Hellersdorfer Hundeplatz öffnet am 13. Mai

Los die Leine!

12.05.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-3, 5-6), Helle Hunde e.V. (4)

Hellersdorf. Mehr als 250 Tage haben die Mitglieder des Vereins Helle Hunde e.V. geschuftet, nun ist es endlich so weit: Am Sonnabend, 13. Mai, laden sie alle Interessierten zur Eröffnung ihres Hundeplatzes ein. Auf dem Gelände an der Weißenfelser Straße 43 (Ecke Quedlinburger Straße) sind von 12 bis 18 Uhr Besucher willkommen. Der Eintritt ist frei – es gibt ein buntes Programm. Hunde dürfen natürlich mitgebracht werden, sie sind aber auf dem Festgelände an der Leine zu führen. Eine extra umzäunte Fläche, sonst der Welpenbereich, steht für den Freilauf zur Verfügung. Schließlich sollen Hunde auf einem Hundeplatz auch toben können.

Unterstützung von Bezirk und Senat

Das 7.500 Quadratmeter große Areal, auf dem eine vor mehr als zehn Jahren abgerissene Schule stand, wurde dem Verein vom Bezirk verpachtet. Der Verein muss alle Betriebskosten tragen, darunter allein Straßenreinigungsgebühren von rund 2.500 Euro. Er wurde aber auch vom Bezirksamt mit sogenannten sogenannte Genossenschaftsmittel in Höhe von 3.000 Euro finanziell unterstützt, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung förderte das Projekt 2016 und 2017 mit jeweils 7.500 Euro. Hintergrund ist das im vergangenen Jahr beschlossene neue Hundegesetz, das eine Verschärfung der Leinenpflicht vorsieht. In Marzahn-Hellersdorf, mit mehr als 10.800 angemeldeten Hunden, gab es bisher keinen offiziellen Freilauf. Der Platz von Helle Hunde e.V. ist die erste Freilauffläche in Berlin, die nach der Verabschiedung des Hundegesetzes entstand.

Aus einer Brachfläche wurde ein schönes Areal

Möglich wurde das vor allem durch die engagierte ehrenamtliche Arbeit vieler der 60 Vereinsmitglieder. Denn die jahrelang brachliegende Fläche war völlig verwahrlost und überwuchert. Mit den Fördergeldern wurde Material gekauft und schwere Technik gemietet, um den Platz herzurichten. An 36 Samstagen wurden von den Vereinsmitgliedern 180 Stunden Arbeitseinsätze geleistet. Dabei wurden etwa 40 Kubikmeter Sperrmüll und ca. 280 Kubikmeter Baum- und Strauchschnitt entsorgt. Auf den Platz wurden u.a. 29 Tonnen Mutterboden und 25 Tonnen Sand verbracht, der Maschendrahtzaun ringsum wurde erneuert. Es entstand ein abgegrenzter Bereich für Welpen und für Agility, sogar ein Hügel mit Tunnelröhre aus Beton wurde angelegt. Spaß für die Hunde verspricht auch ein großer Sandkasten, in dem sie nach Herzenslust buddeln können.

Gleichzeitig auch etwas fürs Quartier getan

„Die Vereinsmitglieder haben nicht nur sich selbst geholfen, sondern sie haben auch etwas für die Anwohner in einem sozial schwierigen Quartier getan“, sagte die für Immobilien zuständige Stadträtin Juliane Witt (Linke) bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 4. Mai. „Durch ihre Arbeit haben sie einen jahrelang unansehnlichen Flecken in einen schönen Platz verwandelt.“ Im Verein wirken Menschen unterschiedlicher Berufe mit – von Arbeitern und Handwerkern bis hin zu Akademikern, Hartz-IV-Empfängern und Rentnern. „Sie haben eine Gemeinschaft entwickelt, die etwas Großartiges geschaffen hat“, sagte die Stadträtin. Ein solches Engagement unterstütze der Bezirk gern. Witt kündigte an, dass der Bereich Facility Management weitere 1.000 Euro für den Verein bereitstellen werde. Denn dieser hat noch ein ganz großes Problem: Es gibt bisher keine Frischwasserversorgung auf dem Gelände. Zwischen 3.500 bis 4.000 Euro würde das kosten. Der Verein suche deshalb noch nach Sponsoren, sagte Vorsitzender André Kiebis.

Gäste an zwei Tagen pro Woche willkommen

Der Hundeplatz kann nicht nur von den Vereinsmitgliedern genutzt werden. Es wird jeden Dienstag und auch sonnabends Gästezeiten geben (5er-Karte 10 Euro). Der Mitgliedsbeitrag im Verein beträgt monatlich 5 Euro, dazu kommen zwei jeden Monat zu leistende Arbeitsstunden (nicht nur schwere körperliche Arbeiten, sondern auch Aufsichten u.ä.)

Weitere Infos:
https://www.helle-hunde.de

 

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