Runder Tisch Ilsestraße erreichte Übereinkunft zur Nachverdichtung

Einer von drei Höfen bleibt grün

13.01.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel

Karlshorst. Nach Abschluss des Runden Tisches Ilsestraße am Mittwoch, 10. Januar, steht fest: Die bisher geplante Bebauung im Bereich Ilsestraße 18-78 soll in Umfang und Maß reduziert werden. Das teilte die für Stadtentwicklung zuständige Lichtenberger Stadträtin Birgit Monteiro (SPD) mit. Der Runde Tisch mit insgesamt neun Mitgliedern, darunter die Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez“, der Bürgerverein Karlshorst, die Howoge sowie Vertreter des Bezirksparlaments, war im Juli 2017 eingerichtet worden, weil es große Diskrepanzen zwischen den Interessen der Anwohner und denen der Bauherrin Howoge bei einer vorgesehenen Nachverdichtung im Wohngebiet gab, wir berichteten. Das Gremium hatte insgesamt fünf Mal getagt.

Zahl der geplanten Wohnungen wird reduziert

Laut Monteiro sollen nach mehrheitlicher Entscheidung nun nur noch zwei der drei Höfe bebaut werden. Die Zahl der vorgesehenen Wohnungen wird von 237 auf 187 reduziert. An der Marksburgstraße ist ein sogenanntes Randhaus vorgesehen sowie ein Sonderbau mit Kindertagesstätte und Wohnungen. Gegenwärtig befindet sich dort ein Parkplatz. Die ursprünglich geplanten Abstände zwischen der Kopfseite der Neubauten und der Längsseite der Bestandsbauten werden reduziert. Bei einer eventuellen Neubebauung im südlichen Hof sollen vier Vollgeschosse und im nördlichen Hof fünf Vollgeschosse nicht überschritten werden. Erfolgen ein Dachausbau oder ein Dachgeschossausbau, soll zuerst ein Modellvorhaben umgesetzt werden. So sollen die möglichen Auswirkungen vor dem Weiterbau geprüft werden.

Dem Vorschlag der Bürgerinitiative nicht gefolgt

Nicht beschlossen wurde der Vorschlag der Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez“ für einen „Wiesenpark Karlshorst“. Dieser sah den Erhalt und die Aufwertung von Grünflächen vor allem durch eine flächendeckende Dachaufstockung sowie die Nachrüstung mit Aufzügen vor. Monteiro teilt mit, dass diesem Vorschlag von den Teilnehmern des Runden Tisches großer Respekt gezollt worden war. Dennoch sei die Realisierung am Ende „wegen der zu erwartenden Folgekosten für die Mieter und Beeinträchtigungen während der Bauzeit“ von der Mehrheit des Runden Tisches verworfen und nicht zur Abstimmung gestellt worden. Elemente des „Wiesenparks Karlshorst“ sollen gemeinsam mit der Howoge und den Mietern in der künftigen Freiraumplanung umgesetzt werden.
Die Ergebnisse der Beratungen des Runden Tisches fließen laut Monteiro in das weitere B-Plan-Verfahren und die Arbeit der BVV ein.

Kritik von den Linken

Scharfe Kritik zu den Ergebnissen des Runden Tisches kommt von der Linken. In einer Presseerklärung heißt es, dass dessen Arbeit zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt habe. Das bezieht sich vor allem auf die Ablehnung des Vorschlags der Bürgerinitiative, der das Ziel verfolgte, die grünen Innenhöfe vor Bebauung zu schützen. Die BI habe unter Hinzuziehung externen Sachverstands (u.a. durch einen Zusammenschluss von Architekten unter Leitung von Siegfried Lewerenz, die sich dem Bau sozialverträglichen Wohnraums verschrieben haben) sowohl eine Randbebauung als auch die Bebauung einer bereits versiegelten Fläche im Innenhof vorgeschlagen. Außerdem hinaus hatte sie die Möglichkeit einer Etagenaufstockung und der Ausbau der Dachgeschosse prüfen lassen. Das Ergebnis war positiv und würde immerhin 137 Wohnungen ermöglichen.

Behutsame Nachverdichtung sorgsam prüfen

Die Fraktionsvorsitzenden der Linken, Kerstin Zimmer und Norman Wolf, erklärten: „Sowohl unsere Fraktion als auch die Bürgerinitiative erkennen an, dass der Wohnungsbau vorangetrieben werden muss, doch stets unter Beachtung einer behutsamen Nachverdichtung, die sorgfältig geprüft werden muss. Die Entscheidung für den Bau neuer Häuser ist eine Entscheidung für mitunter 100 Jahre. Schnelle Entscheidungen sind deshalb zu vermeiden. Aufgrund der Vielzahl der fachlich fundierten Alternativen und Einwände der Bürgerinitiative erwarten wir, dass sich diese in einem B-Plan-Entwurf niederschlagen.“

 

 

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