Knorr-Bremse bündelt Systeme für Schienenfahrzeuge

Konzentration in Marzahn

07.02.2017, Gudrun Bender

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken.

Marzahn. Die Umstrukturierung im Knorr-Bremse-Konzern gehen weiter: Wie das Unternehmen mit Hauptsitz München mitteilte, soll die Produktion von Systemen für Schienenfahrzeuge in Marzahn gebündelt werden. So wird die Produktion von Energieversorgungssystemen für Schienenfahrzeuge (Knorr-Bremse PowerTech) vom gegenwärtigen Standort Tegel in den Gewerbepark Georg Knorr nahe der Landsberger Allee verlagert. Der Umzug soll ab Mitte 2018 beginnen und Anfang 2019 abgeschlossen werden, wie es aus der Unternehmenszentrale heißt. Betroffen sind rund 275 Mitarbeiter. Die Knorr-Bremse PowerTech war bereits zwischen 1996 und 2003 in Marzahn ansässig.

Bekenntnis zum Standort Berlin

„Mit der Stärkung von Marzahn bekennt sich Knorr-Bremse klar zum Standort Berlin, der Gründungsstätte des Unternehmens im Jahr 1905“, heißt es in der Mitteilung. Knorr-Bremse habe den Schienenstandort Berlin in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. So wurden 2016 Teile der Fertigung von München nach Berlin verlagert. Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge in Marzahn wuchs seit 2013 um 20 Prozent. Dort sind mehr als 600 Mitarbeiter tätig. Hinzu kommen die 275 Mitarbeiter der Knorr-Bremse PowerTech, die 2014 übernommen wurde. „Für den Standort Berlin spricht vor allem die Nähe zu großen Kunden wie den Schienenfahrzeugherstellern und -betreibern, die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften und qualifizierten Experten sowie die gute Infrastruktur der Stadt.“ In Marzahn werden Bremssysteme für internationalen Gebrauch gefertigt, u.a. auch für den legendären japanischen Superschnellzug Shinkansen.

Verlagerung anderer Produktionen nach Tschechien

Dem Umzug der Knorr-Bremse Power Tech nach Marzahn geht die Verlagerung der Produktion von Drehschwingungsdämpfern von Marzahn nach Liberec (Tschechien) sowie an Standorte in Nordamerika und Asien voraus. Am Standort Marzahn fertigt die Konzerntochter Hasse & Wrede gegenwärtig mit rund 150 Mitarbeitern Drehschwingungsdämpfer vor allem für Nutzfahrzeug- und Stationärmotore. Von der Verlagerung nach Liberec sind 125 Mitarbeiter in der Produktion und produktionsnahen Bereichen betroffen. Für sie sollen, so die Mitteilung des Unternehmens, sozialverträgliche Lösungen getroffen werden. Die Arbeitnehmervertretung sowie die potenziell betroffenen Arbeitnehmer bei Hasse & Wrede sowie Knorr Bremse PowerTech seien über die eingeleiteten Maßnahmen bereits informiert, Gespräche über den Interessensausgleich und einen Sozialplan würden umgehend beginnen, heißt es. Knorr-Bremse beschäftigt am Standort Berlin insgesamt 1.040 Mitarbeiter, in Deutschland ca. 5.000, weltweit etwa 25.000. Der Konzern ist ein führender Hersteller von Bremssystemen und Anbieter weiterer Subsysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge mit rund 5,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2016.

Ab 1. April 42-Stunden-Woche

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 ist Knorr -Bremse PowerTech zudem aus dem tarifgebundenen Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg ausgetreten und wechselt in den tariffreien Allgemeinen Verband der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg. Mit dem Umzug nach Marzahn sollen die Arbeitsverhältnisse im Konzern angeglichen werden. Auch für Knorr-Bremse PowerTech gilt ab 1. April 2017 die 42-Stunden-Woche wie bereits seit 2006 in den übrigen Konzernbetrieben.

 

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