Senat will weiterhin Wohnen auf Wernerbad-Gelände

Keine Grünfläche für alle

04.12.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Kaulsdorf. Der Senat beharrt weiterhin darauf, auf dem Gelände des früheren Freibades Wernersee an der Ridbacher Straße Wohnen für Demenzkranke zu ermöglichen. Das geht aus der Antwort von Finanzstaatssekretärin Dr. Margaretha Sudhof auf eine Schriftliche Frage des Abgeordneten Stefan Ziller (Bündnis 90/Grüne) zurück. Der aus Marzahn-Hellersdorf stammende Landespolitiker hatte u.a. gefragt, welche Möglichkeiten es gibt, dass der Bezirk wieder Eigentümer des Areals wird und mit der Entwicklung einer öffentlichen Grünfläche um den Wernersee den Koalitionsvertrag hinsichtlich der Aktivierung von Grün- und Freiflächen umgesetzt wird.

Seit 2002 geschlossen

Das beliebte Freibad wurde 2002 wegen großen Sanierungsbedarfs geschlossen, das landeseigene Grundstück wurde kostenlos in das Eigentum der Berliner Bäderbetriebe (BBB Infrastruktur GmbH & Co. KG) überführt. Es soll durch die Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) vermarktet werden. Ein bereits 2013 aufgestellter Bebauungsplanentwurf wurde später durch den Bezirk in Teilen korrigiert – die Art der Bebauung soll danach so gestaltet werden, dass das eigentliche Bad renaturiert wird.

Vermarktung durch die BIM hat begonnen

Laut Sudhof wird aktuell das Grundstück des ehemaligen Freibads (Ridbacher Straße 44) gemeinsam mit dem landeseigenen Grundstück Ridbacher Straße 52 (ehemalige Tennisplätze) durch die BIM im Rahmen eines Konzeptverfahrens mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb vermarktet. „Das Verfahren befindet sich derzeit in der ersten Angebotsphase “, so die Staatsekretärin. Die Abgabefrist der Angebote endete am 6. November 2017, die formelle Prüfung sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Verkaufsverhandlungen würden aufgenommen, nachdem die Bewertung der Angebote durch eine Jury erfolgt sei, sagte Sudhof.

Geplante Renaturierung verschiebt sich

Aktuell bleibe die geplante Renaturierung des Wernersees, teilte Sudhoff mit. Allerdings musste, wie berichtet  die bereits für Herbst/Winter 2017/2018 geplante Ausführung der Maßnahme seitens der Berliner Wasserbetriebe verschoben werden. Laut Sudhof ist unter Berücksichtigung der Brutperioden für geschützte Vogel- und Amphibienarten nach derzeitigem Stand der Baubeginn nach dem 15. August 2018 vorgesehen.

Kein Freibad mehr

Weil Marzahn-Hellersdorf der einzige Berliner Bezirk ohne Freibad ist, gibt es immer wieder auch Nachfragen, ob das ehemalige Wernerbad nicht saniert und wieder als Bad geöffnet werden kann. Doch das Abgeordnetenhaus hatte bereits Mitte 2013 die Entwidmung als Sportfläche beschlossen, der durch den Bezirk aufgestellte Bebauungsplan sieht ein allgemeines Wohngebiet vor. Die Wiedereröffnung als Freibad, so der in Mahlsdorf/Kaulsdorf direkt gewählte CDU-Abgeordnete Mario Czaja auf seiner Internetseite, würde ein neues Prüfverfahren verlangen. Zahlreiche Gründe wie z.B. Lärmimmissionen, wasserschutzrechtliche Regelungen sowie verkehrstechnische Probleme stünden dem entgegen.

 

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