In Kaulsdorf-Nord soll endlich eine Ruine verschwinden

Offenes Haus für alle

13.03.2018, Steffi Bey

Fotos: Gesundheitspflege Helle Mitte GmbH (Konzeptskizze), Birgitt Eltzel (1-6)

Kaulsdorf-Nord. In zwei Jahren wird sicherlich niemand mehr das heruntergekommene Gebäude am Teterower Ring 168 erkennen. Denn aus der Ruine mitten im Wohngebiet soll ein ansehnliches Haus mit neuen Nebengebäuden werden. Auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Gelände will die Gesundheitspflege Helle Mitte GmbH ein modernes Objekt für unterschiedliche Generationen mit ganz verschiedenen Bedürfnissen eröffnen.

Erbbaupachtvertrag bis zum Sommer

Noch stehen die Ideen, Konzepte und Wünsche nur auf dem Papier. „Wir sind ziemlich am Anfang, aber fest entschlossen unser zweites großes Projekt in Marzahn-Hellersdorf auf den Weg zu bringen und umzusetzen“, betont André Graff, der gemeinsam mit seiner Frau Karin die Gesundheitspflege Helle Mitte GmbH führt. In den zurückliegenden Monaten gab es deshalb viele Gespräche mit Verantwortlichen im Bezirk, ebenso mit einem renommierten Berliner Architekturbüro. Fest steht: Es wird einen Erbbaupachtvertrag zwischen dem Bezirksamt und dem Familienunternehmen geben. Das Schriftwerk könnte bis zum Sommer dieses Jahres vorliegen, hofft Stadträtin Juliane Witt (Die Linke), die unter anderem für den Bereich Facility Management verantwortlich ist. Sie gibt jedoch zu bedenken: „Der Erbbaupachtvertrag ist sehr vielschichtig und bedeutet für uns eine große Herausforderung weil sehr viele Abstimmungen nötig sind.“ Der Bezirk gehe die Angelegenheit aber „sehr zügig an“, macht die Politikerin deutlich.

Auch an ein Café ist gedacht

Und sie erklärt, dass vor einem Jahr das Bezirksamt vor der Frage stand: Soll die Ruine am Teterower Ring, in der einst eine Kita und später die Jugendfreizeiteinrichtung Titanic untergebracht waren, abgerissen werden? „Aber das wäre praktisch Selbstmord gewesen“, machte Juliane Witt kürzlich im Ausschuss für Liegenschaften, Facilitymanagement und Bauen deutlich. Denn in Marzahn-Hellersdorf gebe es viele Interessenten, die dieses Haus nutzen möchten. 2017 wurde schließlich ein „kleines Konzeptverfahren“ durchgeführt, bei dem das Familienunternehmen von Karin und André Graff siegte.

Nach ihren Vorstellungen soll das vorhandene Gebäude umfassend saniert werden. Danach ist dort Platz für Betreutes Wohnen (23 Wohnungen), für eine Tagespflege (20 Plätze) sowie für ein gemütliches Café. „Damit öffnen wir uns auch nach außen“, sagt der Geschäftsführer. Geplant sind beispielsweise verschiedene Veranstaltungen, zu denen ebenso Menschen aus dem Großbezirk begrüßt werden.

Wohngemeinschaften und Kita

In den modernen Block hinter dem viergeschossigen Gebäude werden 20 Bewohner ziehen, die dort in zwei Wohngemeinschaften leben: Eine ist für Demenzkranke vorgesehen, die andere für junge Erwachsene mit körperlichen Beeinträchtigungen. Außerdem entsteht in einem dritten Haus auf dem Grundstück eine Kindertagesstätte, die von einem Freien Träger betrieben wird. Mit einem ähnlichen Konzept konnte das Familienunternehmen bereits durchweg positive Erfahrungen auf einem Areal an der Schleusinger Straße in Marzahn sammeln. Auch dort wohnen unter anderem Senioren relativ selbstständig, die dennoch im Alltag Unterstützung brauchen. „Wir merken, die Leute fangen an, wieder aufzuleben“, berichtet André Graff. Weil Alt und Jung voneinander profitieren. So würden beispielsweise Senioren gemeinsam mit Kita-Kindern frühstücken und auch zusammen Sport treiben.

Solche positiven Effekte und vielleicht auch Patenschaften wünschen sich die beiden Initiatoren ebenso für ihr neues Vorhaben. Die gelernte Kinderkrankenschwester und der Betriebswirt leben, arbeiten und engagieren sich seit vielen Jahren in Marzahn-Hellersdorf. „Wir haben einfach Lust auf ein weiteres generationsübergreifendes Projekt“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt.

Investitionsvolumen zwischen 8 und 10 Millionen Euro

Zwischen acht und zehn Millionen Euro betragen die Investitionskosten. Graff geht davon aus, dass im Herbst 2018 erste Bauarbeiten auf dem Gelände am Teterower Ring beginnen können. „Anfang 2020 wollen wir dann Einzug feiern.“

 

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