Roedeliusplatz soll bis Ende 2020 umgestaltet werden

Lebendiger Kieztreffpunkt

04.11.2017, Linna Schererz

Fotos: Volkmar Eltzel (1-6), Entwurf: Gruppe Planwerk (7)

Lichtenberg. Noch präsentiert sich der Roedeliusplatz nicht besonders ansehnlich. Obwohl dort mit dem Amtsgericht von 1906 und der St. Antonius & St. Shenouda Kirche (der früheren Glaubenskirche, gebaut 1903-1905) zwei der bemerkenswertesten historischen Gebäude von Lichtenberg stehen, weist das rechteckige Areal wenig Aufenthaltsqualität auf. Denn der weiträumige Platz wird vor allem geprägt durch teilweise überdimensionierte Straßen und Parkflächen. Selbst die kleine Grünanlage vor der denkmalgeschützten Kirche wirkt deshalb nur wenig einladend. Doch das soll sich ändern.

Koptische Kirche und Bürger waren beteiligt

Schon im kommenden Jahr startet die Umgestaltung des Platzes und seines Umfelds, die 2020 abgeschlossen wird. Der Roedeliusplatz soll zu einem lebendiger Kieztreff werden, mit Flächen zum Verweilen und Chillen im Grünen und einem Kinderspielplatz. Ein entsprechender Entwurf des Büros Planwerk wurde kürzlich in einem konkurrierenden Gutachterverfahren des Bezirksamtes unter insgesamt fünf eingereichten Arbeiten ausgewählt. Alle fünf Realisierungsideen waren bis zum 17. Oktober im HolzHaus an der Gotlindestraße 38 gezeigt worden. Bürger konnten ihre Meinung sagen und für ihren Lieblingsentwurf stimmen. Auch die Koptische Gemeinde, die das Gotteshaus am Roedeliusplatz seit den 1990er-Jahren nutzt und für die Fläche vor der Kirche einen Erbbaupachtvertrag besitzt, war an dem Verfahren beteiligt. Die geplante Aufwertung des Roedeliusplatzes ist ein Vorhaben im Sanierungs- und Stadtumbaugebiet Frankfurter Allee Nord (FAN).

Vorplanungen beginnen noch in diesem Jahr

Noch in diesem Jahr wollen die Architekten und Stadtplaner in Abstimmung mit der Koptischen Gemeinde und dem Bezirk mit den Vorplanungen beginnen. Für die Realisierung des Projektes werden laut Mitteilung aus dem Bereich Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mittel aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost (540.000 Euro) und aus Ausgleichbeiträgen aus dem ehemaligen Sanierungsgebiet Weitlingstraße (440.000 Euro) genutzt.

Platzflächen um Gotteshaus besser nutzbar machen

Gewünscht war, die Platzflächen um die Kirche für die Bewohnerinnen und Bewohner besser nutzbar zu machen, sagt der Bezirksstadtrat für Straßen und Grünflächen, Wilfried Nünthel (CDU). Neben einer Überarbeitung der Bepflanzung sollen Aufenthaltsbereiche und ein Kinderspielplatz entstehen. Dabei soll ebenfalls ein Treffpunkt für die Gemeinde geschaffen werden, der auch als Platz zum gemeinsamen Essen im Freien genutzt werden kann. Die umliegenden Verkehrsflächen sollen so umgestaltet werden, dass verbesserte Sichtbeziehungen, sicherere Querungsmöglichkeiten und eine optimierte Stellplatzanordnung entstehen. Der Gewinnerentwurf der Gruppe Planwerk (siehe Bildergalerie) überzeugte die Fachjury, in der neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und Kirche auch Bürger saßen, „durch die gelungene Einpassung des Roedeliusplatzes in den umgebenden Stadtraum und eine klare Zonierung der Nutzungen“, sagt Markus Tegeler von der Stattbau GmbH, dem Gebietsbeauftragten für das FAN-Sanierungsgebiet. Zudem sei eine zeitgenössische Interpretation des Denkmals Roedeliusplatz geliefert worden.

 

Rodeliusplatz

Der achteckige Roedeliusplatz bildet einen in der Denkmalliste des Landes Berlin verzeichneten Denkmalbereich. Er wird geprägt durch die frühere Glaubenskirche in seiner Mitte und das am südlichen Rand gelegene Amtsgericht Lichtenberg.

Bei Planungen für ein neues urbanes Zentrum Lichtenbergs bekam er 1897 zunächst den Namen Wagnerplatz nach dem Komponisten Richard Wagner. Am 12. Februar 1935 erhielt der Platz wegen vieler nach Wagner benannten Straßen und Plätze in Berlin den Namen Roedelius. Dieser geht zurück auf Adalbert Roedelius, der von 1874 bis 1877 erster Gemeindevorsteher des neuen Amtsbezirks Lichtenberg war.

Die weiträumige Anlage des Straßenraums und die Struktur des Straßenpflasters am nördlichen Rand waren bis 2009 letzte Anzeichen dafür, dass dort vor Jahren eine Straßenbahn verkehrte. Es handelte sich dabei um die Endstation der durch die Normannenstraße verlängerten Flachbahn.

In den vergangenen Jahren mehrten sich Klagen von Anwohnern und Gewerbetreibenden im Kiez. Der Verkehr hatte stark zugenommen, Straßen waren ungepflegt, es wurde ungeordnet gebaut. Im Jahr 2010/11 begannen erste Umbauten an den Straßen durch das Bezirksamt. In der Normannenstraße wurden dabei Spuren der früheren Schienenführung beseitigt, das Kopfsteinplaster wurde durch eine Asphaltschicht ersetzt.
(Quelle: Wikipedia)

 

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