Im „Musterländle der Bürgerbeteiligung“ sind neue Ideen gefragt

„Lichtenberg machen!“

21.03.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Bezirksamt Lichtenberg (1), Birgitt Eltzel (2-5)

Lichtenberg. Der Bezirk will die Bürgerbeteiligung ausweiten. Deshalb hat sich Bürgermeister Michael Grunst (Linke) mit dem Aufruf „Lichtenberg machen!“ an die Einwohner gewandt. Er will wissen, wie sie den Bezirk in zehn Jahren sehen. Was soll sich bis dahin verändert haben, was soll schöner werden, was die Kieze lebenswerter machen? In der „Langen Nacht der Politik“ am 3. März gestartet, gibt es schon etliche Vorschläge ans Rathaus.

Positiver Imagewandel

Die Idee habe er schon lange gehabt, sagt Grunst. Lichtenberg sei zwar mit dem Bürgerhaushalt, dem 2005 als ersten in Berlin gestarteten, und der stadtteilbezogenen Arbeit quasi das „Musterländle der Bürgerbeteiligung“ in der Hauptstadt, aber da gehe noch mehr. Kürzlich wurde die Freiwilligenagentur Oskar eröffnet, vom Bezirk mit 100.000 Euro unterstützt, zudem wurde eine Stabsstelle Bürgerbeteiligung beim Bürgermeister eingerichtet. Lichtenberg habe sich in den letzten 20 Jahren sehr positiv entwickelt und könne einen positiven Imagewandel verzeichnen, sagt Grunst „Diesen Schwung wollen wir aufgreifen.“

Grillfest mit dem Bürgermeister

„Lichtenberg machen!“ ziele darauf, die vielen guten Ideen der Bürger zu sammeln, sagt der Bürgermeister. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt er, „auch wenn uns die Leute auf Missstände hinweisen.“ Da müsse die Verwaltung ihren Job tun. Begrenzt ist die Aktion übrigens nicht. „Wir wollen sie aber in verschiedenen Etappen durchführen und auch immer die Ergebnisse abrechnen.“ Das erste Mal noch vor der Sommerpause. Ausgelobt für die besten Ideen ist ein Abendessen mit dem Bürgermeister. Wo und wann das stattfindet, kann Grunst allerdings noch nicht sagen: „Mir schwebt ein Grillfest vor, vielleicht auf dem Innenhof des Rathauses.“

Von Marktplatz bis zum Kiezkino

Mehr als 20 Vorschläge, vor allem aus dem Ortsteil Lichtenberg, sind bereits eingegangen. Doch auch aus allen anderen Ortsteilen seien Ideen gefragt, betont Grunst. Bei den bisherigen Einsendungen geht es u.a. um Ordnung und Sauberkeit im Areal an der Mauritiuskirch- Ecke Wilhelm-Guddorf-Straße, aber auch um ein Konzept für die Entwicklung der ehemaligen Stasizentrale und dabei auch um die Nutzung des dort vorhandenen Kinosaals als Kiezkino. Vorgeschlagen wurde das Pflanzen von Bäumen östlich des BVG-Hofs als Sicht- und Schallschutz und sowie das Begrünen der Siegfriedstraße. Weil im Sommer regelmäßig „Rennen“ auf der Weitling- und Irenenstraße stattfinden, so eine weitere Idee, könnte das Tempo der Autofahrer durch sogenannte Berliner Kissen gedrosselt werden. Ein anderer Vorschlag zielt auf die Etablierung eines samstäglichen Frischemarktes auf dem Freiaplatz, ebenso soll der Platz um die Kirche am Rodeliusplatz als lebendiger Marktplatz mit Cafés, Sitzbänken und Bäumen entwickelt werden.

Wunsch: Geschlossene Bäder sanieren

Und natürlich finden sich auch Dauerbrenner, die seit Jahren für Unmut im Bezirk sorgen: So wird nicht nur nach dem Herrichten des alten BVB-Freibades, seit langer Zeit eine Ruine, gefragt. Gefordert wird auch die Sanierung des Stadtbads Lichtenberg (Hubertusbad) und die Nutzung entweder als Bad oder als Kulturzentrum. Während sich das BVB-Bad in Bezirksbesitz befindet, wird das Stadtbad nahe dem Oskar-Ziethen-Krankenhaus von der Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) verwaltet. Wie berichtet, ist erst Ende des vergangenen Jahres wieder einmal der Verkauf des seit 25 Jahren geschlossenen, denkmalgeschützten Hallenbades gescheitert.

Einsendungen von Vorschlägen per E-Mail, telefonische Nachfragen unter 9 02 96 33 02.

 

 

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