Radtourismus wird zum Wirtschaftsfaktor – unterwegs zu den Nachbarn

Neue Karte für Wanderer und Radler

21.04.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Hönow/Marzahn-Hellersdorf. Mit einer originellen Idee wurde am Donnerstag, 20. April, die neue Fahrradkarte „Berliner Umland“ der Öffentlichkeit präsentiert. Die an der Erstellung der Karte beteiligten Akteure trafen sich auf Einladung des Regionalmanagements für die Metropolregion Ost am sonnigen Morgen in der Dorfstraße von Hönow, luden jeweils ihren Radkarten-Ausschnitt auf ein Bike und überquerten gemeinsam per Pedale die Ländergrenze von Brandenburg nach Berlin in Richtung Internationale Gartenausstellung (IGA Berlin 2017) in Marzahn-Hellersdorf. Zu den Radwanderern gehörten die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der beteiligten Kommunen, Politiker des Landkreises Märkisch-Oderland, Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat, Johannes Martin, (CDU), Vertreter der Tourismus- und Wirtschaftsverbände, der IHK Ostbrandenburg sowie Unternehmer aus der Region.

Praktische Faltkarte mit vielen Infos

Vor dem Bezirklichen Informationszentrum (BIZ) an der Hellersdorfer Straße angekommen, setzten die Radler sodann in einem symbolischen Akt das Puzzle zur kompletten Karte zusammen. Am Start und am Ziel der Tour sorgten die kostümierten „Botschafter“ der Kommunen für gute Stimmung: der Fährmann aus Strausberg, das Bademädchen aus Petershagen-Eggersdorf, der Bergmann aus Rüdersdorf, der Gutsherr aus Fredersdorf-Vogelsdorf, der Nachtwächter aus Altlandsberg, der Jockey aus Hoppegarten und die Biene aus Neuenhagen. Das IGA-Maskottchen „Stecky“ gesellte sich hinzu.

Die Faltkarte (Format geschlossen: 10 x 21 Zentimeter; offen: 59 x 63 cm) bildet Rad- und Wanderwege, Ort- und Landschaften sowie touristische Sehenswürdigkeiten ab. Dabei reicht das Areal von von Wartenberg, Hohenschönhausen und Ahrensfelde im Nordwesten bis nach Storkow (Mark), Bad Saarow und Wendisch Rietz im Südosten sowie von Bockow und der Märkischen Schweiz im Nordosten – bis nach Königswusterhausen im Südwesten. Zu den auf der Rad- und Wanderkarte mit Nummern versehenen Ausflugszielen gibt es auf der Rückseite, wertvolle Informationen mit Tour-Vorschlägen, Adressen und Kontaktdaten für Anmeldungen oder weitere Infos. Ein Zentimeter auf der Karte entspricht rund 714 Metern in der Realität.

Bezirk will Radwege auf Vordermann bringen

Ein Highlight ist sicher die Route „Brandenburger Erlebniswelten – Fahrradtour zur IGA“ der GartenNachbarn. Aber es gibt noch weitaus mehr ganz in der Nähe zu entdecken: beispielsweise den Museumspark mit dem ehemaligen Kalkstein-Tagebau in Rüdersdorf, die vielen Seen um Grünheide, den barrierefreien Badestrand am Bötzsee bei Eggersdorf oder das Schlossgut und die Altstadt von Altlandsberg…

„Längst sind die rund 700 Kilometer Radwege in der Region auch zu einem wirtschaftlichen Faktor geworden“, sagte der Beigeordnete und Fachbereichsleiter des Landkreises Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel. Jeder Rad-Tourist gebe durchschnittlich 25 Euro im Landkreis aus. Hochgerechnet sei das ein jährlicher Umsatz von etwa 22 Millionen Euro. Mit Bedacht halte man deshalb die Radwege und die Ausschilderungen in Schuss.

Auch Wirtschaftsstadtrat Johannes Martin hat das Potenzial des Fahrrad-Tourismus erkannt. „Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren das Radwegenetz in Marzahn-Hellersdorf auf Vordermann bringen“, sagte er. Gerade habe man dazu zwei neue Stellen in der Verwaltung geschaffen. Die Metropolenregion Ost habe sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Die IGA biete die Chance, diese Entwicklung vielen Menschen aufzuzeigen. Übrigens: Radler sind zur IGA willkommen. „Wir haben für zahlreiche Fahrrad-Stellplätze an den Eingängen gesorgt“, sagte IGA-Geschäftsführerin Katharina Lohmann. Für E-Bikes gibt es sogar eine Ladestation. Den Strom liefern Solarzellen auf dem Dach des Bezirklichen Informationszentrums. Auf dem IGA-Gelände selbst sind aus Sicherheitsgründen jedoch keine Zweiräder zugelassen.

Noch ganz druckfrisch

Ellen Rußig, Chefin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree (TSOS) und federführend bei der Erstellung der neuen Wander- und Radwegekarte erklärte, dass die Pläne in einer Auflage von 50.000 Exemplaren noch ganz druckfrisch seien. Ab Montag, 24. April, wären sie u.a. in regionalen Tourismusinformationen, Museen und natürlich auf der IGA und im BIZ an der Hellersdorfer Straße kostenlos erhältlich. Außerdem könnten sie auf der Webseite www.seenland-oderspree.de auch bestellt werden. Der Tourismusverband ist mit einem eigenen Stand auf der IGA vertreten.

 

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