In Marzahn bleiben Anwohnerschutzzonen auch nach der IGA

Neue Schilder am Landsberger Tor

25.11.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Mit dem Einrichten von Anwohnerschutzzonen zum Parken hatte der Bezirk während der IGA Berlin 2017 versucht, in sieben Vierteln den Besucherverkehr mit PKw zu unterbinden. In zwei der Wohngebieten (Kienbergviertel) und (Cecilienstraße/Ringelnatzsiedlung bis Alwineweg/Blumberger Damm), alle in Marzahn, bleiben die Schilder „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ (Zusatz „Anwohner und Fahrräder frei“) auch nach dem Ende der Schau stehen. Darüber informierte der für Verkehr und Grün zuständige Stadtrat Johannes Martin (CDU) am Donnerstag, 21. November, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Auch die Zufahrtsstraßen zum Wohngebiet “Landsberger Tor “wurden bereits mit diesen Schildern versehen. Die bisherige Anwohnerparkzone dort, nach der auch Ortsfremde zwei Stunden lang kostenlos ihr Auto abstellen konnten, ist damit abgeschafft.

Besucher sind auch Anlieger

Wer gilt als Anlieger? Zunächst alle Personen, die dort wohnen bzw. mit den Bewohnern in Kontakt treten wollen, auch Privatbesucher. Aber auch Patienten von Arztpraxen oder Kunden von Geschäften und Büros gelten als Anlieger. Autofahrer, die Anliegerstraßen nur zur Durchfahrt nutzen, um abzukürzen, oder in den Straßen parken, riskieren ein Bußgeld. Mehr dazu hier…

Parkdruck minimieren

Martin erhofft sich vom Beibehalten der Anwohnerschutzzonen in den Marzahner Gebieten, den Parkdruck zu minimieren, wenn Besucher der „Gärten der Welt“ mit dem eigenen Fahrzeug anreisen. Die internationalen Gärten öffnen bekanntlich am 1. Dezember wieder. Während die Erfahrungen der IGA zeigten, dass nach Hellersdorf viele Gäste mit der U-Bahn kamen und mit der Seilbahn weiterfuhren, klappte es auf Marzahner Gebiet nicht ganz so gut. Viele Falschparker gab es an den Wochenenden oder bei stark frequentierten Veranstaltungen am “Landsberger Tor” und im Kienbergviertel (gegenüber dem Marzahner Haupteingang der „Gärten der Welt“). Auch entlang des Alwinewegs und anderer kleiner Siedlungsstraßen wurden häufig Besucher-Fahrzeuge geparkt. Mehr als 5.000 Knöllchen wurden während der 186 IGA-Tage allein im „Landsberger Tor“ durch das Ordnungsamt verteilt.

Zwei Parkplätze, ab 2020 noch ein Parkhaus

Laut Martin stehen für Motorisierte sowohl der Parkplatz der „Gärten der Welt“ an der Eisenacher Straße als auch der frühere Hellersdorfer Festplatz an der Hellersdorfer/Alte Hellersdorfer Straße, zur IGA Platz für Reisebusse, zur Verfügung. Entspannen wird sich die Parkplatzsituation aber erst, wenn so wie vorgesehen am Standort der IGA-Blumenhalle eine 20 Millionen teure Mehrzweckhalle (Botanikhalle) für die „Gärten der Welt“ eröffnet. Denn diese soll auch Parkplätze für 700 Pkw bieten, die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

In Kürze Post vom Amt

In Kürze sollen alle Mieter und Eigentümer der Anwohnerschutzzonen persönlich per Brief über die Festlegungen unterrichtet werden. „Das System Anwohnerausweisungen wird beibehalten, allerdings etwas professioneller gestaltet“, sagte der Stadtrat. Es solle kostenfreie Ausweise geben.

Kritik kam von der SPD zum Verfahren am Landsberger Tor. „Dort wurden schon am Donnerstagmorgen die Schilder angebracht, die Bürger hatten aber noch keine Informationen darüber bekommen“, sagte der SPD-Verordnete Paul Kneffel. Martin verwies auf eine Anwohnerversammlung kurz vor dem IGA-Abschluss. Dort sei das Konzept vorgestellt worden: „Das Verfahren wurde gemeinsam mit den Anwohnern entschieden“, betonte er.

 

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