Familienberatung zum Bildungs- und Teilhabepaket

Hellersdorfs erster Pop-up-Store

11.03.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Librileo UG (1-4), Birgitt Eltzel (5-7)

Hellersdorf. Es klingt schon ein wenig hochtrabend, wenn der „erste soziale Pop-up-Store“ für den Boulevard Kastanienallee angekündigt wird. Solche für begrenzte Zeit öffnenden Läden sind vor allem aus der Modewelt in der City bekannt, die Bezeichnung entspricht der dort üblichen Klientel. Doch das Angebot könnte durchaus interessant für viele Familien im Kiez sein, die sich in sogenannten schwierigen Lebenslagen befinden. Denn vom 9. bis 22. April soll es täglich (außer Ostern) von 10 bis 18 Uhr in einem bisher leer stehenden Geschäft am Boulevard (offizielle Adresse Stollberger Straße 75) ein kostenloses und abwechslungsreiches Programm mit diversen Beratungsangeboten und Freizeitaktivitäten geben.

Täglich wird vorgelesen

Ausrichter ist die gemeinnützige Unternehmergesellschaft Librileo in Kooperation mit regionalen Partnern. Täglich sollen Vorleseveranstaltungen stattfinden, zudem weitere Angebote rund um das Lesen und die frühkindliche Förderung. Ergänzt werden sie von Expertenbeiträgen beispielsweise zu Themen wie gesunde Ernährung, Zähneputzen oder Freizeitgestaltung/Fernsehkonsum. Geplant sind außerdem kostenfreie Beratungen zum Bildungs- und Teilhabepaket.

Informationen über Leistungen zur Teilhabe

Denn sozial bedürftige Kinder und Jugendliche, insbesondere jene, deren Eltern ALG II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, haben einen Rechtsanspruch aufs Mitmachen – zum Beispiel bei Tagesausflügen und dem Mittagessen in Schule und Kita, bei Sport und Spiel in Vereinen und Gruppen. Zudem kann ein Anspruch auf Leistungen des Bildungspakets nach dem SGBII bestehen, wenn das Kind bzw. seine Eltern zwar ansonsten keine Sozialleistungen beziehen, jedoch die spezifischen Bildungs- und Teilhabebedarfe des Kindes nicht decken können. Vielfach wissen Familien jedoch nicht, welche Leistungen ihnen per Gesetz zustehen. (Mehr dazu hier).

Seit 2016 arbeitet das Quartiersmanagement

Das Angebot reiht sich ein in zahlreiche weitere am Boulevard Kastanienallee. Der Kiez ist seit vergangenem Jahr Quartiersmanagement-Gebiet, das Quartiersbüro befindet sich an der Stollberger Straße 33. Grund für die Einrichtung solcher Fördergebiete ist es, Stadtteile zu stabilisieren, die bedroht sind, von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden. Das Areal rund um den Boulevard gehört zu den sozial schwierigsten im Bezirk, dort wohnen viele Hartz-IV-Bezieher und andere sozial schwache Menschen.

Weltrekord und Tütenpaten

Direkt neben dem Quartiersbüro gibt es seit dem vergangenen Jahr das KastanienNest des Vereins Kids & Co. Das ist nicht nur eine Bildungseinrichtung, in der junge Erwachsene durch Lernen in der Gastronomie fit gemacht werden für ein künftiges Berufsleben, sondern auch ein Kiez-Café mit Eltern-Kind-Treffpunkt. Schon Ende 2015 hatte Kids & Co gemeinsam mit Anwohnern am Boulevard einen aufsehenerregenden Weltrekordversuch gestartet – gemeinsam war der weltlängste Picknicktisch gebaut worden, was einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde brachte. Auch einem anderen Übel gehen, mit Unterstützung des Quartiersmanagements, Anwohner dort auf die Spur. Mit dem Projekt „Tütenpaten“ des Vereins „Helle Hunde“ sollen die tierischen Hinterlassenschaften auf Wegen und in Grünanlagen weniger werden – der Verein hat Tütenspender aufgestellt und befüllt diese täglich neu.

 

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