Sanierung des alten Rathauses Marzahn später als geplant

Nun sollen die Arbeiten 2019 starten

06.11.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Die Fassade des alten Rathauses Marzahn ist mit Planen verhängt, rund um den Eingang am Helene-Weigel-Platz sind Gerüste aufgestellt. Wer denkt, dass die seit langem gewünschte Sanierung des 1988 eröffneten Hauses begonnen hat, irrt jedoch. An dem denkmalgeschützten Gebäude werden nur die Fugen zwischen den Platten verschmiert, erzählt die Frau in der Pförtnerloge. Eine Notreparatur. Denn am alten Rathaus Marzahn, in dem die Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und der Bereich Stadtplanung des Bezirksamtes sitzen, ist seit seiner Inbetriebnahme nichts Grundlegendes mehr gemacht worden. Immer wieder gibt es Regenschäden, auch in den Arbeitszimmern der Mitarbeiter.

Bedrückende Arbeitssituation

„Die Arbeitssituation ist bedrückend“, sagt Immobilien-Stadträtin Juliane Witt (Linke), verantwortlich für die bezirkseigenen Gebäude und Liegenschaften. Bereits seit Jahren drängt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf auf eine Sanierung. Diese sollte ursprünglich bereits 2016/17 beginnen. Die Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) sollte das Haus übernehmen, es auf ihre Kosten instand setzen und sanieren, danach wollte der Bezirk das Gebäude von der BIM mieten. Im Gegenzug beabsichtigte Marzahn-Hellersdorf, das Bürodienstgebäude Premnitzer Straße 11/13 abzugeben. Doch weil sich die bezirkliche Verwaltung durch die Erhöhung der Einwohnerzahlen wieder vergrößern muss, benötigt sie diese Immobilie selbst. Das ins Auge gefasste Tauschgeschäft platzte bereits Ende der vergangenen Legislaturperiode.

Hauptausschluss soll im Januar Konzept beschließen

Mit dem Amtsantritt des neuen Bezirksamtes Ende 2016 begannen erneut Verhandlungen mit der BIM und der Finanzverwaltung des Senats. Inzwischen gibt es Hoffnung. Die BIM sei gerade mit der Finanzverwaltung dabei, die Zustimmung des Hauptausschusses für ein Konzept zur Rathaus-Sanierung einzuholen, sagt Juliane Witt. Allerdings mit leichter Verspätung: „Die ursprüngliche Zeitschiene, die diese Beschlussfassung für den September 2017 vorsah, ist jetzt verschoben auf Anfang des kommenden Jahres.“

Mehrere Gebäude an die BIM übertragen

Nach einer Mitteilung der Finanzverwaltung „über die größeren anstehenden Flächenoptimierungsprojekte der Berliner Verwaltung“ an den Hauptausschuss, der am Mittwoch, 8. November, berät, ist für Marzahn-Hellersdorf folgendes vorgesehen: Neben der Sanierung des alten Rathauses Marzahn soll der bezirkliche Standort Premnitzer Straße 4 an die BIM gehen. Diese untersucht Möglichkeiten, dort (auch mit An- und Erweiterungsbauten) das Finanzamt Marzahn unterzubringen, das jetzt noch in einem gemieteten Objekt an der Allee der Kosmonauten seinen Sitz hat. Ebenfalls in die Prüfung einbezogen ist das derzeit leerstehende ehemalige Haus der Gesundheit an der Etkar-André-Straße. Es soll ebenfalls an die BIM gehen und zum modernen Verwaltungsgebäude umgebaut werden. Dort soll dann wieder das bezirkliche Gesundheitsamt untergebracht werden, das gegenwärtig ebenfalls in einem Mietobjekt sein Domizil hat. „Vor diesem Hintergrund besteht inhaltlich zwischen den Beteiligten grundsätzliches Einvernehmen, das mit dem Rathaus Marzahn bebaute Grundstück und andere betroffene bezirkliche Liegenschaften dem Sondervermögen des Landes Berlin (SILB) zuzuweisen, in die Bewirtschaftung durch die BIM GmbH zu übernehmen und in diesem Rahmen mit finanzieller bezirklicher Beteiligung zu sanieren sowie für die bezirklichen Erfordernisse herzurichten“, heißt es in der von Staatssekretärin Dr. Margaretha Sudhof unterzeichneten Mitteilung.

Auch der Ratskeller wird saniert

„Ich hoffe, dass wir vorankommen und der Umbau des Rathauses im Januar 2019 starten kann“, so Stadträtin Witt. Dabei muss wegen des Denkmalschutzes behutsam vorgegangen werden: Das Gebäude wird energetisch saniert und gleichzeitig barrierefrei gestaltet (ein Fahrstuhl soll bis zum fünften Geschoss führen). Die grundsätzlichen Nutzungen werden erhalten bleiben, die Kellerräume sollen zu Archivräumen umgebaut werden. Auch eine Sanierung des seit Jahren geschlossenen Ratskellers sieht der Bezirk vor. Während die Arbeiten laufen, soll das Stadtplanungsamt Räume im privaten Bürohaus Leunaer 7 beziehen, die Miete dafür ist bereits in den bezirklichen Haushaltsplan 2019 eingestellt. „Ich denke, dass die Zielsetzung des Landes, die kommunalen Liegenschaften zu sichern und weiterzuentwickeln, wie es in der Koalitionsvereinbarung als klarer Paradigmenwechsel formuliert ist, nun auch seinen Niederschlag in konkreter Unterstützung für den Bezirk finden muss“, unterstreicht Witt.

 

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