Ideensammlung für den Wasserpark am Wasserhaus präsentiert

Öffentlicher Park privat finanziert

14.11.2015, Volkmar Eltzel

Fotos: Hager Partner AG (1), Volkmar Eltzel (2-4). Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Rummelsburg. Ein „Haus des Wassers“ mit Bildungsanspruch und Aquarium, Fischen sowie lebenden Korallen will der israelische Unternehmer und Meeresbiologe Benjamin Kahn von Coral World International als Highlight für den Bezirk Lichtenberg an der Kynaststraße, gegenüber vom S-Bahnhof Ostkreuz bauen. LiMa+ berichtete Ein weiteres Gebäude nördlich an der Hauptstraße soll unter anderem ein Hotel, Läden und gastronomische Einrichtungen beherbergen.

6.500 Quadratmeter großer Wasserpark
Sein Geld setzt der potenzielle Privatinvestor gezielt für den Umweltschutz und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur ein. Der Unternehmer möchte zusätzlich zum Wasserhaus, im Südosten in Richtung Rummelsburger See, einen tagsüber öffentlich zugänglichen, terrassenförmigen Wassergarten mit mehreren Becken finanzieren und errichten. Daran anschließen soll sich ein Wasserpark, der Tag und Nacht geöffnet ist und bis zum bestehenden Rad- und Fußweg reicht. Der Naturaktivist beabsichtigt, das Gesamtensemble, insbesondere aber den 6.500 Quadratmeter großen Wasserpark, in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt und unter Beteiligung der Bürger zu verwirklichen. Deshalb beauftragte er die Architekten Maske + Suhren und die Landschaftsarchitekten Hager Partner AG gleich zu Beginn mit der Sammlung von Ideen und Wünschen. Nach einer ersten Bürgerversammlung am 13. Oktober, füllten 46 Interessierte die online bereitgestellten Fragebögen bis zum 20. Oktober aus. Die Auswertung wurde am Mittwoch, 11. November, während einer zweiten Zusammenkunft im Rathaus Lichtenberg von Landschaftsarchitekt Andreas Kotlan (Hager Partner AG) präsentiert.

Wünsche und Ideen der Bürger
Danach wünschen sich die Rummelsburger unter anderem naturnahe Kombi-Spielgeräte zur Förderung der Motorik und Geschicklichkeit für themenspezifische Spielplätze; einen Spielgeräteverleih, Senioren-Sportangebote, eine Toilette, ein gärtnerisches Projekt für Jugendliche, interaktive Wechselausstellungen, Sitz- und Liegemöglichkeiten mit Lehne und natürlich eine Wiese.

Die Mehrheit der beteiligten Bürger stimmte gegen Grillflächen, für Hundeleinenzwang und einen Zugang zum Seeufer mit Ruderbootverleih. Veranstaltungen in dezenter Lautstärke werden befürwortet. Auch, wenn der bestehende Uferweg, der an den Park angrenzt, nicht direkt zum Projekt gehört, gibt es den großen Wunsch, Rad- und Fußweg voneinander zu trennen. Hans Pagel vom Kiezbeirat Rummelsburg beanstandete, dass beim Neubau der Kynaststraße nicht an die Radler gedacht wurde und es deshalb zu Interessenskonflikten am Uferweg komme.

Besucher sollen mit S-Bahn kommen
Anna Maske, Geschäftsführerin der Maske + Suhren GmbH, betonte auf Nachfrage, dass im Haus des Wassers 120 Auto-Parkplätze angedacht seien. Besucher sollen mit der S-Bahn kommen. „Reisebusse wollen wir überhaupt nicht“, so die Unternehmerin. Ob das bei geschätzten jährlichen Besucherzahlen um 500.000 umsetzbar sein wird, bleibt abzuwarten.

Teil des „Quartiers an der Mole“
„Die ersten konkreten Entwürfe für die Landschaftsplanung werden Mitte 2016 erwartet“, sagte Wilfried Nünthel (CDU), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, der sich über das große Bürgerinteresse an dem Projekt freute. Er unterstrich, dass der Park eine öffentliche Grünanlage wird. Andreas Kotlan umriss die nächsten Schritte dorthin: eine gesonderte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Ideenfindung, die Abstimmung mit den Beteiligungsverfahren der angrenzenden Bereiche und die Klärung der grundstücksrechtlichen Aspekte. Denn: Wasser-Haus, Wasser-Garten und Wasser-Park sind ziemlich konkrete Projektentwicklungen. Rund 100 neue Arbeitsplätze könnten hier entstehen. Das gesamte noch nicht entwickelte Areal „Quartier an der Mole“, von der Bezirksgrenze Lichtenbergs im Süden bis zur Hauptstraße im Norden, von der Kynaststraße im Westen bis zum See, ist Teil des Bebauungsplanverfahrens XVII-4. Der Aufstellungsbeschluss dazu wurde bereits im Mai 1992 gefasst. Die Mehrheit der Grundstücke und auch das verfallene, ehemalige Pumpenhaus sind Eigentum des Landes Berlin. Das Gebäude könnte saniert und für kleinere Empfänge genutzt werden. Lediglich fünf Grundstücke an der Hauptstraße (Hausnummern 1, 1F-I) befinden sich in Privateigentum. (Weitere Informationen: www.bebauungsplan-ostkreuz.de) Kahn will die Fläche für das Haus des Wassers erwerben, der Park wird beim Land bleiben. Dennoch hat sich der Unternehmer bereiterklärt, nicht nur den Bau der Grünanlage zu finanzieren, sondern auch die Pflege für zunächst 20 Jahre.

 

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