Erster Hundeauslauf in Marzahn-Hellersdorf kommt

Platz da!

28.08.2016, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Der Bezirk bekommt seinen ersten offiziellen Hundeauslaufplatz. Eine Nutzungsvereinbarung über ein 7.500 Quadratmeter großes Gelände an der Quedlinburger/Weißenfelser Straße mit dem Verein Helle Hunde ist unterzeichnet. Danach kann dieser das Areal, eine sogenannte Vorhaltefläche für Schule, kostenlos nutzen. Der Verein muss allerdings die Betriebskosten in Höhe von 2.500 Euro pro Jahr (u.a. für Straßenreinigung und BSR) tragen. Auch für eine vollständige Umzäunung und das Herrichten des seit Jahren brach liegenden Gelände ist er zuständig, ebenso für Ordnung und Sicherheit. Der Verein hatte nach einem Interessenbekundungsverfahren des Bezirksamtes den Zuschlag für den Hundeauslauf bekommen. Das Gelände müsste von ihm allerdings geräumt werden, wenn dort eine Schule entstehen sollte. Bisher gibt es dazu aber keine Pläne.

Über 10.000 Hunde
Dass der Bezirk überhaupt eine Fläche zur Verfügung stellt, hängt vor allem mit dem im Sommer beschlossenen neuen Berliner Hundegesetz zusammen. Das sieht zahlreiche Reglementierungen für Hundehalter vor, u.a. eine strenge Leinenpflicht. In Marzahn-Hellersdorf gibt es über 10.000 angemeldete Hunde, mehr als in allen anderen Berliner Bezirken. Das Bezirksamt hatte schon im Mai den Beschluss für ein Hundeauslaufgebiet an der Weißenfelser/Quedlinburger Straße gefasst. Danach sollte dessen Nutzung ausdrücklich einem Verein übertragen werden.

Verein strebt Gemeinnützigkeit an
Noch bis Mittwochabend, 25. August, firmierte Helle Hunde als Verein in Gründung. Bei der Zusammenkunft an diesem Tag im Lern- und Medienzentrum Helliwood an der Riesaer Straße, dem früheren „Baukasten“, wurde er dann offiziell aus der Taufe gehoben. Insgesamt 24 Mitglieder gibt es nun, weitere Mitstreiter werden gesucht. 1. Vorsitzender wurde der Initiator André Kiebis, 2. Vorsitzende die Hundetrainerin Elisa Lange. Die Erzieherin Julia Reuter, die auch die Social-Media-Kommunikation für den Verein erledigt, ist Kassenwart. Der Verein strebt die Gemeinnützigkeit an, will sich nicht nur für artgerechte Hundehaltung engagieren, sondern auch um die Verbesserung des Miteinanders von Mensch und Tier in der Großstadt Berlin. Ein erstes konkretes Vorhaben gibt es schon: Auf dem Boulevard Kastanienallee soll das Projekt Tütenpaten realisiert werden – es sollen Spender mit Tüten für die Hinterlassenschaft der Vierbeiner aufgestellt werden.

Frei nur für Mitglieder
Der Hundeplatz steht lediglich den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung (außer bei öffentlichen oder anderen Veranstaltungen). Die Mitgliedsbeiträge sind moderat: Zu zahlen sind eine Aufnahmegebühr von 5 Euro und ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 5 Euro. Auf Antrag kann es Härtefallregelungen geben. Jedes Vereinsmitglied muss pro Monat zwei ehrenamtliche Arbeitsstunden auf dem Gelände, auf dem früher eine Schule stand, leisten. Dafür kann der Platz jederzeit genutzt werden, zudem wird es Ermäßigungen auf dort ebenfalls angedachte Kurse wie Hundeschule, Agililty-Training und das Ablegen des Hundeführerscheins geben.

Feierliche Vertragsunterzeichnung
Gleich nach der Gründungsversammlung überbrachte der für die bezirklichen Immobilien und Liegenschaften verantwortliche Stadtrat Stephan Richter (SPD) die Nutzungsvereinbarung zur Unterzeichnung. Und außerdem zwei gute Botschaften: Das Bezirksamt fördert die Einrichtung des Hundeplatzes mit einer Summe von 3.000 Euro. Zudem hat der Bezirk bereits bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Antrag auf 7.500 Euro jährlich für den Verein gestellt. Das Geld soll aus einem extra für die Förderung neuer Auslaufgebiete geschaffenen Fonds kommen. Stephan Richter bedankte sich bei den Initiatoren des Vereins und den Gründungsmitgliedern von Helle Hunde für das Projekt, über das rund zwei Jahre immer wieder verhandelt worden war: „Wir können stolz darauf sein, dass wir so engagierte Bürger haben, die nicht lockerlassen, wenn sie von einer Sache überzeugt sind“, sagte er.

Abgeordneter als Fördermitglied
Landes- und Kommunalpolitiker verschiedener Parteien hatten an der Zusammenkunft und Vertragsunterzeichnung teilgenommen, darunter die Abgeordneten Gabriele Hiller (Linke) und Alexander J. Herrmann (CDU). Herrmann, tierschutzpolitischer Sprecher seiner Fraktion, hatte das Projekt Hundeplatz bereits im Vorfeld begleitet. „Ich halte es für ein wichtiges und richtiges Vorhaben für Hellersdorf“, sagte der Christdemokrat, der deshalb Fördermitglied des Vereins wurde. Selbst hat er allerdings keinen Hund: „Dafür aber fünf Goldfische.“

Wer im Verein mitwirken will, kann sich hier informieren:
www.helle-hunde.de und bei Facebook

 

 

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