Viel Geld wofür? IGA Berlin und Tierpark im Vergleich

Gaststätten: Kein billiger Spaß

08.05.2017, Linna Schererz

Fotos: Linna Schererz Zum Vergrößern und für die Bildtexte bitte auf das Startfoto klicken!

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Trotz des ungemütlichen Wetters zieht die IGA Berlin 2017 seit ihrer Eröffnung am 13. April die Besucher an. Während es über die Garten-Schau an sich viele lobende Worte der Gäste gibt, findet sich insbesondere in den sozialen Netzwerken Kritik sowohl an den Eintrittspreisen als auch an den Kosten der gastronomischen Angebote. Hin und wieder gibt es auch Hinweise darauf, dass man deshalb mit einem Besuch im Tierpark Berlin besser bedient wäre. Aber ist das wirklich so? Wir haben den Test gemacht und uns in beiden Einrichtungen umgesehen.

Was wird geboten: Natürlich kommt es zuallererst darauf an, was der Besucher sehen möchte. Tiere gibt es auf der IGA nur wenige (Rinder, Schafe, Pferde bedrohter Haustierrassen im sogenannten Arche-Noah-Park), dafür Gartenkunst und -architektur, Blumen und Pflanzen aller Art. Sehr schöne gärtnerische Anlagen hat auch der Tierpark aufzuweisen wie die Tulpenwiese vor dem Schloss Friedrichsfelde. Immerhin wurde der Park in den 1820er-Jahren rund um das Schloss von dem berühmten Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné gestaltet. Doch dort stehen, anders als in der IGA, natürlich die Tiere im Mittelpunkt. Es gibt kostenlose kommentierte Fütterungen und Shows (Flugshow ab Mai). In der IGA Freilichtbühne finden insbesondere an den Wochenenden Veranstaltungen statt (teilweise mit Zuzahlung). Weitere kostenlose Veranstaltungen von Yoga bis hin zu Gärtnerberatungen gibt es auch an anderen Orten auf dem 100 Hektar großen Gelände. Für Kinder stehen in beiden Einrichtungen sehr schöne Spielplätze bereit (Tierpark u.a.: Wasserspielplatz am Kinderzoo, IGA u.a.: Wasserspielplatz Konrads Reise in die Südsee mit begehbarem Spiel-Wal). Während durch den 160 Hektar großen Tierpark eine kleine Elektrobahn zuckelt (4 km, 20 Minuten Fahrt), kann auf der IGA Berlins erste Kabinen-Seilbahn zur Fahrt auf den Kienberg mit dem Aussichtsbauwerk Wolkenhain genutzt werden (1.500 Meter zwischen den Eingängen Blumberger Damm und Hellersdorfer Straße, ca. 5 Minuten). Benutzung sowohl der E- als auch der Seilbahn im Eintrittspreis enthalten. Eine Fahrt mit der Bobbahn (IGA): 3 Euro Erwachsene, 2 Euro Kinder. Parken kostet bei der IGA (Parkplatz an der L33) 7 Euro, inkl. Busshuttle, am Tierpark 4 Euro.

Am 13. Mai zwei IGA-Tickets zum Preis von einem

Eintritt: Die Eintrittspreise in Europas größtem Landschaftstiergarten erscheinen auf den ersten Blick geringer. Für Erwachsene kostet das Ticket 13 Euro. Für eine IGA-Tageskarte ohne Ermäßigung sind 20 Euro zu zahlen. Einen großen Unterschied gibt es jedoch bei Kindern: 6,50 Euro kostet im Tierpark der Eintritt je Kind bereits ab 4 Jahren (bis 15), bei der IGA sind ab dem Alter von 7 Jahren 5 Euro zu zahlen (bis 17 Jahre). Mit ALG II kostet der Eintritt im Tierpark (Erwachsene) 9 Euro, bei der IGA 10 Euro. Bei beiden Einrichtungen gibt es zahlreiche Kombi- bzw. Ermäßigungstarife, spezielle Familienkarten allerdings nur im Tierpark. Während im Tierpark die Jahreskarte (Erwachsene) 49 Euro kostet, muss man für die IGA 90 Euro berappen. Aber auch dort gibt es Möglichkeiten zum Sparen: Inhaber von BVG-Jahresabonnements zahlen 20 Euro weniger. Wer eine Jahreskarte von Grün Berlin hat (30 Euro), zahlt nur 50 Euro für die IGA-Dauerkarte. Beides kann auch jetzt noch erworben werden. Wohnungsbaugesellschaften wie die Degewo geben ihren Mietern pro Person 7,50 Euro für die Dauerkarte dazu, auch die Volksbank hat einen Rabattcoupon für ihre Genossenschaftsmitglieder. Zudem gibt es die IGA-Dauerkarte abends (So bis Do) für 45 Euro, was sich in den Sommermonaten durchaus lohnen dürfte. Und aufgepasst: Am Sonnabend, 13. Mai, ist der „Hallo-Nachbar-Tag“: Da gibt es beim Kauf von zwei Tageskarten eine umsonst!
Detaillierte Infos:
iga-berlin-2017
tierpark-berlin

