der Physiotherapie und Massagen sowie in der Tanz- und Bewegungstherapie.

Die Klinik bietet auch spezielle Behandlungsmöglichkeiten für Lehrer, Führungskräfte und Selbstständige, für Ärzte, Therapeuten, für Beamte im Vollzugsdienst (Polizei und Justiz) und für Personen in öffentlicher Verantwortung an. Dazu Dr. Galuschka: „Die Zunahme an vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess wegen psychosomatischer Erkrankungen ist gravierend. Die Philosophie unseres Hauses lautet: Arbeitszeit ist Lebenszeit. Deshalb ist uns ein ganzheitliches Verständnis wichtig. Wir wollen die Patienten so intensiv wie möglich in den Prozess ihrer Gesundung einbeziehen.“ Nach wie vor sei jedoch die Hürde für Betroffene, sich zur Behandlung in eine psychosomatische Klinik zu begeben, sehr hoch, betonte Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligenfeld-Klinik Berlin. Die Klinik sei also auch als Ort der Toleranz zu verstehen.

In der Heiligenfeld-Klinik Berlin stehen ab sofort 60 Betten in 56 Einzelzimmern, 2 Doppelzimmern und – ein für Kliniken bisher einmaliges Angebot – vier Zimmer für Haustierbegleitung zur Verfügung.

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb), zeigte in seiner Rede die Leistungen des ukb auf. „Mut, Überzeugung und eine Menge Visionen haben seit Anfang der 90er Jahre unsere Arbeit begleitet“, so Ekkernkamp. Eine Klinik, die sich mit der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen befasse, passe gut zum ukb. Das Visionen auch Wirklichkeit werden, zeige zum Beispiel die Eröffnung der Augenklinik im Jahr 1998, die Eröffnung des Gesundheitszentrums am 1. Oktober 2014 und die sich derzeit im Bau befindende Klinik für Akutgeriatrie, deren Eröffnung für den Sommer 2018 geplant sei (wir berichteten). Bereits gebaut wird die künftige Rehabilitationsklinik. Eröffnungstermin: 1. Juli 2019. Ein Hotel mit Hochschulcharakter und mit Seminarräumen für Schulungszwecke stehe noch als Vision im Raum, aber die Umsetzung sei denkbar, so Prof. Ekkernkamp.

Ausführliche Informationen zur Heiligenfeld Unternehmensgruppe erhalten Interessierte im Internet unter www.heiligenfeld.de und zur Heiligenfeld-Klinik Berlin unter www.berlin-heiligenfeld.de

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