Interessenbekundungsverfahren startet

12.07.2017, Pia Szecki

Lichtenberg. Am heutigen Mittwoch, 12. Juli, startet der Bezirk ein Interessenbekundungs­verfahren, mit dem Freie Träger für die Neuausschreibung der Lichtenberger Stadtteilkoordinationen gewonnen werden sollen.

Das Bezirksamt Lichtenberg stellt vorbehaltlich der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2018/19 öffentliche Fördermittel gestaffelt nach Prognoseräumen zur Verfügung. Bis einschließlich 8. August 2017 (Einsendeschluss) sind freie Träger mit einschlägigen Erfahrungen in der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit in Lichtenberg eingeladen, ein entsprechendes sozialräumlich orientiertes Konzept zu entwickeln und einzureichen. Grundlage hierfür ist das zur Ausschreibung gehörende Struktur- und Handlungskonzept im Bezirk. „Wir führen mit der weiteren Förderung der Stadtteilkoordination einen Ansatz der bürgerorientierten Gemeinwesenentwicklung fort, der auf breite wie auch lokal orientierte Information, Beteiligung und Aktivierung der Bürgerschaft setzt und die Menschen unseres Bezirks gezielt für eine Mitgestaltung Lichtenbergs als familienfreundlichen Bezirk gewinnen möchte“, erklärt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke).

Auch die u.a. für Soziales und Stadtentwicklung zuständige Bezirksstadträtin Birgit Monteiro (SPD) unterstreicht die Vorteile: „Den Stadtteilkoordinationen kommt eine sehr wichtige verbindende Funktion zwischen Verwaltung und Stadtteilebene zu. Sie tragen Planungs- und Entwicklungsprozesse des Bezirksamtes direkt an die Bürgerschaft heran und unterstützen Engagement, Beteiligung und Angebote für alle Generationen. Die Koordinationen pflegen die Netzwerke in den Stadtteilen und spiegeln lokale Themen und Prozesse zurück in die Verwaltung. Daher haben wir ein hohes Interesse daran, dass sich erfahrene und qualifizierte Träger bewerben.“

Der Text des Interessenbekundungsverfahrens ist auf der Website des Bezirksamtes einsehbar.

Zum Hintergrund: Der sozialen und sozial-kulturellen Entwicklung der 13 Stadtteile (Bezirksregionen) Lichtenbergs kommt eine grundlegende Bedeutung zu, denn sie bilden den Lebens- und Alltagskontext für angestammte wie neu zuziehende Bürger/innen. Für die Entwicklung des bezirklichen Gemeinwesens als Ganzes ist deshalb die weitere Stärkung der kleineren stadträumlichen-urbanen Strukturen sehr bedeutsam. Diese Strukturen sind die Prognoseräume sowie die dazu gehörigen Stadtteile und Wohnquartiere.

Die prognostizierten und beobachtbaren demografischen und sozialen Entwicklungen in diesen Räumen erfordern eine breit gefächerte, möglichst niedrigschwellige Arbeit. Diese wird in Lichtenberg in wesentlicher Hinsicht seit vielen Jahren durch eine dezentrale Struktur aus Gebiets- und Stadtteilkoordinationen, teilweise auch Stadtteilzentren geleistet. Lichtenberg baut hier auf einen gewachsenen Prozess der Gemeinwesenentwicklung auf, in dessen Fokus die enge Verknüpfung der lokalen Netzwerke und kooperativen Strukturen mit den Schlüsselthemen einer partizipativ ausgerichteten und auf sozialen Zusammenhalt, Integration sowie Diversität gerichteten sozialen Stadtentwicklung stehen.

Stadtteilkoordinationen sind eine wichtige Methode zur Förderung von Vernetzung und Kooperationen lokaler Akteure, des Monitorings und partiellen Managements dezentraler gemeinwesenbezogener Entwicklungsprozesse, der Stimulation und Entfaltung von bürgerschaftlichem Engagement der Bevölkerung als auch von Integrationsprozessen. Stadtteilzentren (wie auch Soziale Treffpunkte) sind ergänzend dazu wichtige räumliche Kristallisationspunkte für nachbarschaftliches und sozial-kulturelles Leben.

 

 

 

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