Öffentliche Koch- und Museumsparty

17.05.2017, Pia Szecki

Lichtenberg. Zu einer öffentlichen Koch- und Museumsparty im Kinder- und Jugendzentrum „Steinhaus“ in der Schulze-Boysen-Straße 10, 10365 Berlin, treffen sich am Freitag, 19. Mai, um 16 Uhr Jugendliche aus der Flüchtlingsunterkunft Ruschestraße mit ihren Freunden und mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums Lichtenberg sowie des Ausbildungsrestaurants „Am Kuhgraben“.

Diese Museumspräsentation ist die Abschlussveranstaltung eines mehrwöchigen Projekts, das vom Museum Lichtenberg organisiert und realisiert wurde. Jugendliche lernten dabei das Museum kennen und bereiteten in der Museumsküche Speisen nach historischen Rezepten eines über 100 Jahre alten Kochbuchs zu. Die am Projekt Beteiligten berichten ihren Freunden von den Erlebnissen im Museum und beschreiben historische Objekte, die sie dort fotografiert haben. Zugleich wird ein kleines Kochbuch präsentiert, an dessen Herstellung sich die Jugendlichen aktiv beteiligten.

Das historische Kochbuch stammt aus dem Besitz von Katharina Hahn, der Gattin des Bürgermeisters von Boxhagen-Rummelsburg, Ernst Hahn. Er residierte von 1900 bis 1912 im heutigen Stadthaus, dem Sitz des Museums. Als Teil eines umfangreichen Nachlasses gelangte das historische Dokument durch die Spende des Nachfahren der Familie, Martin Blohm, in den Besitz des Museums. In altdeutscher Handschrift notierte Frau Hahn über 200 Rezepte, von denen einige für ihre Zeit als durchaus modern erscheinen: Waldorfsalat, Topinambur und „Vegetarische Sülze“ – die wurde allerdings mit Gelatine zubereitet. Das Rezept dieser Sülze wurde 1916 notiert, mitten in der Hungerzeit des Ersten Weltkriegs. Manche Kochanleitungen werden sogar eindeutig als „Kriegsrezepte“ bezeichnet. Damit ist das Buch ein hervorragendes Dokument nicht nur der bürgerlichen Koch- und Esskultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sondern auch der Zeitgeschichte.

Das Projekt wurde durch das Programm „Kultur macht stark, Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

 

 

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden