Kostbarkeiten im Rathaus Marzahn

11.02.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern bitte auf das Startfoto klicken!

Marzahn. Michael Wiedemann, Initiator des 2013 gegründeten Kreises „Kunstfreunde für Marzahn-Hellersdorf“ freute sich sichtlich, dass zur Vernissage der neuesten Ausstellung unter dem Motto „Kostbarkeiten“ so viele Besucher gekommen waren. Im alten Rathaus Marzahn am Helene-Weigel-Platz drängten sich am Freitagabend, 10. Februar, die Gäste. Dort werden bis 27. April unter der Überschrift „ereignis horizont“ Malerei und Zeichnungen des Berliner Malers Michael Hegewald (geboren 1955) gezeigt, komplettiert durch Werke des Hallenser Walter Opitz sowie anderer ostdeutscher Künstler. Auf allen fünf Etagen des 1988 eröffneten Gebäudes sind jetzt Bilder und Grafiken zu sehen – jeden Werktag. Der Besuch ist frei. Christoph Tannert, Geschäftsführer des Kunsthauses Bethanien, würdigte in seiner Laudatio die Ausstellung der Bilder Hegewalds, insgesamt 63, als „eine Werkschau“. An den zwischen 1991 und 2917 entstandenen Grafiken und Gemälden sei abzulesen, wie der Künstler seinen Stil entwickelt und modifiziert habe. „Alles in allem ist die Ausstellung die Beschreibung einer Reise, die der Künstler gern machen würde“, sagte er.

Bereits die siebte Ausstellung

Es ist bereits die siebte Exposition, die die Kunstfreunde im alten Rathaus präsentieren – in Zusammenarbeit mit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die als Gastgeber fungiert. Initiator ist der Mahlsdorfer Kunstsammler und Geschäftsmann Michael Wiedemann, der auch in Seniorenheimen und derzeit ebenfalls im Brandenburger Landtag („Deutschland – Deine Künstler“) sehenswerte Ausstellungen kuratiert hat.

Gute Kulisse für Kunst

Das denkmalgeschützte Rathaus Marzahn, nach einem Entwurf von Wolf-Rüdiger Eisentraut und Karla Bock gebaut, bietet eine gute Kulisse für Kunst. Mit seinem großen Foyer und dem eindrucksvollen Lichthof kann diese dort wirkungsvoll in Szene gesetzt werden. Torsten Kühne, CDU-Stadtrat für Schule und Facility Management aus Pankow, der das Haus am Freitagabend erstmals besucht hatte, war jedenfalls vom Ambiente beeindruckt: „Wir zeigen auch Ausstellungen im Rathaus Pankow“, sagte er. Aber das biete dafür keine solch großzügigen Möglichkeiten wie das Marzahner Gebäude.

Wiedemann: Ratskeller wieder öffnen

Doch das Haus muss dringend saniert werden – entsprechende Gespräche darüber mit der Berliner Immobilien Management GmbH wurden laut Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) kürzlich wieder aufgenommen. Wie Immobilien- und Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) sagte, könnte die Sanierung 2019 beginnen. Für diese machen sich seit langem auch die Kunstfreunde stark. „Dabei sollte auch der seit vielen Jahren geschlossene Ratskeller wieder nutzbar gemacht werden“, sagt Michael Wiedemann. Was viele im Bezirk gar nicht wissen: Auch dort gibt es sehenswerte Kunstwerke, insbesondere vom Dresdener Bildhauer Peter Makolies. In die Säulen der Einrichtung sind sechs etwa 1,20 Meter große Figuren eingelassen, darunter eine Frau, die zärtlich ihre Brüste streichelt. Am Eingang gibt es eine Keramiktafel, die einen Mann zeigt, der liebevoll ein Äffchen umfasst. Der Legende nach soll das der SED-Wirtschaftsexperte Günter Mittag sein, mit dem sich Makolies gestritten hatte. „Auch diese Werke sollten der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden“, sagt Wiedemann.

Ausstellung „ereignis horizont“ im alten Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz 8 noch bis zum 27. April. Geöffnet Mo-Fr von 8 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

 

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