Proteste der Bücherwurm-Grundschule gegen zunehmenden Verkehr

Rücksicht von „Mutti-Taxis“ gefordert

15.05.2017, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann

Hellersdorf. Eltern und Kinder der Bücherwurm-Grundschule protestieren gegen den zunehmenden Autoverkehr in der Eilenburger Straße. Eigentlich ist diese eine abgelegene Straße am Rand von Hellersdorf. Dort stehen nur zwei Schulen, es gibt den Hort und Sportanlagen. Wohnhäuser gibt es nicht. Trotzdem ist der Parkplatz ist voll, vor allem in den Morgenstunden fahren die sogenannten Mutti-Taxis vor, die ihre Kinder zur Schule bringen. „Das muss doch nicht sein“, meint Melanie Hähnlein. Als Elternsprecherin beschäftigt sie sich schon seit vier Jahren mit dem Thema. Sie setzt sich gemeinsam mit anderen Elternvertretern für ein Fahrverbot, zumindest für eine verkehrsberuhigte Zone, ein. Das vorhandene 30er-Zone-Schild wird von den meisten Autofahrern ignoriert.

Flugblätter gegen Rücksichtslose

Mit einer Aktion haben sie schon mehrfach die Straße gesperrt und mit Flugblättern die anderen Eltern zum Nachdenken aufgefordert. „Wir müssen doch unseren Kindern auch etwas zutrauen“, betont Melanie Hähnlein. „Wir können die Mädchen und Jungen doch auch am P+R-Parkplatz absetzen und sie laufen die paar Meter zu Fuß.“ Viele nutzten auch nicht die Parktaschen, sondern parkten parallel zur Fahrbahn, berichtet die Elternvertreterin. Besonders schlimm sei es in den Morgenstunden. Innerhalb von knapp 20 Minuten fahre ein Wagen nach dem anderen vor. „Die Schule fängt jetzt schon um 7.40 Uhr an“, erklärt Melanie Hähnlein, „die Schultür wird aber erst um 7.30 Uhr aufgeschlossen.“ Das sorge natürlich für Stress.

Auch Eltern können ein Stück laufen

Die Mummelsoll-Schule und die Bücherwurm-Grundschule sind die beiden Schulen in der Straße, auf der anderen Seite liegt der Hort. Wenn Autos auf der Fahrbahn stehen, haben die Kinder keinen Überblick mehr über die Verkehrssituation. „Wir wollen die Eltern wachrütteln, denn es geht auch um die Sicherheit ihrer eigenen Kinder. Wir wollen sie deshalb davon überzeugen, das Auto außerhalb des Schulbereiches stehen zu lassen.“ Auch die Eltern könnten das Stück zu Fuß laufen, wenn sie ihrer Kleinen unbedingt bis zur Schultür begleiten müssten, so Hähnlein.

Gesundheitliche Belastungen

Für eine Aktion hatten die Kinder viele Plakate gemalt und diese am Schulzaun und an den Bäumen aufgehängt. Mit den Bildern wollten die Kinder nicht nur auf die Gefahren durch den Autoverkehr, sondern auch auf die gesundheitlichen Belastungen aufmerksam machen. Denn viele Eltern lassen den Motor einfach laufen, wenn sie am Straßenrand stehen. Die Abgase ziehen dann in Richtung Schultür oder in Richtung Schulhof.

Dauerhafte Lösung gefordert

Zum Glück gab es in der Eilenburger Straße bisher keine großen Unfälle, allerdings ist vor etwa einem Jahr einmal ein Kind angefahren worden. Die Eltern fordern nun eine dauerhafte Lösung. Sie wollen aus der Eilenburger Straße zwischen Böhlener und Gohliser Straße eine verkehrsberuhigte Zone machen. Auch Verkehrshindernisse, damit die Autofahrer die Geschwindigkeit drosseln müssen, seien denkbar, sagt Melanie Hähnlein. „Unser oberstes Ziel ist es, die Straße als Spielstraße auszuweisen“, fordert die Elternvertreterin. Sie hatten die Diskussion schon einmal in die Bezirksverordnetenversammlung getragen. Dann kamen die Neuwahlen und nun müssen die Elternvertreter alles noch einmal in die Wege leiten.

 

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