Regionalmanagement für den Osten startet mit Slogan durch

Wirtschaft in der Region vernetzt sich

23.06.2016, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding

Marzahn/ Altlandsberg. „Zusammen. Innovativ. Attraktiv.“ – so lautet der Slogan des erst vor wenigen Monaten gegründeten Regionalmanagements für Marzahn-Hellersdorf und den Landkreis Märkisch-Oderland. Unter dem Motto „Für die Metropolenregion Ost Berlin-Brandenburg“ nimmt die neue längerübergreifende Einrichtung nun richtig Fahrt auf. Erster eindrucksvoller Beweis: das Sommerfest der Gesundheitswirtschaft am Mittwoch (22. Juni).

Berlin als Wachstumsmotor für das Umland

„Wir stehen vor Herausforderungen als Region“, sagte Rainer Schinkel, der Leiter des Wirtschaftsamtes von Märkisch-Oderland. Berlin wachse, und damit auch das Umland. Schinkel bezeichnete die Hauptstadt als Wachstumsmotor. „Aus Märkisch-Oderland pendeln täglich 25.000 Menschen nach Berlin, umgekehrt fahren morgens 8.000 Berliner zur Arbeit nach Märkisch-Oderland.“ Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf und das Umland befänden sich in einem fließenden Übergang, sagte Schinkel.

Gut 200 Gäste, vorrangig Vertreter von Verbänden, Kliniken, Krankenkassen und Politiker, waren Mittwochabend in die gerade sanierte Schlosskirche von Altlandsberg gekommen. Es war die erste offizielle große Veranstaltung des Regionalmanagements, das erst im Februar gegründet wurde (LiMa+ berichtete). „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagte Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU). Und das Sommerfest der Gesundheitswirtschaft sei eine Premiere für das Regionalmanagement. „Erstmals kommen Akteure aus der Region zusammen.“ Geplant ist, derartige Veranstaltungen auf andere Branchen auszudehnen.

Wichtiger Gesundheitsstandort für Berlin und Brandenburg

Neben der Vernetzung und Förderung von Tourismus, Industrie und der Entwicklung von Gewerbeflächen steht auch die Gesundheitswirtschaft im Fokus des neuen Regionalmanagements. Und die hat sowohl für Marzahn-Hellersdorf als auch für Märkisch-Oderland eine zentrale Bedeutung: Immerhin befinden sich auf Berliner Seite mit dem Unfallkrankenhaus Berlin und dem Vivantes-Klinikum Kaulsdorf zwei große Klinken, im Landkreis Märkisch-Oderland gibt es zudem fünf Reha-Kliniken. Allein in Marzahn-Hellersdorf werde die Zahl der Klinikbetten gemäß neuem Krankenhausplan um gut 1.000 erhöht, kündigte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) an. Außerdem sei am Blumberger Damm der Bau eines deutschen Geriatriezentrums geplant. Damit entsteht der einzige Berliner Klinikneubau in Marzahn-Hellersdorf. Gerade vor dem Hintergrund, dass innerhalb von 14 Jahren die Zahl der Hochaltrigen in Berlin von 170.000 auf 300.000 gestiegen sei, mache den Bedarf an solchen Fachkliniken deutlich. Czaja hob auch die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für den Standort hervor. In Marzahn-Hellersdorf arbeiten dort 15.000 Menschen in 80 Unternehmen. Künftig gehe es darum, Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft in Berlin zu stärken und die Zusammenarbeit mit Brandenburg zu intensivieren. Ein Erfolg sei, dass die Konzentration von Fachärzten in der Berliner Innenstadt nach und nach aufgelockert wird. Frei werdende Praxislizenzen werden nur an jene Mediziner vergeben, die bereit sind, ihre Praxis in den schlechter versorgten Außenbezirken zu eröffnen. Marzahn-Hellersdorf hat davon bislang gut profitiert: 16 Facharztpraxen konnten so im Bezirk neu angesiedelt werden.

Vier Milliarden Euro für die Brandenburger Gesundheit

In Brandenburg fließen jedes Jahr rund 4 Milliarden Euro in die Gesundheitsversorgung, erklärte Michael Zaske, der Referatsleiter für gesundheitliche Versorgung im Gesundheitsministerium. Jeder siebte Arbeitsplatz sei inzwischen in der Gesundheitswirtschaft angesiedelt. „In der Region werden nicht nur viele Menschen versorgt, sondern auch beschäftigt“, sagte Zaske. Neben einem gemeinsamen Krebsregister in Berlin und Brandenburg nannte Zaske auch den Masterplan für die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft als einen wichtigen Punkt. Bis 2020 solle in Zukunftswerkstätten erörtert werden, wie sich die Region weiter entwickeln kann.

 

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