Kunst kritisiert Konsumkultur

06.04.2018, Pia Szecki

Hohenschönhausen. Das Studio im Hochhaus zeigt unter dem Titel „High Rise – Low Fidelity“ eine Ausstellung mit Werken von Konstantin Bayer und Frederik Foert. Mit ihren Kunstinstallationen, Objekten und Bildern aus der Alltagswelt üben die Künstler/innen zugleich Kritik an der Konsumkultur und Wegwerfgesellschaft und an aktuellen globalen Entwicklungen. In der Ausstellung sind ebenso Videos beider Künstler zu sehen. Zeitgleich wird im Architekturraum die Ausstellung „Sozialer Wohnungsbau und Selbsthilfe“ gezeigt. Die Schau öffnet am Dienstag, 10. April, um 19 Uhr in der Zingster Straße 25, 13051 Berlin, und wird vom 11. April bis 13. Juni zu sehen sein.

Konstantin Bayer entwickelte die Werkserie mit dem Titel „art-articles“. Zur Ausstellung im Hochhaus zeigt er Bildobjekt 02 mit dazugehöriger Aufbauanleitung. Die Arbeiten bestehen ausnahmslos aus Konsumartikeln, welche im Internet bei „amazon“ erworben wurden und mit Hilfe einer vom Künstler zur Verfügung gestellten Anleitung, aufgebaut werden können. Bezahlt wird lediglich der Warenwert der einzelnen Produkte.

Bayer wurde 1983 in Gotha geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Umweltschutztechnischen Assistenten und studierte Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar. 2006 gründete er die Galerie Eigenheim in Weimar. 2008 bis 2009 studierte er Medienkunst an der Tonji-Universität in Shanghai und schloss dort 2011 mit dem Master of Arts (MA) und in Weimar mit dem Master of Fine Arts (MFA) ab. Seit 2011 ist Konstantin Bayer selbständig als Künstler, Kurator und künstlerischer Leiter der Galerie Eigenheim tätig. 2015 eröffnete die Galerie Eigenheim eine zweite Dependance in Berlin.

Frederik Foert, geboren 1971 in München, wuchs in Bamberg auf, studierte an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle/Saale und an der Kunstakademie Münster, wo er 1999 sein Studium als Meisterschüler von Professor Timm Ulrichs abschloss. Seitdem wurden seine Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Foert unterrichtet Kunst und Design am Berlin Art Institute, der HFF Konrad Wolf Filmuniversität Babelsberg und der Universität der Künste Berlin sowie der Beijing University of Technology – College for Art & Design. Er beschäftigt sich mit Bewegungsstudien aller Art, baut Versuchsanordnungen aus Alltagsgegenständen.

Der Künstler und Autor Matthias Schamp sagt über ihn: „Es wäre nun viel zu kurz gegriffen, in Frederik Foert nur einen Tüftler zu sehen… Es ist gerade sein erzählerisches Geschick, das die Komplexität seiner Werke ausmacht. Denn so, wie er mit den Dingen verfährt, verfährt er auch mit einem viel feineren Stoff: den unzähligen Bedeutungsschichten, die der Dingwelt anhaften, sowie den Doppelungen dieser Dingwelt in den zahlreichen uns umgebenden Bilderwelten.“

 

Weitere Veranstaltungen im studio im Hochhaus:

Die neue Veranstaltungsreihe poetry /// sound“ bringt zum zweiten Mal am Sonntagnachmittag Dichter und Musiker zusammen. Zeitgenössische Lyrik und elektronische Musik im Wohnzimmerformat, kuratiert von Tobias Herold, sind zu erleben. Zur nächsten Matinee am Sonntag, 15. April, um 16 Uhr liest Sonja von Brocke. Es musiziert Christof Kurzmann.

Die ebenfalls neue Reihe „Im Zentrum der eigenen Peripherie“ bietet Performancekunst. Sie wird von Anja Ibsch und Teena Lange kuratiert.

Am Donnerstag, 19. April, um 19 Uhr ist der Performancekünstler John Court aus Lappland Gast der Reihe. In seinen Aktionen beschäftigt er sich mit Zeichnen oder Schreiben, da Zeichnung Linie, Bewegung, Raum und Zeit verbindet. Seine Performances können die Dauer eines Arbeitstages haben oder eine ganze Veranstaltung hindurch laufen. In letzter Zeit war Court daran interessiert, dass die von ihm verwendeten Materialien die Dauer seiner Arbeit bestimmen. Die Performances von Court reagieren immer auf den spezifischen Ort, und oft schafft die kontinuierliche, sich wiederholende Aktion einen Rhythmus, der parallel zu dem des Ortes verläuft.

 

 

 

 

 

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