Schwimmhalle im Freizeitforum ein halbes Jahr dicht

Wasserfreunde auf dem Trockenen

02.10.2017, Marcel Gäding

Bereits von außen sichtbar: Sauna und Schwimmhalle im Freizeitforum sind in die Jahre gekommen. Foto: Marcel Gäding

Marzahn. Schlechte Nachrichten für die Nutzer der Schwimmhalle im Freizeitforum Marzahn: Die Einrichtung wird überraschend zum 3. Oktober geschlossen – und das für mindestens ein halbes Jahr. Ärgerlich für viele Besucher, denn damit fällt die Winterschwimmsaison im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der Grund jedoch ist wiederum erfreulich. Schneller als gedacht werden die in die Jahre gekommene Schwimmhalle sowie die angeschlossene Sauna am Victor-Klemperer-Platz umfangreich saniert.

„Es ist ein lang gehegter Wunsch der Nutzer, dass die Schwimmhalle mit ihrer veralteten Technik modernisiert wird“, sagt Marzahn-Hellersdorfs Sportstadtrat Gordon Lemm (SPD). Natürlich wisse er, dass der Zeitpunkt für diese Arbeiten ungünstig sei. Allerdings seien aus einem Projekttopf mit dem Namen „Aktive Zentren“ Mittel frei geworden, die eigentlich an anderer Stelle investiert werden sollten. Und die müsse man nun noch in diesem Jahr nutzen, damit sie nicht verfallen. Er hoffe, dass bis Anfang März kommenden Jahres alle Arbeiten beendet seien.

Sauna im Freizeitforum wird verkleinert

242.000 Euro kostet allein die Sanierung der noch aus DDR-Zeiten stammenden Schwimmhallentechnik. Sie gilt als anfällig und nicht besonders energieeffizient. Gut eine halbe Million Euro werden insgesamt für die Instandsetzung von Schwimmhalle und Sauna im Freizeitforum veranschlagt. Neben der Technik sollen auch die Becken instandgesetzt werden. Lemm weist darauf hin, dass auch die Sauna nicht mehr den neuesten Vorgaben entspreche. So ist davon die Rede, das sieben Kubikmeter große Saunabecken deutlich zu verkleinern, weil dort in der Vergangenheit immer wieder Grenzwerte im Bereich der Wasserqualität überschritten worden seien, welche in der DIN 19643 festgeschrieben sind. Konkret bedeutet dies eine Belastung mit möglichen Krankheitserregern. Nur durch eine effektive Aufbereitung des Wassers lässt sie diese reduzieren beziehungsweise vermeiden. Angesichts der jährlichen Einnahmen von 37.000 Euro aus dem Saunabetrieb habe man sich jedoch gegen eine Komplettsanierung ausgesprochen. Stattdessen ist von einem „Rückbau“ die Rede. „Die Nutzerzahlen sind im vergangenen Jahr zurückgegangen“, sagt Lemm. Daher habe man sich die Wirtschaftlichkeit der Sauna genauer betrachtet und sei zu dem Ergebnis gekommen, das Saunabecken zu verkleinern. Dadurch muss deutlich weniger Wasser aufbereitet und gereinigt werden.

Energetische Sanierung dauert seit acht Jahren an

Seit Jahren investiert der Bezirk Geld in die energetische Sanierung des Freizeitforums Marzahn, in dem auch Sauna und Schwimmhalle untergebracht sind. Und das, obwohl der Komplex im Herzen der Großsiedlung erst 1991 in Betrieb ging. Im Gegensatz zu den Schwimmhallen der Berliner Bäderbetriebe ist das Bad im Freizeitforum ganzjährig geöffnet. Das große Schwimmbecken umfasst 25 mal zehn Meter, das Nichtschwimmerbecken zehn mal sechs Meter. Seit 13 Jahren betreibt die Gesellschaft für StadtEntwicklung (GSE) gGmbH das Freizeitforum Marzahn. Bei laufendem Betrieb startete 2009 die energetische Sanierung.

Stammbesucher von Schwimmhalle und Sauna müssen sich nun für mindestens ein halbes Jahr nach Alternativen umschauen. Der Bezirk empfiehlt, auf die Schwimmhalle „Helmut Behrendt“ am Helene-Weigel-Platz 8 oder auf die Schwimmhalle in Kaulsdorf am Clara-Zetkin-Weg 13 auszuweichen. Weitere Informationen über nahegelegene Schwimmbäder gibt es außerdem auf den Internetseiten der Berliner Bäderbetriebe.

 

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