Neugestaltetes Affenhaus im Tierpark zeigt Artenschutz-Ausstellung

Hören, sehen, mitmachen

19.12.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Friedrichsfelde. Brandneu ist die Dauerausstellung #abenteuerArtenschutz im Tierpark Berlin: Am Montag, 18. Dezember, öffnete die interaktive Schau im Affenhaus, bei der die Besucher nicht nur sehen, sondern auch hören und mitmachen können. An interaktiven Lernstationen wird die Welt der Tiere erkundet. Das Thema Artenschutz wird auf rund 800 Meter Fläche an verschiedenen Forscherkisten – Spiele, Hörstationen und bewegte Bilder – plastisch dargestellt. Die Besucher können sich an einer Wissensrallye beteiligen, im interaktiven Zuchtbuch des Java-Leoparden blättern oder gegeneinander im Memory-Spiel bedrohter Tierarten antreten. In einer solch umfassenden und modernen Form sei die Exposition bisher einmalig in den deutschen Zoos, sagt Christian Kern, Artenschutzbeauftragter und stellvertretender Zoologischer Leiter im Tierpark Berlin: „Durch anschauliche Grafiken und konkrete Beispielprojekte werden die vielfältigen Maßnahmen aufgezeigt, die sich hinter dem Oberbegriff Artenschutz verbergen.”

Zoos bedeutsam für den Artenschutz

Das liegt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem ganz besonders am Herzen. Denn moderne Zoos sind längst nicht mehr nur dafür da, Tiere zu zeigen. Sie leisten auch eine ganz wichtige Arbeit für den Artenschutz. Durch verantwortungsvolle Haltung und koordinierte Erhaltungszucht bedrohter Tierarten bauen Tiergärten wie Zoo und Tierpark Berlin wichtige Reserve-Populationen auf, unterstützen Projekte zur Auswilderung und Wiederansiedlung und tragen somit wesentlich zum langfristigen Schutz bedrohter Arten bei. Bartgeier Lucky in den Alpen, Przewalkistute Barca in der Mongolei und die Spitzmaulnashornkuh Zawada in Tansania gehören zu Tieren, die in Berlin geboren wurden und inzwischen wieder in ihrer ursprünglichen Heimat leben. In der Ausstellung #abenteuerArtenschutz sind sie die Stars. Die nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten gestaltete Schau wird von den ehrenamtlichen Scouts der Freunde der Hauptstadtzoos betreut, dem Förderverein für die Berliner Tiergärten. „Wir suchen noch weitere Interessierte, die dabei mitmachen wollen“, sagt Vereinsvorsitzender Thomas Ziolko. Meldungen unter Tel. 030-51 53 14 07 bzw. E-Mail: info@freunde-hauptstadtzoos.de.

Affenhaus präsentiert sich neu

Nicht nur die Ausstellung, auch das gesamte Affenhaus wurde in den vergangenen Monaten neu gestaltet. Die Wände sind nun tiefblau, es gibt Raumtrenner aus Baumstämmen, die an einen Wald erinnern. Nichts erinnert mehr an das eher triste Gebäude mit dominierenden weißen und ocker Fliesen. In den Gehegen der Affen der alten und der neuen Welt ist die glatte Fußbodenkeramik einer Unterlage aus Mulch gewichen, auf der die Tiere gern laufen und toben. Es gibt zahlreiche Kletter- und Spielmöglichkeiten, von denen die Gibbons, die Kapuziner- und Brüllaffen, die Dscheladas und andere rege Gebrauch machen. Denn noch immer sind sie die Könige im Affenhaus…

Erstmals GRW-Fördermittel

Rund 200.000 Euro kostete die Schönheitskur für das Gebäude. Das Geld kam aus sogenannten GRW-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur), mit denen auch der Tourismus in der Hauptstadt angekurbelt werden soll. Dr. Michael Knieß, Referatsleiter Strukturpolitik in der Senatswirtschaftsverwaltung, sagt, dass seit 1991 in Berlin 128 Vorhaben mit einem Volumen von rund 250 Millionen Euro mit GRW-Mitteln realisiert wurden, darunter beispielsweise der Ausbau der „Gärten der Welt“ in Marzahn-Hellersdorf. Das Land Berlin steuert zu den Bundesmitteln stets zehn Prozent bei.

Weitere Projekte folgen

Die Affenhaus-Verschönerung ist das erste GRW-Projekt im Tierpark Berlin. Bis 2020/21 sollen zehn weitere dort folgen, darunter die Modernisierung des Elefantenhauses. Insgesamt stehen für diese Aufgaben laut Knieß 22,5 Millionen Euro bereit. Eine Aussage, die den Tierparkdirektor sichtlich freut. Schließlich will er Europas größten Landschaftstiergarten mit einem großangelegten Masterplan für etwa 100 Millionen Euro schrittweise bis 2030 zu einem geografischen Zoo umbauen – in den Anlagen in Friedrichsfelde sollen künftig die Tiere in Lebensräumen gezeigt werden, in denen sie auch in der freien Natur vorkommen. Dr. Knieriem berichtet, dass im nächsten Jahr an vielen Stellen im Tierpark gebaut werden wird: „Dann geht es richtig los“, sagt er. Auch das Alfred-Brehm-Haus wird ab 2018 umgestaltet: „Wir haben lange auf die Baugenehmigung dafür gewartet“, erzählt der Tierparkchef. „Jetzt ist sie endlich da.“ Und auch für das Affenhaus sprudelt im nächsten Jahr eine weitere Geldquelle: Mit Mitteln aus dem sogenannten Mauerfonds, der mit Erlösen aus dem Verkauf ehemaliger Mauergrundstücke Projekte in Berlin und Brandenburg fördert, wird die Felsenanlage im Freigehege neu gestaltet.

 

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