Hausprojekt „LaVidaVerde“ vor Fertigstellung

Im Umzugsstress

28.08.2014, Andrea Scheuring

Fotos: Andrea Scheuring (1-3), LaVidaVerde (4)

Lichtenberg. Das Gerüst vor dem Neubau des ersten Berliner EnergiePlusHauses in der Sophienstraße 35 ist verschwunden. Die Tür steht offen. Allerdings warnt ein Schild im Eingangsbereich des Hauses noch: „Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr“. Die Klingelschilder daneben geben bereits die Namen der Bewohner preis. „Sobald wir vom Brandschutz die offizielle Baufreigabe haben, können wir einziehen“, freut sich Jana Werner vom Wohnprojekt „LaVidaVerde“. Dies soll voraussichtlich nächste Woche passieren. Die Umzugskartons sind gepackt. Das Lichtenberger Bauamt hat bereits „Schönes Wohnen“ gewünscht. Eine gemischte Gruppe aus 26 Erwachsenen und 12 Kindern wird dann auf vier Etagen und insgesamt 1.240 Quadratmetern Wohnfläche in 18 Wohnungen zusammenziehen und -leben.

Solardach ist montiert
Im Mai letzten Jahres war der Grundstein für das umweltbewusste Modellprojekt, das auch soziale Aspekte berücksichtigt, gelegt worden. Mittlerweile sind die Innenausbauten abgeschlossen. An der Außenfassade wird noch gewerkelt. Auch das Solardach ist montiert. Die Photovoltaik-Anlage ist zentraler Bestandteil des ökologischen Konzeptes. Es soll – wie bereits berichtet ( Verlinken mit => http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/gruenes-leben-im-weitlingkiez ) – nicht nur ausreichend Energie für die Deckung des Strombedarfs im Haus liefern, sondern dazu beitragen, über das Jahr einen Stromüberschuss zu produzieren, der dann an interessierte Mieter in der Nachbarschaft verkauft werden kann. „Nur die Wasserkläranlage ist noch nicht in Betrieb. Das wird wahrscheinlich noch zwei, drei Monate dauern“, erklärt Jana Werner.

Weiter Kleinkredite gesucht
Das Hausprojekt, das durch Bank- und kleinere Direktkredite von privaten Personen mischfinanziert wird, befindet sich ein wenig im Bauverzug. „Durch die Verlängerung der Bauarbeiten haben wir eine Baukostensteigerung. Zudem werden auch ein paar Kredite am Ende des Jahres fällig, die wir auslösen möchten. Der normale Direkt-Kredit-Zyklus fängt dann an“, so Werner. Deshalb sucht „LaVidaVerde“ weiterhin Kleinkredite. Im Zusammenhang mit der Finanzierung verweist das Projekt – das im „Mietshäuser Syndikat“ organisiert ist – auf Pläne der Bundesregierung für ein neues Gesetz zum Kleinanlegerschutz, das in der Branche heftig diskutiert wird. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass crowdfinanzierte Projekte mit einer Höhe von über einer Million Euro sowie Anlegerbeteiligungen über 10.000 Euro unter die kostenintensive sogenannte Prospektpflicht fallen. „Der Gesetzentwurf schadet nicht nur den vielen Crowdfunding- und Crowdfinancing-Plattformen, sondern stellt auch die Finanzierung größerer Sanierungen oder Bauprojekte wie etwa im Syndikat infrage“, erklärt Jana Werner. LaVidaVerde liegt beispielsweise knapp über der angesprochenen Eine-Millionen-Grenze an eingeworbenen Direktkrediten. Das Lichtenberger Hausprojekt kündigte deshalb Gespräche mit und Briefe an die Lichtenberger Bundestagsabgeordneten an.

 

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden