Mehr Schulen werden gebraucht

03.10.2017, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn-Hellersdorf. Die Zahl der Schüler in Marzahn-Hellersdorf steigt rasant, wie aus dem gerade veröffentlichten Schulentwicklungsplan hervorgeht. Wurden im Schuljahr 2013/2014 in den 47 öffentlichen Schulen noch 19.430 Schüler betreut, geht die Bezirksverwaltung für das Schuljahr 2024/2025 von 27.130 Lernenden aus – ein Anstieg um fast 40 Prozent. Vor allem in den Einfamilienhausgebieten werden die Plätze an den Schulen daher knapp. Bezirk konkretisiert angesichts steigender Schülerzahlen die Schulentwicklungsplanung. Während bereits mit dem Bau drei neuer Schulen begonnen wurde, werden die Pläne für ein Gymnasium, eine Integrierte Sekundarschule und eine Grundschule konkreter.

Ungleiche Verteilung der Schulkapazitäten

„Berlin ist eine wachsende Stadt mit starkem Zuzug“, sagt der Marzahn-Hellersdorfer Bildungsstadtrat Gordon Lemm (SPD). Rein rechnerisch verfügt der Bezirk aktuell über mehr Schulplätze als Schüler. Allerdings nur rechnerisch: Während es in den Großsiedlungen von Marzahn oder Hellersdorf teilweise Überkapazitäten gibt, fehlt es in den Einfamilienhausgebieten von Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf und Teilen von Hellersdorf an Platz. Schon jetzt geraten die Grundschulen dort an ihre Kapazitätsgrenzen. In Einzelfällen gibt es in den sogenannten Siedlungsgebieten Klassen mit bis zu 30 Schülern. Angestrebt ist gewöhnlich eine Klassenstärke von 24 bis 26 Schülern. Der Bezirk hat bereits reagiert: Die Kiekemal-Grundschule am Hultschiner Damm wurde um einige Container erweitert. Container – auch mobile Unterrichtsräume genannt – gibt es auch in der Peter-Pan-Grundschule in der Stolzenhagener Straße. Für die Grundschule am Schleipfuhl in der Nossener Straße sowie die Franz-Carl-Achard-Schule in der Adolfstraße wurden Container beantragt und genehmigt.

Neubau und Reaktivierung

Eine spürbare Entlastung sollen die drei bereits begonnenen Schulneubauten bringen: Die leerstehende Schule am Elsengrund in Mahlsdorf könnte zum Schuljahr 2019/2020 ihren Betrieb wieder als Grundschule aufnehmen. Während die Jungen und Mädchen in mobilen Unterrichtsräumen betreut werden, laufen die Arbeiten für die Sanierung des alten Gebäudes. Das soll ab 2020/21 bezugsfertig sein. Dann gibt es Platz für rund 380 Schüler. Die Grundschule am Habichtshorst nimmt im kommenden Schuljahr ihren Betrieb auf, ebenso die neue Oberschule in Alt-Mahlsdorf.

Schneller als erwartet werden vermutlich auch drei zusätzliche Schulen in Biesdorf und Hellersdorf entstehen. Bezirksstadtrat Gordon Lemm geht davon aus, dass das Land Berlin die benötigten Mittel von rund 80 Millionen Euro freigeben wird. „Wir haben bei der Senatsverwaltung für Bildung sowie für Finanzen unseren Bedarf angemeldet“, sagt Lemm. Konkret geht es um Flächen an der Haltoner Straße in Biesdorf, an der Erich-Kästner-Straße in Hellersdorf und am Naumburger Ring Ecke Weißenfelser Straße, ebenfalls in Hellersdorf. Dort hatte sich gerade ein neu gegründeter Hundeverein eingerichtet. Gut möglich, dass der „Helle Hunde e.V.“ das Areal bereits in wenigen Jahren wieder räumen muss.

Mit Erscheinen des Schulentwicklungsplans hat sich auch der Bezirksschulbeirat zu dem 174 Seiten starken Papier geäußert. „Der größere Bedarf bei den Grundschulplätzen wird sich auch für die Oberschulplätze darstellen“, heißt es in einer Stellungnahme. „Daher sollte ebenfalls rechtzeitig mit der Bedarfsanmeldung und der Planung für Oberschulstandorte begonnen werden.“

 

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