Gesundheitscampus Marzahn-Hellersdorf

Klinik für Altersmedizin entsteht

04.09.2016, Marcel Gäding

Fotos: Architekturbüro Kossel & Partner (1), Marcel Gäding (2-4)

Marzahn. Der Krankenhausstandort Marzahn-Hellersdorf bekommt Zuwachs: Am Sonntag, 4. September, gab es am Blumberger Damm einen symbolischen Spatenstich für den Neubau der Klinik für Altersmedizin. Bis 2018 entsteht ein Krankenhaus, in dem vor allem alte, hochbetagte Patienten versorgt werden sollen.

Heller Dreigeschosser nahe dem Unfallkrankenhaus
Spätestens im Herbst sollen die ersten Bagger für das neue Projekt rollen, wie die Arona Klinik für Altersmedizin mitteilte. Ab 2018 wird der helle, geschwungene Dreigeschosser den Patienten zur Verfügung stehen. Auf jeder Etage gibt es Ein- und Zweibettzimmer, Therapie- und Teamräume sowie jeweils einen Raum für Fitness. Bewusst habe man sich für die Nähe zum Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) entschieden. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit der derzeit modernsten Klinik Deutschlands. „Das betrifft sowohl Diagnostik als auch Therapie“, sagte Projektleiter Dr. Andreas Schwitzke. Kooperationen wird es etwa mit den ukb-Fachabteilungen Radiologie, Neurologie, Kardiologie und der Apotheke geben. Insbesondere soll der Schwerpunkt auf die frühe Rehabilitation älterer Patienten gesetzt werden. „Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten legen gemeinsam die Behandlungsziele fest, damit Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt weiter möglichst lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung leben können.“

Weitere Neubauten am Blumberger Damm geplant
Die Idee für den Klinikneubau hatte der Krankenhaus-Unternehmer Nikolai Burkart, der unter anderem Gesellschafter des Pflegekonzerns Vitanas ist. „Hier entsteht ein Campus, der sich weiter entwickelt“, sagte Burkart. Weil Vitanas keinen Partner im Bereich der ambulanten Altersmedizin fand, habe man sich entschlossen, eine eigene Klinik zu bauen. Und bei dem 65-Betten-Haus soll es nicht bleiben. Vorgesehen ist auch der Bau eines Instituts für regenerative Medizin. Auch das ukb möchte expandieren. Geschäftsführer Prof. Dr. Axel Ekkernkamp kündigte an, dass ganz in der Nähe des Unfallkrankenhauses eine Rehabilitationsklinik gebaut werde. Erst in der vergangenen Woche hat der Bezirk zudem den Weg für den Bau eines Hauses der Gesundheits- und Pflegewirtschaft freigemacht.

Zahl der älteren Patienten stark gestiegen
Der Bezirk hofft sich durch den Krankenhaus-Neubau eine noch bessere Versorgung älterer Menschen. Denn deren Zahl steigt, wie die erst kürzlich von Sozialstadträtin Dagmar Pohle (Linke) vorgestellte Sozialstudie „50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“ zeigt, LiMa+ berichtete. Demnach stieg die Anzahl der Menschen ab dem 50. Lebensjahr innerhalb von 15 Jahren von 69.627 auf 112.730, das sind 61 Prozent. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von Marzahn-Hellersdorf beträgt deren Anteil inzwischen 43 Prozent.

„Klinik der kurzen Wege“
In erster Linie sollen Patienten aus Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf von der neuen Klinik für Altersmedizin profitieren. Diese Region sei in besonderem Maße davon betroffen, dass die Zahl der älteren Menschen steige, sagte am Sonntag Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). So sieht der Berliner Krankenhausplan, der erst kürzlich auf den Weg gebracht wurde, gut die Hälfte der zusätzlichen Betten im Bereich der Geriatrie in Marzahn-Hellersdorf sowie Lichtenberg vor. Ihm sei wichtig, dass zwischen dem ukb und der Klinik für Altersmedizin eine Verzahnung stattfindet. Denn in erster Linie behandele das ukb Notfallpatienten. Auf Alterserkrankungen spezialisierte Fachabteilungen hat das Krankenhaus nicht. Die Versorgung älterer und hoch betagter Patienten solle die neue Klinik übernehmen. Czaja dankte dem Investor ausdrücklich für seine Entscheidung, am Standort Blumberger Damm zu investieren. „Alleine hätten wir das nicht stemmen können.“ Für Projektleiter Schwitzke, der nach Eröffnung des Hauses die Leitung übernehmen wird, sei das neue Krankenhaus ein „Vorzeigeprojekt für Altersmedizin“. Zwischen dem ukb und der Klinik würden nicht nur Patienten, sondern auch Kompetenzen ausgetauscht. Er wies jedoch darauf hin, dass auch Hausärzte aus der Region Patienten in die Spezialklinik überweisen könnten. „Dies wird eine Klinik der kurzen Wege, ein modernes Haus“, sagte Schwitzte.

Bezirksbürgermeister und Stadträtin nur Zaungäste
Kleine Irritationen brachte der Ablauf des ersten Spatenstichs mit sich. Der ebenfalls anwesende Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) und die zuständige Gesundheitsstadträtin Dagmar Pohle wurden lediglich von ukb-Chef Ekkernkamp in seiner Rede erwähnt und wohnten der Feier sodann als Zaungäste bei. Für ein paar Grußworte waren sie ebenso wenig eingeplant wie beim späteren Spatenstich. Stattdessen durfte Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) ans Mikrofon und auch aufs Foto.

 

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