Wohnsiedlung mit Park, Supermarkt, Kita, Schule, Drogerie und Büros

Parkstadt Karlshorst im Gewerbegebiet

01.07.2016, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding

Lichtenberg. Karlshorst bekommt ein neues Stadtviertel. Bis zum Jahr 2021 entsteht an der Stelle eines Gewerbegebiets an der Ecke Blockdammweg und Ehrlichstraße die „Parkstadt Karlshorst“. Am Donnerstag (30. Juni) stellte das skandinavische Projektentwicklungsunternehmen Bonava seine ambitionierten Pläne vor.

Bürohaus weicht neuem Wohnviertel
Zugemauerte Türen, teilweise eingeschlagene Fenster und mutwillig zerstörte Zwischenwände: Der einstige Verwaltungssitz des DDR-Maschinenbaus am Blockdammweg hat schon bessere Zeiten erlebt. Seit Jahren verfällt der monströse Achtgeschosser, in dessen unteren Etagen noch einige wenige Gewerbemieter ausharren. Schon bald soll das Bürohaus abgerissen werden, genauso wie die weitläufigen Industriehallen im Hinterland. Auch die Hochspannungsleitung ist in absehbarer Zeit verschwunden – um Platz zu machen für die „Parkstadt Karlshorst“ gleich neben dem „Prinzenviertel“. 1.000 Wohnungen sollen bis zum Jahr 2021 entstehen, wo sich derzeit noch ein Gewerbegebiet befindet.

Projektentwickler für das 13 Hektar große Areal ist das skandinavische Unternehmen Bonava, das aus der NCC-Gruppe hervorgegangen ist. „Wir möchten für viele Menschen ein neues Zuhause schaffen, in dem sie sich wohlfühlen“, sagte Bonava-Regionalleiter Helmut Kunze während der Vorstellung eines Masterplanes. Der sieht den Bau von Mehrfamilienhäusern vor, auch sollen ein Supermarkt, eine Kita, eine Schule, eine Drogerie und Büros entstehen. Als Projektentwickler verpflichtete Bonava den renommierten Stadtplaner Prof. Klaus Theo Brenner, von dem bereits die Pläne für die „Gartenstadt Karlshorst“ nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Blockdammweg entfernt stammen. Wie dort auch plant Brenner eine grüne Wohnsiedlung mit öffentlichen Parkanlagen und kleinen Mietergärten. „Das Landschaftliche und das Städtische kommen auf optimale Weise zusammen“, sagte Brenner, der die Arbeiten von drei Architekturbüros koordinieren wird. Ihm sei auch an einer anspruchsvollen Architektur gelegen.

Zwei Jahrzehnte Engagement für die neue Parkstadt
Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich bei der Vorstellung von Brenners Masterplan beeindruckt und erleichtert zugleich. „Gefühlte 20 Jahre haben wir uns bemüht, diesen Standort zu entwickeln“, sagte Geisel, der den Prozess einst als Baustadtrat und später als Bürgermeister von Lichtenberg begleitete. Größtes Problem: Für die Nutzung des Areals zu Wohnzwecken musste der Flächennutzungsplan geändert werden. Denn das Gebiet an der Grenze zum Bezirk Treptow-Köpenick war einst als Gewerbegebiet ausgewiesen. Dass dort jetzt 1.000 neue Wohnungen entstünden, sei von überregionaler Bedeutung, sagte Geisel vor dem Hintergrund der nicht enden wollenden Nachfrage nach Wohnungen in Berlin. Vor allem in Karlshorst führe dies zu einem hohen Druck auf dem Wohnungsmarkt. „Wenn man die Preise im Griff behalten will, muss man neu bauen“, sagte Geisel. Weil bei 1.000 neuen Wohnungen die Zahl der Karlshorster zunehmen wird, soll im Zusammenhang mit der „Parkstadt Karlshorst“ die viel befahrene Ehrlichstraße in eine Tempo 30-Zone verwandelt werden. „Die Verkehrsberuhigung gehört zu einem kinder- und familienfreundlichen Kiez“, sagte Geisel.

250 Sozialwohnungen und eine neue Schule
Lichtenbergs Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) kündigte an, beim Bau einer neuen Schule eng mit dem Unternehmen Bonava zusammenzuarbeiten. Die Idee: Der Projektentwickler und das Land Berlin teilen sich die Kosten für die Investition. Er hofft dadurch, den Bau der neuen Schule parallel zur Wohnsiedlung zu errichten. An die Adresse von Senator Geisel gerichtet, bat Nünthel um Unterstützung von der Landesebene für diese Idee. Für gewöhnlich braucht es bis zu acht Jahre von der Planung bis zum ersten Unterrichtstag in einer neuen Schule. Erfreut ist Nünthel auch darüber, dass die in der Nachbarschaft ansässige Gartenarbeitsschule weiter bestehen bleibt.

Mindestens 250 der 1.000 neuen Wohnungen sollen Sozialwohnungen werden, die Kaltmiete dort nicht mehr als 6,50 Euro pro Quadratmeter betragen. Mindestens noch einmal so viele Mietwohnungen sind zu ortsüblichen Konditionen geplant. Die restlichen Wohneinheiten werden als Eigentumswohnungen zum Kauf angeboten. Nur so lasse sich unter anderem die Miete für die Sozialwohnungen realisieren, heißt es von Bonava.

Bürgerveranstaltung am 4. Juli in der HTW
Interessierte Karlshorster können sich am 4. Juli um 19 Uhr aus erster Hand über die Pläne für die „Parkstadt Karlshorst“ informieren. In der Aula der Hochschule für Technik und Wirtschaft (Raum 238, Gebäude A, Treskowallee 8) werden Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel, ein Vertreter von Bonava und Stadtplaner Prof. Klaus Theo Brenner Auskunft über das Projekt geben. Außerdem startete das Bezirksamt eine Projekt-Internetseite: www.karlshorst-west.de Das Bebauungsplanverfahren soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

 

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