Kristina Niemann ist die neue „Hausherrin“ im Kunsthaus Flora

Den Ort weiterentwickeln

30.03.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-7, 9-10), Kunsthaus Flora (8) Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Mahlsdorf. Im weitläufigen Gärten sprießen die ersten Knospen an Bäumen und Sträuchern, auch der Rasen zeigt zunehmend wieder Grün. Noch aber hat die Gartensaison im idyllisch gelegenen Kunsthaus „Flora“ nicht begonnen, die Kurse und Treffen finden im Innern des Hauses in der Florastraße 113 statt. „Aber sobald es wärmer wird, wollen wir natürlich auch den Garten nutzen“, sagt Kristina Niemann.

Erste Ausstellung eröffnet

Die 42-jährige Kulturwissenschaftlerin ist seit Januar die Leiterin des Hauses, das seit 2013 von der Agrarbörse Deutschland Ost e.V. betrieben wird. Kristina Niemann, geboren in Lichtenberg und aufgewachsen in Kaulsdorf-Nord, wo sie nach einem Intermezzo in Friedrichshain jetzt wieder lebt, hatte zuvor als Assistentin der Theaterleitung im Zoo Palast in der City West und beim Filmfestival Berlinale gearbeitet, zuletzt beim Buchungsportal Get Your Guide. Sie folgt auf die bisherige Leiterin Roswitha Babig, die wieder im Bereich der Ökologie und Umweltpädagogik tätig ist.

Am vergangenen Freitag, 24. April, konnte sie die erste Ausstellung in dem nun von ihr geleiteten Haus eröffnen. Zwei Monate lang sind dort im großen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss Fotos von Johannes Georgi unter dem Motto „Am Wege – verweilen und staunen“ zu sehen. Der hauptberufliche Erzieher, der in einer Einrichtung für unbegleitete und minderjährige Flüchtlinge in Fürstenwalde arbeitet, ist begeisterter Naturfotograf und Ornithologe. So entstanden seine Bilder vom Wegesrand wie das des Schmetterlings auf blühenden Weidenkätzchen, das das Ausstellungsplakat schmückt. Die Fotos passen jedenfalls gut zum Kunsthaus Flora, ist sich Kristina Niemann sicher. Und sie bemerkt, dass sie die Ausstellung zwar eröffnet hat, die Idee dazu aber noch von ihrer Vorgängerin kam.

Neue Kurse und Aktivitäten angedacht

So bescheiden ist sie auch, wenn sie über ihre gegenwärtige Tätigkeit spricht. Die ersten Wochen sei sie noch sehr von Roswitha Babig und Kerstin Dahl bei der Einarbeitung unterstützt worden, sie habe diese Zeit genutzt, um sich intensiv mit dem Haus und seinen Angeboten vertraut zu machen. Kristina Niemann sagt, sie wolle die Stärken des Orts behutsam weiterentwickeln. Das 1938 erbaute Haus war zu DDR-Zeiten ein Jugendklub, aber schon seit Mitte der 1980er-Jahre wurde es dann für die kulturelle Arbeit genutzt. Nach der Wende diente es als kommunale Kulturstätte, wurde 2005 an zwei freie Träger zur Nutzung übergeben, auf die dann der Verein Agrarbörse folgte, der u.a. das KulturGut und den Tierhof in Alt-Marzahn sowie den Jugendclub Treibhaus in Marzahn und den Landschaftspark Herzberge in Lichtenberg betreibt. Durch den Anbau einer Fluchttreppe im vergangenen Jahr ist nun auch das Obergeschoss vielseitig öffentlich nutzbar.

Im Kunsthaus Flora finden zahlreiche Kurse statt wie beispielsweise Töpfern, Gitarrenunterricht, es gibt aber auch Yoga und KungFu (für Kinder), einen Kinderchor und Tanz. Zudem können die Räume am Wochenende auch für Feiern gemietet werden. Das Angebot möchte die neue Chefin jetzt erweitern. So sind Schauvorstellungen und Kurse in Papierschöpfen und Filzen angedacht. Eine Handytasche aus Filz hat Kristina Niemann schon selbst hergestellt. „Macht Spaß“, sagt sie. Auch der weitläufige Garten soll durch Veranstaltungen verschiedenster Art belebt werden: „Events, Workshops, Kunstaktionen – da ist vieles denkbar.“ Und natürlich auch durch die Jugendkunstschule, die ab Sommer nach dem sogenannten Berliner Modell auch im Kunsthaus Flora tätig sein wird. Bereits jetzt gibt es drei feststehende Garten-Termine: Am 5. August soll ein „Kleinkunstfestival am Rande der Stadt“ dort stattfinden, am 16. August gibt es eine Veranstaltung im Rahmen der Kinder-Ferien-Karawane und am 19. August eine „Sommerolympiade“ mit Geflüchteten – Spiel, Sport und Spaß.

Nun auch eine eigene Facebook-Seite

Auch Lesungen im Haus schweben Kristina Niemann vor, denn sie ist auch für die Peter-Weiss-Bibliothek in Hellersdorf verantwortlich, die vor kurzem der Agrarbörse übertragen wurde. Vernetzung, das Wort führt sie häufig im Munde. Sie sagt, dass es viele hochwertige kulturelle Angebote im Bezirk gibt, die Einrichtungen aber noch mehr miteinander kooperieren könnten. Und sie müssten sich selbst noch besser in der Öffentlichkeit bekannt machen. „Das Kunsthaus ist nicht nur für die Mahlsdorfer interessant, für die es schon lange eine feste Größe ist“, sagt Kristina Niemann. „Es soll zu einem Haus für alle Bürger im Bezirk werden.“ Eine Sache hat sie gleich gemacht: Sie betreibt engagiert die im Dezember 2016 von einem Kollegen aus der Öffentlichkeitsarbeit der Agrarbörse eingerichtete Facebook-Seite für „die Flora“. „Mit Social Media erreichen wir noch mehr Interessenten“, ist sie sich sicher. Diese Aktivitäten will sie deshalb weiter ausbauen.

Kunsthaus Flora, Florastraße 113, 12623 Berlin, Tel.: 030-56 29 95 72.
E-Mail: kunsthaus@agrar-boerse-ev.de

Im Internet:
https://www.facebook.com/Das-Kunsthaus-Flora-299622136820302/
http://www.agrar-boerse-ev.de/standorte-projekte/marzahn-hellersdorf/kunsthaus-flora/

 

 

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