Essen & Trinken: Um es gleich vorwegzunehmen: Billig sind die gastronomischen Angebote in beiden Einrichtungen nicht. Beim Imbiss Brezel Fritz nahe des Alfred-Brehm-Hauses im Tierpark kostet die Bratwurst 3 Euro, 2 Paar Wiener mit Brot 2,20 Euro. Fritz-Cola 2,90 Euro, Apfelsaftschorle 2,75 Euro. Eis von 1,20 Euro bis 3 Euro (Mövenpick). Die Eispreise sind am Nestle-Wagen bei der IGA ähnlich (von 90 Cent bis 2,60 Euro). Bratwurst am Stand kostet dort 3,50 Euro bis 4,90 (Bio). Im Restaurant Patagonia im Tierpark (Cafeteria) mit Selbstbedienung gibt es u.a. Salate (je nach Größe zwischen 3,90 bis 7,90 Euro), Schnitzel mit Beilage 8,80 Euro, Hühnerfrikassee mit Reis 10,90 Euro. Im neueröffneten Tierpark-Terrassenrestaurant Kakadu kostet das Paar Wiener 3 Euro, mit Kartoffelsalat 5 Euro. Gerichte mit selbst hergestellter frischer Pasta je Portion von 6,90 Euro bis 11,90 Euro. Noch mehr muss man im Restaurant „The Cottage“ im neuen Englischen Garten auf der IGA zahlen. Der Sunday Rost Pork mit Gemüse und Kartoffelstampf beispielsweise wird mit 13,90 Euro berechnet, der Eintopf Irish Stew mit 11,90 Euro. Im italienischen Restaurant an der IGA-Eingangshalle Blumberger Damm kosten die Pizzen etwas mehr als üblicherweise in Berlin – von 8,90 (Pizza Margherita 8,90, Pizza Scampi 14,90 Euro). Caffè Crema ist übrigens in fast allen Einrichtungen sowohl im Tierpark als auch auf der IGA mit 2,50 Euro preisgleich. Kuchen kostet in den IGA-Restaurants um 4,50 bis 5,90 (je Stück) und ist im Tierpark etwas preiswerter.

Picknicken in schöner Umgebung

Unser Fazit: Bei den Eintrittspreisen lässt es sich durchaus sparen, wenn man die Rabatte und Ermäßigungen genau in Augenschein nimmt. Wer mehrfach die Einrichtungen besucht, ist mit Jahres- bzw. Dauerkarte besser dran. Lohnenswert ist bei beiden Einrichtungen auch die Anreise mit der U-Bahn (U5), denn die Eingänge befinden sich nur wenige Meter von den Stationen entfernt (Tierpark bzw. Kienberg – Gärten der Welt). Wer auf den teuren Spaß in Gaststätten verzichten möchte, ist gut beraten, sich ein leckeres Picknick selbst mitzubringen. Insbesondere bei der IGA lohnt sich das – etliche Freiflächen in den Gärten der Welt sind extra als betretbare Wiesen konzipiert, es gibt Stühle und Liegen. Neue, drehbare Doppelliegen wurden nahe der Wassergärten aufgestellt. Unser Tipp: Auf dem Kienberg nahe der Seilbahnstation wurden wetterfeste Lümmelmöbel platziert, da macht bei guter Sicht und warmen Wetter Picknicken noch viel mehr Spaß. Ein Eis für die Kinder ist dann immer noch drin – gibt’s gleich nebenan. Und wer will, kann schnell noch mal gratis eine Runde Seilbahn fahren.

 

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