Sehenswerte Ausstellungen in ZKR, Rathaus Marzahn und Galerie M

Neue Formate in Schloss Biesdorf

20.11.2017, Linna Schererz

Fotos: Linna Schererz

Marzahn-Hellersdorf. Neue Formate gibt es im Zentrum für Kunst und öffentlicher Raum (ZKR) in Schloss Biesdorf: Die monatlichen ZKR-Sonntage greifen Motive aus der aktuellen Ausstellung auf, zudem können sich in einer sogenannten „Mappenstunde“ Laienkünstler ein professionelles Feedback von Experten holen. Und montags lohnt sich ein Ausstellungsbesuch jetzt besonders: Da gibt es nicht nur einen ermäßigten Eintrittspreis, sondern auch um 16.30 Uhr eine Nachmittagsführung dazu (Eintritt ganztags 2,50 Euro, inkl. Führung 4 Euro).

Vergehende Landschaften, urbane Strukturen

„Blick Verschiebung“ ist der Titel der dritten Exposition im Schloss. Die Gruppenausstellung legt den Fokus auf vergehende Landschaften und urbane Strukturen in Ostdeutschland von der DDR über die Wendezeit bis in die Gegenwart. Von den 22 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Arno Fischer, Seiichi Furuya, Stephanie Steinkopf, Clemens von Wedemeyer und Tobias Zielony, sind vorwiegend Fotografien und Videoarbeiten zu sehen. Ihre Werke setzen verlassene Architekturen und transformierte Städte ins Bild, erzählen Geschichten von Anwohnenden oder studieren die Entwicklung ländlicher Umgebungen. Die Schau (Eröffnung 21. Oktober) läuft bis zum 8. April 2018 und wurde in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus und Frankfurt (Oder) realisiert.

Führung mit Sven Gatter, Vortrag Ludwig Rauch

Zum Auftakt der ZKR-Sonntage geht es um die Fotografie. Am Sonntag, 26. November, führen um 12 Uhr der Künstler Sven Gatter und ZKR-Direktorin Katja Aßmann durch die Ausstellung „Blick Verschiebung“. Gatter, in Halle/Saale geboren, studierte Sozialpädagogik, später besuchte er die renommierte Ostkreuzschule für Fotografie und arbeitet seitdem als freier Fotograf. (Teilnahme inkl. Eintritt zur Ausstellung 8 Euro)

Vortrag, Beratung und Dokumentarfilm

Um 14 Uhr findet ein Vortrag von Ludwig Rauch, Dozent an der Ostkreuzschule, statt. Er spricht über Biografie und Fotografie – und warum sich beides bei ihm nicht trennen lässt. Rauch, der an der Karl-Mar-Universität Leipzig Bildjournalismus studierte, danach ebenfalls an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, hatte bereits als junger Berufsfotograf in der DDR Publikationsverbot. Er siedelte nach West-Berlin um und arbeitet seitdem als freier Fotograf und Künstler. (Eintritt 3 Euro, Kombiticket Ausstellung und Vortrag 6 Euro).
Um 15.30 findet eine Portfolio-Beratung mit Ludwig Rauch statt. Die Teilnahme an dieser Portfolio-Beratung ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung td@zkr-berlin.de mit einem konkreten Projekt erwünscht. Zur gleichen Zeit wird unter dem Motto Screening der Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders und Juliani Ribeiro Salgado gezeigt. (Eintritt 3 Euro, Kombiticket 6 Euro).

Treff der Kombinate

Kostenlos ist der Besuch der aktuellen Ausstellung im alten Rathaus Marzahn in der Reihe „Kostbarkeiten“, die erneut vom Kreis „Kunstfreunde für Marzahn-Hellersdorf“ um Michael Wiedemann initiiert wurde. Es ist die achte Exposition, die in dem Gebäude am Helene-Weigel-Platz 8 gezeigt wird. Vom ersten bis zum fünften Stockwerk sind bis zum 31. Januar 2018 Bilder, Fotografien und andere Kunstwerke von neun jungen israelischen Künstlern zu sehen, die in Berlin leben. Die Ausstellung firmiert unter der Bezeichnung „Kombinat“ – im Hebräischen ein Slangwort (Kombina), mit dem unkonventionelle Lösungen beschrieben werden. Auch für das denkmalgeschützte Gebäude zeichnete einst ein Kombinat verantwortlich – das Architektenkollektiv um Karla Bock und Wolf R. Eisentraut, das das Rathaus schuf, war Teil des Kombinates Ingenieur-Hochbau Berlin. Seinen Ursprung hat das Wort im Lateinischen – combinare (vereinigen). Im alten Rathaus trifft nun gewissermaßen Kombinat auf Kombinat. (Geöffnet Mo-Fr von 8 bis 18 Uhr, Eintritt frei.)

Was man schon immer mal über Geld wissen wollte

Um den schnöden Zaster geht es ab Sonntag, 26. November, in der Galerie M, Marzahner Promenade 46. Um 18 Uhr findet dort die Vernissage zur Ausstellung „Mit Geld spielt man nicht“ von Hans HS Winkler statt. Die Schau präsentiert in einer vielschichtigen Installation künstlerische Sichtweisen auf Tauschmittel, Finanzwelt und Ökonomie, heißt es in der Ankündigung. Neben einem Finanzmuseum (Objekte, die Geschichten über ungewöhnliche Banküberfälle, „Anarchisten-Banker oder Spekulanten erzählen) und einem Archiv (grafisch-fotografische Langzeitprojekte des Künstlers) werde auch eine neue Regionalwährung eingeführt, der Marzahner. Mal sehen, was man sich dafür kaufen kann…
Besichtigt werden kann die Ausstellung bis zum Freitag, 9. Februar 2018. Der Eintritt ist frei.

 

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