Krankenhaus Königin Elisabeth erweitert Angebot für psychisch Kranke

Tageskliniken am Roederplatz

18.03.2017, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding (1-4), Birgitt Eltzel (5) Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Lichtenberg. Auf den ersten Blick erinnert nichts an eine Klinik: Das Personal trägt keine weißen Kittel. Die Flure sind hell und freundlich gestaltet, überall hängen Bilder mit Naturaufnahmen. Wer das erste Mal das „City Point Centrum für psychische Gesundheit“ am Roederplatz betritt, ist angenehm überrascht.

Unter einem Dach befinden sich jetzt insgesamt drei Tageskliniken, in denen Menschen mit Suchterkrankungen oder psychischen Problemen behandelt werden. Träger ist das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH), das auf zwei Etagen die ambulante Versorgung betroffener Patienten aus Lichtenberg, Hohenschönhausen, Marzahn, Hellersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg sicherstellt. „Der Ort ist allein wegen seiner guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ideal“, sagt Eva Lackner, Fachärztin für Psychiatrie und Klinikleiterin. Hinzu komme, dass das KEH nur wenige Straßenbahnstationen von den drei Tageskliniken entfernt sei.

Gearbeitet wird Hand in Hand

In der fünften und siebten Etage des City Point-Centers im Fennpfuhl können nunmehr 62 Patienten ambulant betreut werden. Dabei handelt es sich um Menschen, die unter Depressionen, Alkoholproblemen oder psychosomatischen Krankheiten leiden. „Viele scheuen einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus“, sagt Eva Lackner. Die Tageskliniken seien hierzu eine gute Alternative. „Nach der Therapie kehren die Patienten nach Hause zurück.“ Patienten erhielten eine „behandlungsunterstützende, arbeitsähnliche Tagesstruktur sowie soziale Kontakte“, erklärt Prof. Albert Diefenbacher, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am KEH. Ein weiterer Vorteil: Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter arbeiten mit Fachkrankenschwestern, Musik- und Ergotherapeuten, Sport- und Physiotherapeuten Hand in Hand. Alle Angebote werden auch vietnamesisch- und russischsprachigen Patienten unterbreitet.

Regelmäßiger Infonachmittag

Der Weg der Patienten in die Tageskliniken ist unterschiedlich. Viele werden von ihren Hausärzten, Psychiatern oder Psychotherapeuten direkt überwiesen, andere kommen über einen Infonachmittag erstmals in Kontakt mit der neuen Einrichtung. „Die Teilnahme ist mit einem kurzen Arztgespräch verbunden“, erklärt Eva Lackner.

Mit dem Tageskliniken-Verbund am Roederplatz verbessert sich nach Ansicht von KEH-Geschäftsführer Michael Mielke die medizinische Versorgung in Lichtenberg. „Wir freuen uns, mit diesem wohnortnahen Behandlungszentrum der gestiegenen Zahl von Patientinnen und Patienten im Bezirk die Möglichkeit zur qualifizierten Behandlung zu eröffnen.“

Weiterer Ausbau erforderlich

Zur Tagung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am vergangenen Donnerstag, 16. März, hatte die SPD einen Antrag auf Unterstützung des Ausbaus der Versorgung insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung sowie psychisch erkrankter Menschen am KEH gestellt. Sowohl das Königin Elisabeth Krankenhaus als auch das Sana Klinikum Lichtenberg verzeichneten einen steigenden Bedarf bei Fällen der psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, so der Fachsprecher für Gesundheit und Umwelt Fritz Wolff. „Die Erweiterung der Komplexen Behandlung im medizinisch fachlichen Bereich, die Zunahme der Fälle insgesamt und die Sicherung des Ausbaus der Infrastruktur zeigen den dringend notwendigen Handlungsbedarf.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Kevin Hönicke betonte, dass es deshalb wichtig sei, dass dem Krankenhaus Königin Elisabeth die im Dezember 2016 beantragten Fördermittel vom Senat auch zur Verfügung gestellt würden. (mit el.)

Weitere Informationen im Internet:
www.keh-berlin.de

Infonachmittag am KEH: dienstags, 14.30 Uhr

 

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