Zusätzliche Abfallbehälter am Ober- und Orankesee lassen auf sich warten

Müllberge nerven Anwohner

31.07.2015, Andrea Scheuring

Fotos: Förderverein Ober- & Orankesee e.V. (1-2, 4-5), Andrea Scheuring (3)

Hohenschönhausen. Wer dieser Sommertage sonnabends oder sonntags in der Frühe joggend, spazierend oder mit dem geliebten Vierbeiner im Park am Obersee seine Runde dreht, glaubt mitunter seinen Augen nicht zu trauen. Nicht das satte Grün vor der Kulisse des noch ruhenden Gewässers oder die „Sonnenanbeterin“, die ihr Antlitz in der Hoffnung auf die ersten warmen Strahlen dem Morgenhimmel über Hohenschönhausen zuwendet, nehmen den Blick gefangen. Nein, es sind Müllberge. Überreste des jeweils vorangegangenen Abends. Überall im Park. Leere Flaschen, benutztes Plastikgeschirr, Verpackungen, Einweggrills… Vor allem dort, wo sich den Besuchern Liegemöglichkeiten mit Blick auf den See bieten, stapelt sich der Unrat. Kein schöner Anblick. Abgesehen davon, dass organische Stoffe wie Speiseabfälle Ungeziefer und Ratten anziehen. „Nicht jeder nimmt seinen Müll wieder mit nach Hause. Zwar versuchen viele, die vorhandenen Abfallbehälter zu benutzen, aber diese sind oft zu klein. Dann wird der Müll daneben oder in der Nähe platziert“, erklärt Elke Weihusen vom Förderverein Ober- & Orankesee e.V. die Situation.

CDU-Antrag greift Problem auf
Die Anwohner erleben diese jeden Sommer, denn Ober- und Orankesee inmitten des Hohenschönhauser Villenviertels sind besonders an warmen Tagen ein beliebter Treffpunkt für Alt und besonders Jung. Die Nachbarn sind mehr als genervt. „Traurig, leider keine Wertschätzung bei den Menschen, wunderschöne Seen mitten in der Stadt zu haben“, schreibt eine verärgerte Nachbarin auf der Facebook-Seite des Fördervereins. „Echt mal, ätzend, und noch schlimmer: zerbrochene Flaschen! Nehmt Euern Scheiß mit!“, eine Andere. Ihre Empörung über die anhaltende Vermüllung der Parkanlagen haben engagierte Anwohner wiederholt publik gemacht. Die Lichtenberger CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte bereits im Frühjahr die Frage der Sauberkeit rund um den Ober- und Orankesee aufgegriffen und einen entsprechenden Antrag in der BVV eingebracht. Darin wurde das Bezirksamt aufgefordert zu prüfen, ob ein Anbringen größerer bzw. zusätzlicher Müllbehälter in der Parkanlage möglich wäre.

Häufigere Leerung der Behälter notwendig
Doch nicht nur zusätzliche Abfallbehälter scheinen am Ober- und Orankesee erforderlich, um das Müll-Problem künftig in den Griff zu bekommen. „Auch eine häufigere Leerung wäre sinnvoll, aber da scheint es an den Kapazitäten zu scheitern“, meint Elke Weihusen. Nach Anwohnerinformation wird in der Regel immer montags vor Ort gereinigt. Auch Fabian Peter, Referent des Bezirksstadtrates für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU), bestätigt: „Wenn es sich um Papierkörbe in einer Grünanlage handelt, dann ist das Bezirksamt zuständig; die Leerung erfolgt bedarfsgerecht, mindestens einmal wöchentlich.“

Auch WC-Häuschen und Hundeauslaufplatz in der Diskussion
Seit dem Beschluss der BVV sind nun mehrere Wochen ins Land gegangen. Am 22. Mai hatte ein Rundgang mit Vertretern des Fördervereins und des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamtes stattgefunden. Bei dem Termin – bei dem es auch um die Einrichtung eines Toilettenhäuschens und eines Hundeauslaufplatzes vor Ort ging – war vereinbart worden, dass Aufstellflächen für weitere 10 Müllbehälter rund um den Ober- und Orankesee benannt werden. „Bislang liegen uns diese Standortvorschläge zur Aufstellung von weiteren Papierkörben durch den Förderverein noch nicht vor“, erklärte Fabian Peter auf Nachfrage. Die Betroffenen sind irritiert. „Wir haben Fotos und Vorschläge gemacht“, betont Birgit Fleischhauer vom Förderverein. Adressat war Conrad Masius vom zuständigen Fachbereich Grünflächenunterhaltung. Eine Antwort seitens der Behörde steht aus. Urlaubszeit. Das Problem scheint auf die Zeit nach den Sommerferien vertagt.

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden